Posts mit dem Label Specials werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Specials werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 31. August 2012

Serientäter unter sich - 3 Größen des Horrorfilms, Teil 4

So langsam aber sich nähert sich die Special-Reihe dem Ende. Nachdem wir nun also die Regisseure und die Filmreihen "Nightmare on Elm Street" und "Halloween" abgehakt haben, widme ich mich mit diesem abschließden Teil dem dritten großen "Helden" der 80er Jahre. Ich bitte um Applaus für Mister Jason Voorhees.

Friday 13th? No good luck, my friend


So wie der braune Hut, der gestreifte Pullover und natürlich auch der Klingenhandschuh mit Herrn Krueger verbunden werden, kommt einem bei der Kombination Machete und Hockeymaske ein Name in den Sinn: Jason Voorhees und damit verbunden natürlich Freitag, der 13. Dabei waren die Anfänge eigentlich sehr viel simpler. Die Hockeymaske gab es bis zum zweiten Teil hin gar nicht, sondern der gute Jason lief mit einer Papiertüte auf dem Kopf herum - ein lächerliches Bild, man kann also froh sein, dass besagte Maske schnell aufgetaucht ist, denn sonst wäre uns eine der beliebtesten Figuren des Horrorfilms wohl gnadenlos durch die Lappen gegangen. Während man mit Freddy den Zynismus und den bösartigen Humor und mit Michael Myers diese starke Aura des Bösen verbindet, steht Jason wohl am ehesten für eines: Härte. Hier stößt man ebenso wenig auf subtilen Horror wie auf jeglichen Anflug von Humor. Voorhees schweigt sich aus und legt einfach jeden um, der ihm in die Finger gerät. Da die Morde auch noch relativ explizit ausfallen, dürfte es sich hierbei wohl um die härteste Reihe in diesem Special handeln.

Mittwoch, 22. August 2012

Serientäter unter sich - 3 Größen des Horrorfilms, Teil 3

So, die Regisseure/ Erschaffer der Figuren haben wir. Die erste der legendären Horrorfilmreihen mit "A Nightmare on Elm Street" haben wir auch abgehakt. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei (in meinem Fall eher vier, aber die Überleitung war das einzig passende, was mir gerade eingefallen ist) und darum wollen wir auch weiter machen. Heute dreht sich hier alles um Michael Myers. Schade nur, dass hinsichtlich des sehr schweigsamen Hauptcharakters kein schönes Zitat für die Überschrift zur Hand ist.

Halloween






    Die Figur des Michael Myers dürfte, ähnlich wie die Genrekollegen, die hier noch Erwähnung fanden/ finden werden, für jeden eingefleischten Horrorfan ein Begriff sein. Schweigsam, maskiert und eigentlich immer ohne jegliche Hektik bei der "Arbeit". Gerade das ist es, was Michael Myers für mich persönlich so interessant macht. Dass er im Normalfall nur - in krassem Gegensatz zu Jason und besonders auch Freddy Krueger - in normalem Fußgängertempo hinter seinem Opfer her ist und dass er (zumindest wenn wir nach dem Original gehen) keinen erkennbaren Grund für sein Handeln hat, macht ihn für mich zur perfekten Filmumsetzung des "Schwarzen Mannes". Anders als in der Nightmare-Reihe ist es hier auch nicht so, dass man einen Wechsel des Hauptdarstellers nicht verkraften könnte. Die Remakes außen vor gelassen gab es 6 unterschiedliche Myers-Darsteller. Einzig Donald Pleasence als Dr. Sam Loomis ist ein immer wieder auftauchender Darsteller, zumindest bis zu seinem Tod.

    Die Filme im Einzelnen


    Halloween - Die Nacht des Grauens

    1963 brachte der damals 6jährige Michael Myers in der Halloween-Nacht seine Schwester um und wurde daraufhin in einer geschlossenen Anstalt unter die Aufsicht von Dr. Sam Loomis gestellt. 15 Jahre später gelingt dem Psychopathen die Flucht. Er macht sich auf den Weg in seine Heimatstadt Haddonfield. Am Vorabend des Halloween-Festes ist das Grauen auf den Straßen unterwegs.

    Sein wir einmal ehrlich: einen Preis für die großartige Handlung wird John Carpenter für diesen Film sicherlich nicht kassieren können, auch gibt es einige . Seinen Kultstatus hat sich der Film mit Sicherheit dadurch verdient, dass er schon durchaus als Initiator und Vorbild für viele der modernen Slasher-Filme gelten dürfte. Auf der anderen Seite kann man dem ersten Halloween auch eine geschickte, sehr spannende und unheimliche Inszenierung nicht absprechen, auch wenn diese nach der langen Zeit und vielen Nachahmern natürlich schon etwas von ihrem Effekt eingebüßt hat - und natürlich (aber das ist ja bei jedem Film dieses Genres so) etwas von ihrer Wirkung verliert. Anmerken muss man auch einige Logiklücken (wie kann der Kerl ohne Schwierigkeiten Auto fahren? In der Klappse wird er wohl kaum seinen Führerschein gemacht haben.) Dennoch: Auch heute ist Halloween noch einer meiner Lieblingsfilme im Slasher-Bereich.

    Bewertung: 8/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1978 | Regisseur: John Carpenter





    Halloween 2 - Das Grauen kehrt zurück


    Michael ist tot. Oder er sollte es sein. Seine Leiche jedoch wird nicht gefunden, an der Stelle an der sie liegen sollte findet man nur Glassplitter und etwas Blut. Hat Dr. Loomis seinen ehemaligen Patienten doch nicht erledigen können? Es dauert nicht lange, bis in Haddonfield die nächsten Toten auftauchen.

    Der zweite Teil der Reihe setzt die Geschehnisse von 1978 direkt fort. Der totgeglaubte Killer lebt und ist immer noch aktiv dabei. Wenn der erste Teil schon keinen Preis für das beste Drehbuch gewinnen konnte, liegt dieser hier noch weit dahinter, denn letztendlich bietet er genau das selbe Prinzip, ohne auch nur irgendetwas neues hinzuzufügen. Man baut auf das, was Carpenter mit seinem (mittlerweile) Klassiker geschaffen hat und kopiert es, ändert die Handlungsorte etwas ab und fertig ist der (erhoffte) Erfolg. Bei den Fans ist der zweite Teil immer noch recht hoch angesehen, wobei er seine "Berühmtheit" hier in Deutschland wohl der Tatsache verdankt, dass er ein 131er ist - also ein Film, der nach Paragraph 131 StGb wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt ist. Ein Beschluss, der nach heutigen Maßstäben nicht, beziehungsweise noch weniger, nachvollziehbar ist. Der Film sollte mittlerweile meines Erachtens nach locker als FSK 16 durchgehen.Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass diese Bemerkungen zu oben genanntem Film keine Werbung darstellen, sondern rein Informationszwecken dienen.

    Bewertung: 5/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1981 | Regisseur: Rick Rosenthal



    Halloween 3 - Season Of The Witch


    Dr. Daniel Challis kommt nach dem Tod eines seiner Patienten einem mysteriösen Komplott auf die Spur: Ein Industrieller versucht mittels mit Computerchips und einem Stück eines magischen Steins versehener Halloween-Masken Millionen von Kindern zu töten. Challis will diesen Plan verhindern.

    Wie unschwer zu erkennen ist, hat dieser Film mit "Halloween" in etwa so viel zu tun wie Ghostbusters mit einem Drama. Michael Myers hat zwar einen Cameo-Auftritt, aber das war es dann auch schon. Viele Fans schreien hier "Etiketten-Schwindel" und ich kann es ihnen nicht einmal verübeln, denn bereits im Jahr 1982 dürfte absehbar gewesen sein, dass die ursprüngliche Halloween-Version von Carpenter eine nicht gerade kleine Anhänger-Schar hat. Diesen einen völlig unpassenden Film als Halloween-Titel zu verkaufen rechtfertigt meiner Meinung nach einen empörten Aufschrei. Zum Film selber kann ich nichts sagen, da ich ihn nicht gesehen habe - nur ich habe den Vorteil, von vornherein gewusst zu haben, dass Halloween eben nicht gleich Halloween ist und mich nicht über Etiketten-Schwindel beschweren musste.

    Bewertung: keine Bewertung

    Produktionsjahr: 1982 | Regisseur: Tommy Lee Wallace



     Halloween 4 - The Return Of Michael Myers

    Michael Myers, nach der Horrornacht von 1978 wieder Insasse einer geschlossenen Psychiatrie, soll in eine andere Anstalt verlegt werden. Hierbei kommt es zu einem Verkehrsunfall, dessen einzig Überlebender der Serienmörder ist. Wieder macht er sich auf den Weg nach Haddonfield. Sein Ziel: seine 7jährige Nichte Jamie. Auf seinem Weg hinterlässt er eine Spur von Leichen, was auch der ihn verfolgende Dr. Loomis nicht vermeiden kann.

    Halloween, die vierte. Dieses Mal wieder mit dem Markenzeichen der Reihe, Mr. Myers himself. Leider muss man sagen, dass der alte Schuh Halloween nach 10 Jahren schon etwas zu stinken begonnen hat, aber zumindest muss man Regisseur Dwight Little zugestehen, dass er sein bestes gegeben hat, um den Film nicht zu einer weiteren Farce zu machen, wie es im zweiten Teil der Reihe war. Entgegen vieler anderer Meinungen sehe ich hier nicht den totalen Tiefpunkt der Serie, sondern einen Titel, der auf Grund der stellenweise wieder vorhandenen bedrohlichen Atmosphäre und der recht guten Kameraführung sogar einen Tick besser abschneidet als der zweite. Leider ist Donald Pleasence der einzige Darsteller, der wirklich auf ganzer Strecke zu überzeugen vermag, aber die anderen Schauspieler sind zumindest noch akzeptabel, wenn auch meist etwas blass. Auch wenn auf Grund des doch recht offenen wie auch vorhersehbaren Endes klar war, dass man wohl mit einer Fortsetzung rechnen darf. Schade, denn meines Erachtens nach wäre hier der Punkt gewesen, an dem man die "klassische" Halloween-Reihe hätte einstampfen können.

    Bewertung: 6/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1988 | Regisseur: Dwight Little


    Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers

    Pünktlich zu Halloween erwacht der totgeglaubte Michael Myers aus seinem Schlaf. Seine Nichte Jamie, die eine telepathische Verbindung zu ihm zu haben scheint, sitzt nach einem Messerangriff auf ihre Stiefmutter mittlerweile in einer geschlossenen Anstalt und wird nach seinem Erwachen von erneuten Panikattacken geplagt. Niemand glaubt ihr, dass Michael zurück ist - abgesehen von Sam Loomis, der aber auch keine Informationen aus ihr heraus bekommt. Die Geschichte beginnt sich zu wiederholen.

    Für mich ist Halloween 5 zusammen mit seinem Nachfolger der absolute Tiefpunkt der Reihe. Die Filme sind endgültig zu Abziehbildchen geworden, die man munter untereinander austauschen kann. Halloween 5 vermag nicht einmal mit der Atmosphäre zu punkten, wie es noch Teil 4 getan hat, sondern bietet schlicht und einfach keine Höhepunkte. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank mau, auch Pleasences' Sam Loomis wird nun zu einem Jäger ohne Erfolg degradiert und zudem auch in eine äußerst unsympathische Ecke gedrängt, er agiert mit einer gewaltigen Portion von nverigem Overacting, mehr ist da nicht mehr. Dieser Titel mag einer der härteren Vertreter der Reihe sein, aber das reißt auch rein gar nichts mehr. Unnötig wie ein Kropf auch die Geschichte eines mysteriösen schwarzen Mannes, der Michael zur Seite steht - warum wird erst im sechsten Teil der Reihe geklärt. Vermutlich ist sein Auftritt ein letzter verzweifelter Versuch, das Franchise noch ein weiteres Mal zwangsläufig melken zu können.

    Bewertung: 4/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1989 | Regisseur: Dominique Othenin-Girard



    Halloween 6 - Der Fluch des Michael Myers

    Vor 6 Jahren hat der ominöse schwarze Mann Michael aus dem Knast geholt. 6 Jahre, in denen so einiges passiert ist: Jamie wurde verschleppt und hat ein Kind geboren. Das Kind ihres Onkels: Michael Myers. Irgendwann gelingt ihr mit ihrem Kind die Flucht zurück nach Haddonfield. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis der Serienmörder wieder zuschlagen wird. Doch Dr. Loomis ist vorbereitet.

    Beim lesen der Inhaltszusammenfassung drängt sich mit Sicherheit schon der Eindruck auf, dass Halloween 6 etwas  wirr zu Gange geht - und das obwohl die Teile 4 und 5 durchaus einen interessanten roten Faden begonnen haben. Leider wird darauf verzichtet, ihn hier konsequent weiter zu spinnen, stattdessen setzt man auf die 08/15-Standard-Schnetzelei von Onkel Michael. Die Sektengeschichte, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei einem besseren Script zu angenehmen Überraschungen hätte führen können, geht leider gänzlich unter. Auch spannungstechnisch herrscht Flaute, Michael irgendwo als Silouhette auftauchen zu lassen, verliert spätestens nach dem 5. Mal seine Wirkung. Das einzige, was diesen Teil ausmacht ist das gesteigerte Gewaltpotential. Aber das war es auch schon. Der engültige Tiefpunkt ist erreicht.

    Bewertung: 2/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1995 | Regisseur: Joe Chappelle



    Halloween H20 - 20 Jahre später

    20 Jahre liegt die Nacht des Grauens von 1978 nun zurück. Die Überlebende des Haddonfield-Massakers, Laurie Strode, hat eine neue Identität angenommen. Als Leiterin einer Privatschule verbringt sie die Halloween-Nacht 1998 alleine mit ihrem Mann in genau diesem Institut. Was keiner für möglich gehalten hätte: das Jubiläum der Ereignisse von damals wird zugleich auch die Wiedergeburt ihrer Nemesis sein. Ihr Bruder Michael Myers ist zurück.

    Erfreulicherweise ignoriert Regisseur Steve Miner die Ereignisse der unausgegornene Teile 4 - 6 komplett und baut auf die Geschehnisse der ersten beiden Filme - in einem deutlich modernisierten Gewand. Schließlich hatte die Scream-Reihe dem Genre bereits frischen Wind gegeben. Vermutlich um ein junges Publikum anzusprechen ohne ihnen "die alten Schinken" aufzuzwingen, informiert H20 zu Beginn ausgiebig über das "Was bisher geschah", bevor er schließlich mit (zumindest für diese Reihe) erstaunlicher Härte, aber auch jede Menge Anspielungen und Hommagen an die alten Filme als auch an moderne Genre-Kollegen Fahrt aufnimmt, immer wieder blitzen auch (selbst-)ironische Momente auf. Spannend inszeniert und gut umgesetzt, nicht zu lang und in langweilige wie auch unnötige Zwischensequenzen verfallend ist H20 für mich das beste Sequel zu Carpenters Original.

    Bewertung: 8/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1998  | Regisseur: Steve Miner



    Halloween: Resurrection

    Eine Lebensgeschichte endet: nach all den Jahren der vermeindlichen Sicherheit und dem (erneuten) Tod ihres Bruder Michael Myers ist Laurie Strode ihm schließlich doch zum Opfer gefallen. Nachdem seine "Mission" scheinbar erfüllt ist, kehrt er zurück in das verlassene Myers-Haus in Haddonfield. Verlassen? Nein, eine Gruppe von Studenten hat sich das Haus für ein Experiment ausgesucht, welches Live im Internet übertragen wird. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

    Resurrection ist der einzige Titel der "kassischen" Halloween-Reihe, den ich nicht gesehen habe. Zu vernichtend waren die Kritiken von allen möglichen Seiten, zu unsympathisch sind mir die Darsteller, zu sehr klingt das ganze als eine Anlehnung an das Friday 13th-Prinzip. Dazu kommt, dass man mit Rick Rosenthal den Regisseur des 2. Teils am Werk hat, welcher schon damals gezeigt hat, dass er aus dem Konzept "Halloween" nichts schaffen konnte außer eine Kopie ihrer selbst. Der Film steht bei mir im Regal, ja. Aber nur aus Komplettierungswahn. Ob er früher oder später den Weg in den Player finden wird, vermag ich derzeit nicht zu sagen.

    Bewertung: keine Bewertung

    Produktionsjahr: 2002 | Regisseur: Rick Rosenthal



    Die Remakes

    Halloween

    Auf eine erneute Inhaltszusammenfassung verzichte ich bewusst, schließlich hält sich die Grundhandlung sehr genau an das Original von John Carpenter. Rob Zombie versucht hier, beim Zuschauer so etwas wie Verständnis für den jungen Michael Myers zu erwecken, indem er aus ihm ein White-Trash-Kid mit einer ganzen Latte an Problemen zu machen. Schöne Intention, doch war es für mich besonders dieses unerklärliche Böse, was die Figur ausgemacht hat. Dass der Regisseur diesen Faden dann nicht zu Ende spinnt und den Maskenmörder erst vor Laurie auf die Knie fallen lässt (warum?) um ihn dann doch am Ende als unzerstörbares Monster wieder auftauchen zu lassen ist ebenso unnötig wie die Tatsache, dass es teilweise absolut so wirkt, als sei Carpenters Original (vor allem zum Ende hin) 1:1 kopiert worden. Nur eben mit neuen Darstellern. Und einem deutlich höreren Gore-Gehalt, ab etwa der Mitte des Films wird aus der bekanntlich eher ruhigen Halloween-Reihe eine Schlachtplatte. Auch das in meinen Augen unnötigerweise. Auf dieses Remake hätte man gut und gerne verzichten können - zumindest solange, bis Zombie sich für eine Richtung entschieden hätte, statt die unterschiedlichsten Zuschauerschaften gleichzeitig beglücken zu wollen.

    Bewertung: 3/10 Punkten

    Produktionsjahr: 2007 | Regisseur: Rob Zombie



    Halloween 2

    Nach den Erfahrungen mit dem Remake des ersten Teils hat dieser Film seinen Weg in meine Sammlung nicht mehr gefunden und ich habe auch vor, es dabei zu belassen. Gesehen habe ich den Titel auch nicht, die Motivation dazu bewegte sich auf einem konstanten Nullpunkt. Wenn man sich jedoch andere Kritiken dieses Filmes anschaut, scheint Zombie hier tatsächlich seinen eigenen Weg gefunden zu haben, statt einfach nur konstant die Geschichte des Originals als Kopie nachzuerzählen. Vielmehr scheint er Versatzstücke aus den Teilen 4-6 der klassischen Reihe aufzugreifen (telepathische Verbindungen in der Familie seien hier als Beispiel genannt) und daraus eine Neuinterpretation aufzubauen - was meines Erachtens nach nicht nötig ist, denn abgesehen vom durchaus guten 7. Teil hätte eigentlich seit Teil 4 keines der Sequels mehr sein müssen. Was bleibt ist also das gute Gefühl, nichts verpasst zu haben und der Demontage der Figur Michael Myers noch weiter zuzusehen.

    Bewertung: keine Bewertung

    Produktionsjahr: 2009 | Regisseur: Rob Zombie


    So, damit hätten wir nun die Halloween-Reihe abgehandelt. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Filme - anders als noch bei Nightmare On Elm Street - keinesfalls von einer durchgehenden Veränderung gezeichnet, sondern vielmehr durch die Tatsache, dass sie bis zu 7. Teil einen durchgehenden Absturz durchmachen durften. Das kurze Aufzucken zu alten Qualitäten in Teil 4 kann man hier zwar ausklammern aber alles in allem sind die Filme dem absolut gelungenen ersten Teil zu keiner Zeit mehr auch nur nahe gekommen, was ihre Qualität anging. Sehr schade, denn trotz aller Schwächen ist Michael Myers immer noch meine Lieblingsfigur im Slasher-Subgenre. Halloween war mein persönlicher Einstieg in die Welt der Horrorfilme und somit wird sie für mich auch immer einen gewissen - speziellen - Stand haben, der mich auch über die Schwächen hinweg sehen lässt. Ich denke/ hoffe, dass ich dennoch so objektiv wie möglich an die Sache heran gegangen bin. Der Abschluss zu diesem Special werde ich euch demnächst die Geschichte um "Freitag den 13." präsentieren.

    Donnerstag, 16. August 2012

    Serientäter unter sich - 3 Größen des Horrorfilms, Teil 2

    Nachdem ich mich im letzten Beitrag zu diesem Thema, wenn auch eher unfreiwilligerweise, mit den Regisseuren der Filme beschäftigt habe, setze ich nun mein eigentliches Vorhaben um und beschäftige mich mit den Filmreihen an sich. Über die allgemeine Bedeutung und den Bekanntheitsgrad von Freddy Krueger, Jason Voorhees und Michael Myers habe ich mich ja bereits hinreichend ausgelassen, also kommen wir dieses Mal direkt zur Sache.

    Are you ready for Freddy? - A Nightmare on Elm Street


    Die Figur des Freddy Krueger ist wohl eine der bekanntesten in der modernen Horrorgeschichte. Unverwechselbar, innovativ und interessanterweise auch (zumindest meines Wissens nach) nie kopiert. Man möchte also sagen, dass der sympathische Kindermörder von nebenan ein Unikum ist, sieht man einmal vom Remake ab.  Das Problem, was Freddy gegenüber seinen Konkurrenten in diesem Beitrag hat, ist die Tatsache dass man mit der Figur auch den Schauspieler verbindet, der unter der Maske steckt. Kaum ein echter Fan würde jemand anderen als Robert Englund als den Traummörder akzeptieren - und so ist er auch das einzige Gesicht, welches über die komplette Reihe den Freddy Krueger verkörpert hat. Er hat aber auf der anderen Seite auch einen entschiedenen Vorteil: anders als Jason oder Michael ist er durchaus in der Lage, sich zu artikulieren. Was er auch in jedem Film ausgiebig und auf eine äußerst zynische und sarkastische Weise tut. Auch das ist etwas, was man zwangsläufig mit A Nightmare on Elm Street verbindet. Ob Wes Craven wohl bewusst war, dass er mit seiner Kreation einen solchen Kult und Hype schaffen würde, der zwischenzeitlich um die Nightmare-Filme betrieben wurde?

    Die Filme im einzelnen

    Nightmare - Mörderische Träume

    Angst geht um auf der Elm Street. Die von Alpträumen geplagte Tina wird im Schlaf von einem Verrückten abgeschlachtet. Ihre Freundin Nancy sieht in ihren Träumen ebenfalls einen entstellten Mann, der versucht sie umzubringen. Schnell wird klar, dass dieser Mann tatsächlich etwas mit den sich häufenden Todesfällen in der Stadt zu tun hat.

    Der erste Nightmare, da kommen Erinnerungen hoch. Eine tolle Figur, die frisch und unverwechselbar daher kommt und die eigenen Handlungen noch dazu mit einem einzigartigen Humor kommentiert. Eine unglaubliche Atmosphäre, die so heutzutage nur noch selten zu finden ist. Ein Horrorfilm, der sich zu Recht als moderner Klassiker betiteln darf und auch nach dem X-ten Mal ansehen seinen Reiz nicht verloren hat.

    Bewertung: 9/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1984 | Regisseur: Wes Craven | In einer Nebenrolle: Johnny Depp


    Nightmare on Elm Street 2 - Die Rache


    Nancy, die die alptraumhaften Geschehnisse auf der Elm Street überlebt hat, ist ausgezogen. Lange Zeit steht das Horrorhaus leer, bis schließlich Jesse mit seiner Familie dort einzieht. Es dauert nicht lange, bis der junge Mann von Alpträumen geplagt wird - und von diesen so weit in den Wahn getrieben wird, dass er tatsächlich macht, was der schrecklich entstellte Mann von ihm verlangt. Er wird zum Werkzeug für Freddy Krueger.

    Nightmare 2 ist wohl als eher außergewöhnlich zu bezeichnen, da hier schon im ersten Sequel ein anderer Weg eingeschlagen werden sollte. Die Meinung der Fans ist hier gespalten, für viele ist es der schlechteste Teil der Reihe, für andere (zu denen auch ich mich zähle) ist er einfach anders. Gut, Freddy benutzt hier keinen Klingenhandschuh (einzigartigerweise wachsen sie ihm hier aus den Fingern) und ist nur selten zu sehen. Dennoch (oder vielleicht auch deswegen?) ist der Film sehr spannend und düster ausgefallen. Immer noch sehenswert, wenn auch bereits kein Must-Have-Seen mehr. Vielleicht hat, gerade bei den jüngeren Fans, auch der Umstand, dass sich in Wes Cravens Scream eher abfällig über diesen Teil der Reihe geäußert wurde, etwas damit zu tun, dass er nicht mehr sonderlich hoch angesehen ist.

    Bewertung: 7/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1985 | Regie: Jack Shoulder


    Nightmare on Elm Street 3 - Freddy Krueger lebt


    Von den Kids aus der Elm Street sind nicht mehr viele übrig - und generell ist es ruhig geworden in der Horror-Straße. Seit einer Generation gab es keine seltsamen Todesfälle mehr. Bis schließlich die Traumforscherin Nancy in eine Irrenanstalt gerufen wird, in der es zu Zwischenfällen gekommen ist, wie sie sie nur zu gut aus ihrer eigenen Vergangenheit kennt. Freddy ist wieder da.

    Neben Robert Englund taucht in diesem Fall auch Heather Langenkamp als alte Bekannte auf, ihre Nancy hat schließlich den ersten Teil überlebt. Mit Nightmare 3 wird das Setting der Reihe von der Straße in eine geschlossene Anstalt verlegt, was atmosphärisch gut umgesetzt wurde. Wieder gibt es einige kreative Ideen zu sehen, so ist mir zum Beispiel die Marionetten-Szene dauerhaft im Gedächtnis geblieben. Generell kann der Streifen aber nicht mit der Originalität des ersten Teils mithalten. Dennoch: Ein würdiger Vertreter der Freddy Krueger-Reihe, der durch die Rückkehr zu den Wurzeln bei mir persönlich besser abschneidet als der zweite Teil.

    Bewertung: 8/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1987 | Regie: Chuck Russell | In einer Nebenrolle: Laurence Fishburn


    A Nightmare on Elm Street 4 - The Dream Master

    Nun sind tatsächlich nur noch eine Hand voll Elm Street-Kinder übrig. Und Kristen hat eine ganz besondere Fähigkeit: sie kann andere Menschen in ihre Träume holen. Ein Umstand, den der totgeglaubte Freddy Krueger dazu nutzt, sich von einem dieser Kinder aus dem wiedererwecken zu lassen - und gleich mit seinem Schaffen fortzufahren. Kristen und einige ihrer Freunde fallen ihm zum Opfer. Da er jedoch nur Kinder ermorden kann, deren Eltern direkt mit seinem Tod zu tun hatten, nutzt er die junge Alice als Medium, um auch "Unschuldige" zu erreichen. Ohne dabei zu denken, dass sie mit jeder aufgenommenen Seele auch das Wissen und die Fähigkeiten der Toten aufnimmt...

    Teil 4, neben dem ersten Teil der Reihe einer meiner Favoriten. Zwar zeigten sich schon in den älteren Teilen die Anflüge von Freddys bösartigem Humor, so richtig zum Ausbruch kommt er allerdings erst hier. Böse Witze, Anlehnungen an andere Filme und vor allem wieder eine interessante Wendung im Metaplot. Wenn man sich auf zwei oder drei Nightmare-Filme beschränken müsste, sollte dieser hier auf jeden Fall mit dabei sein.

    Bewertung: 9/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1988 | Regisseur: Renny Harlin


    A Nightmare on Elm Street 5 - Das Trauma

    Freddy Krueger ist besiegt - mal wieder. Und Alice, die Hauptfigur des letzten Teils, hat es tatsächlich auch geschafft, zu überleben. Sie ist stärker als der Traummörder - und zugleich seine einzige Chance, zurück zu kehren. So dachte man, bis ihr Ehemann und der Vater ihres noch ungeborenen Kindes auf typische Freddy-Art ermordet wurde. Was Alice nicht wusste: auch ungeborene Kinder können träumen.

    Hmm... ganz objektiv gesehen mag der 5 Nightmare-Streifen sich auf etwa gleichem Niveau bewegen wie schon sein Vorgänger. Man muss aber leider anmerken, dass es zwischen diesen beiden Filmen zu einer Art Stagnation gekommen ist. Während sich die Story oder die Titelfigur selber immer in einem gewissen Maßstab verändert oder gar verbessert haben, ist davon hier nichts zu bemerken. Zumindest hat die Kreativität aber in den Mordsequenzen gezogen, denn in der Hinsicht gibt es auch im 5. Teil frische Ideen.

    Bewertung: 7/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1989 | Regisseur: Stephen Hopkins


    Freddy's Finale - A Nightmare on Elm Street 6

    Freddy Krueger scheint am Ziel zu sein: Alle Kinder von Springwood sind tot. Nach all den Jahren erfährt nun aber seine leibliche Tochter, dass sie als Kleinkind adoptiert wurde. Die Erzieherin in einem Kinderheim beschließt, mit ihrer Teenager-Gruppe einen Ausflug nach Springwood zu machen, um nach ihren Wurzeln zu forschen. Ein fataler Fehler, denn endlich gibt es neues "Material" für Freddy.

    Teil 6, von Anfang an als großes Finale der Nightmare-Reihe gedacht, sollte das endgültige Aus für den Traummörder darstellen. Dementsprechend wollte man wohl mit einem richtigen Knaller aufwarten und hat von allem, was die Prequels ausgemacht hat, mehr in diesen Film gesteckt. Abgesehen von der Seele. Ja, Freddy's Finale bietet viel von allem - zu viel. Dauernd ein (mittlerweile oftmals dummer) Witz von einem mit zu viel Screentime versehenen Robert Englund. Aus dem beißenden, spöttischen Humor der älteren Horrorfilme ist eine (äußerst flache) Komödie geworden. Schade, aber Klassenziel verfehlt. Zugute halten muss man dem Film aber, dass über die Motive und den Werdegang des (lebenden wie auch untoten) Freddy Krueger aufgeklärt wird, die losen Fäden der Vorgänger also hier tatsächlich zusammengeführt werden.

    Bewertung: 5/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1991 | Regisseurin: Rache Talalay | Cameo-Auftritte von Johnny Depp und Alice Cooper


    Freddy's New Nightmare

    Eigentlich war Freddy Krueger tot und begraben. Sowohl in der Fiktion, als auch in der Realität. Zum 10. Jubiläum jedoch trommelt der Regisseur Wes Craven seine Crew noch einmal zusammen. Das Ergebnis soll etwas besonderes werden. Ein Abschied, an den man sich erinnert. Bis Teile des Crew sterben, mit Spuren, wie sie die von ihm erdachte Phantasie-Gestalt Freddy Krueger hinterlassen hat. Dem Traummörder ist es gelungen, vom Film in die Realität zu springen.

    Die Idee des Films an sich klingt absolut reizvoll und spricht nur wieder einmal mehr für die Fähigkeiten Cravens als Innovator. Leider hat sich der gute Mann aber dennoch verzettelt. Das Script leidet unter einigen Schwächen, wie zum Beispiel der Tatsache, dass in diesem nachgeschobenen Nightmare-Film gänzlich ohne Humor gearbeitet wird und dass die Titelfigur (fast schon wie um den Eindruck aus dem 6. Film zu negieren) zu wenig Screentime spendiert bekommt. Es wirkt, als wollte man mit aller Gewalt ein neuen, härteren Freddy schaffen - was auf der Spannungsebene auch durchaus funktioniert, die Erwartungen, welche man an die Elm Street-Filme hat, aber bitter enttäuscht. Schade, dass ist kein Reboot, wie man es sich gewünscht hätte. Gut, dass es bei einer einmaligen Sache geblieben ist.

    Bewertung: 5/10 Punkten

    Produktionsjahr: 1994 | Regisseur: Wes Craven


    Freddy vs. Jason

    Vergessen zu werden ist nie eine schöne Sache - vor allem im Falle von Freddy Krueger. Der Traummörder bezieht seine Kraft aus der Angst der Kinder, allerdings hat niemand Angst vor etwas, was er nicht kennt. So versiegt Kruegers Macht, er hat nicht mehr die Möglichkeit, sich in die Träume seiner Opfer zu schleichen. Sein Plan: ein anderes untotes Monster muss her und dafür sorgen, dass man seinen Namen auf der Elm Street wieder zu fürchten weiß. So erweckt er Jason zum Leben und zunächst scheint sein Plan aufzugehen: die älteren Einwohner verbinden ihn mit den neuen schrecklichen Morden und seine Macht wächst wieder. Dumm nur, dass ihm sein Handlanger die Opfer geradezu stiehlt. Freddy muss das von ihm geschaffene Ungetüm aus dem Weg schaffen...

    Oha. Das war mein erster Gedanke, als ich erfuhr dass dieser Film (den ich zwischenzeitig schon für eine Urban Legend gehalten habe) tatsächlich umgesetzt wird. Zwei Figuren aus Serien, die mittlerweile den Klassiker-Status haben, aber für ein neues, jüngeres Kinopublikum aufbereitet werden muss. Kann das gut gehen. Ja, es kann. Zumindest bedingt. Die Thematik ist erfreulicherweise nicht einmal schlecht getroffen und Freddy Krueger ist tatsächlich zurück, so wie man ihn früher schon mochte. Zynisch, bösartig und... nun, sagen wir einmal "kultig". Jason erfüllt seinen Zweck, auch wenn man natürlich hier nicht von einer tiefgründigen Rolle sprechen kann. Letzlich schwächelt der Clash of the titans aber in einigen Details (zwischenzeitig kommt immer wieder das Gefühl auf, bei einem weiteren modernen wie unnötigen Teeny-Slasher gelandet zu sein) und zum Schluss hin scheint man nur noch auf den Bodycount als Motivation zum weitersehen gebaut zu haben. Das CGI-Blut hätte ich lieber auf klassische Weise gesehen. Alles in allem aber dennoch ein Film, den man sich ganz gut ansehen kann, wenn die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden. In meinen Augen besser als die beiden zuletzt erschienenen Nightmare-Streifen.

    Bewertung: 6/10 Punkten

    Produktionsjahr: 2003 | Regisseur: Ronny Yu 
     

    Das Remake

    Aus persönliche Erfahrung kann ich zu diesem Film leider (?) nichts sagen. Die Kritiken aus allen möglichen Quellen, vor allem unter den Fans, waren jedoch vernichtend - was will man auch erwarten? Meiner Ansicht nach ist vor allem der Umstand, dass man mit einem Remake gerade zu so einer bekannten und beliebten Reihe einem unglaublichen Erwartungsdruck ausgesetzt ist, ein großes Problem. Noch schwerwiegender dürfte sein, dass jeder Fan mit dem Freddy Krueger zwangsläufig das Gesicht von Robert Englund verbindet, welcher nun einmal seit über 20 Jahren das Gesicht des Traummörders ist. Auf eine Bewertung verzichte ich.

    Bewertung: keine Bewertung

    Produktionsjahr: 2010 | Regisseur: Samuel Bayer


    Wenn man nun also das Remake (und das Crossover) außen vor lässt, muss man wohl unterm Strich festhalten, dass der passende Zeitpunkt für die Beerdigung der Nightmare On Elm Street-Reihe gewählt wurde. Nach der Eingangs sehr hohen Qualität der Filme, muss man ab Teil 6 einen Einbruch hinnehmen, der auch mit dem mißglückten 7 Teil nicht mehr abgewendet werden konnte, eher im Gegenteil. Wenn man sich jedoch die ersten 5 Teile her nimmt, sieht man, dass man hier eine durchaus gutklassige Horrorfilm-Serie vorgesetzt bekommt, die man sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt (ich möchte an dieser Stelle behaupten: Länger als die beiden anderen Serientäter Jason und Michael) sehr gut ansehen kann. Auch wiederholt, der Unterhaltungsfaktor ist zumindest bei mir nach wie vor gegeben. Das schöne bei den Nightmare-Titeln ist eben, dass sie nicht mit jedem neu erschienenen Titel mehr und mehr zu einem Abziehbildchen von sich selbst geworden sind, sondern mit jedem neuen Film und jedem neuen Regisseur eben auch etwas neues zu bieten hatten. Und ich bin froh, dass die Beteiligten nicht auf die Idee gekommen sind, diesen Klassiker durch etliche weitere allerhöchstens mittelmäßige Aufgüsse zu demontieren. Das Remake - auch wenn es nominell ein Nightmare-Film ist - lasse ich hierbei bewusst außen vor, da ich es nicht kenne und auch nicht kennen möchte.

    Ich kann derzeit noch nicht sagen, wann und mit welcher Reihe ich dieses Special fortführen werde. Die Tendenz geht im Moment zu Halloween, aber voraussichtlich werde ich nicht vor Mitte nächster Woche dazu kommen, den Text zu veröffentlichen.

    Dienstag, 14. August 2012

    Serientäter unter sich - 3 Größen des Horrorfilms, Teil 1

    Die Idee zu diesem kleinen Special kam mir im "Gespräch" mit Kevin von  City Of Cinema. Vielen Dank für die Inspiration ;-)

    Ein Großteil der Horrorfreunde ist in einer gewissen Form in den 80ern hängen geblieben, stammen aus dieser Dekade doch viele bekannte wie auch beliebte Titel dieses Genres. Natürlich - wenn wir es ganz genau nehmen - sind in dieser Zeit auch viele richtige Gurken entstanden. Titel, die einen großen Namen haben, von der Film-Reihe, welcher sie entstammen sollen, aber meilenweit entfernt sind. Ein solches Beispiel wird später noch genannt werden. Und dennoch sind es wohl drei Namen, die man zwangsläufig mit den 80er Jahren in Verbindung bringt, wenn man von Horrorfilmen spricht. Jason Voorhees, Freddy Krueger und Michael Myers - und natürlich die mit diesen Figuren in Verbindung stehenden Reihen. Freitag der 13., die Nightmare-Filme und Halloween. Zwei dieser "Serien" wurden von Größen des Genres ins Leben gerufen, zumindest sind sie das heute. Wes Craven zeichnet für den sympathischen Zyniker Freddy verantwortlich, während der John Carpenter, der oftmals auch als Großmeister des Horrorfilms bezeichnet wird, den Killer Myers kreiert hat. Sean S. Cunningham, der Regisseur des ersten Friday-Streifens hingegen hat in dieser Funktion keine sonderlich bekannten Beiträge mehr zum Genre geleistet, war aber immer wieder in anderer Form an solchen Produktionen - die aber großteils seinem "Friday 13th"-Universum entstammen - beteiligt.

    Die Menschen dahinter

    Let´s celebrate All Hallow's Eve: John Carpenter



    John Carpenter, geboren am 16.01.1948 wird oftmals als Großmeister des Horrorfilms bezeichnet. Und das vielleicht auch nicht ganz zu Unrecht. Viele seiner Werke sind für Genrefreunde unverzichtbarer Bestandteil ihrer Sammlung und auch über die Grenzen der bekennenden Horror-Community bekannt. Mr. Carpenter ist generell ein recht umtriebiger Typ gewesen und hat auch abseits des gepflegten Grusels viele Werke veröffentlicht, die durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad haben. Zudem scheint er einen Narren an Kurt Russell gefressen zu haben, der in einigen Titeln des Altmeisters den Hauptdarsteller gegeben hat. 

    Carpenter war an zwei der Sequels als Produzent oder Autor beteiligt.

    Filmographie als Regisseur (Auszug - nur Genreproduktionen):

    • Halloween - Die Nacht des Grauens (1978)
    • The Fog - Nebel des Grauens (1980)
    • Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
    • Christine (1983)
    • Die Fürsten der Dunkelheit (1987)
    • Sie leben! (1988)
    • Body Bags (2 Episoden, 1993)
    • Die Mächte des Wahnsinns (1994)
    • Das Dorf der Verdammten (1995)
    • John Carpenter's Vampite (1998)
    • Ghosts Of Mars (2001)
    • Masters Of Horror (Folgen Cigarette Burns + Pro-Life, 2005)
    • The Ward (2010)
    Carpenter war an folgenden Halloween-Titeln in anderer Funktion beteiligt:

    • Halloween 2 (Producer, Writer + Second Unit-Regisseur)
    • Halloween 3 (Producer)
    Zusätzlich entstammt auch das bekannte Main-Theme der Halloween-Filme der Feder Carpenters.

    Besondere Empfehlungen: Das Ding aus einer anderen Welt, Die Fürsten der Dunkelheit, Die Mächte des Wahnsinns


    1, 2 - Freddy's coming for you: Wes Craven





    Wes Craven (geboren am 02.08.1938) ist zweifelsohne einer der aktivsten Filmemacher des Genres. Viele seiner Werke sind gleichermaßen bekannt wie populär, außerdem kann man ohne Gewissensbisse sagen, dass der gute Mann gerne auch seinen guten Namen für von ihm produzierte Filme hergibt - keinesfalls ein Manko, besonders wenn man an Perlen wie "Wishmaster" denkt (leider fallen einem dabei aber auch Gurken wie "Carnival Of Souls" oder "Mindripper" schnell wieder ein). Als Regisseur fühlt sich Craven im Horror-Genre zu Hause, seine Filmographie weist kaum Werke abseits dieser Spielart auf. Dafür weisen aber viele seiner Filme einen durchaus innovativen Faktor auf.

    Filmographie als Regisseur (Auszug - nur Genreproduktionen):


    • Das letzte Haus links (1972)
    • Hügel der blutigen Augen (1977)
    • Night Kill - Eine tödliche Bedrohung (1978)
    • Tödlicher Segen (1981)
    • Das Ding aus dem Sumpf (1982)
    • Nightmare - Mörderische Träume (1984)
    • Exit - Ausgang ins Nichts (1984)
    • Im Todestal der Wölfe (1985)
    • Chiller - Kalt wie Eis (1985)
    • Die Schlange im Regenbogen (1988)
    • Shocker (1989)
    • Das Haus der Vergessenen (1991)
    • Freddy's New Nightmare (1994)
    • Vampire in Brooklyn (1995)
    • Scream - Schrei! (1996)
    • Scream 2 (1997)
    • Scream 3 (2000)
    • Verflucht (2005)
    • My Soul To Take (2010)
    • Scream 4 - Neues Spiel, neue Regeln (2011)
    Craven war an folgenden Nightmare-Titeln in anderer Funktion beteiligt:

    • Nightmare 3 - Freddy Krueger lebt (Story + Screenplay)
    • Freddy's New Nightmare (Drehbuch, Darsteller)
    Besondere Empfehlungen: Hügel der blutigen Augen, Im Todestal der Wölfe, Die Schlange im Regenbogen


    Bad luck on Friday 13th: Sean S. Cunningham



    Der Sylvesterkracher Sean S. Cunningham (Geburtstag: 31.12.1941) ist der einzige der hier vorgestellten Filmemacher, der sich auf den ersten Blick wohl definitiv nicht als Horror-Experte oder gar Ikone bezeichnen kann. Das mag zum einen daran liegen, dass seine Filmographie als Regisseur generell eher kurz ist, zum anderen daran, dass seine restlichen Genrebeiträge eher unbekannt sein dürften, zumindest gilt das offen gestanden für mich. Man hat den Eindruck, dass der Mann sich eher als Produzent sieht - und in dieser Form ein paar sehr gute und auch bekannte Beiträge auf den Markt gebracht hat. Beispielsweise sei hier die House-Reihe oder das Original als auch das Remake von "Das letzte Haus links" genannt. Oder auch das Remake zu "Freitag, der 13." Interessanterweise hat Cunningham in seiner zweiten Regiearbeit zugleich auch das Regiedebut eines der anderen Filmschaffenden in diesem Beitrag geschaffen. 1971 drehte er zusammen mit Wes Craven die Erotik-Mockumentary "Together - Die Lust zu zweit". Man mag nun mutmaßen, ob bereits bei diesem Film die Pläne für weitere gemeinsame Produktionen gereift sind, oder ob die Zusammenarbeit bei "Das letzte Haus links" mehr oder minder ein Zufall war.

    Filmographie als Regisseur (Auszug - nur Genreproduktionen)

    • Case Of The Full Moon Murders (1973)
    • Freitag, der 13. (1980)
    • Unheimlich (1982)
    • Deep Star Six (1989)
    • Trapped Ashes (eine Episode - 2006)
     Cunningham war bei folgenden "Freitag"-Titel in anderer Funktion beteiligt:

    • Jason Goes To Hell - Die Endabrechnung (Producer)
    • Jason X (Executive Producer)
    • Freddy vs. Jason (Producer)
    • Freitag, der 13. (Remake - Producer)
    Besondere Empfehlungen: Leider kenne ich keine anderen Arbeiten von Cunningham

    Man sieht also, dass diese drei Persönlichkeiten völlig unterschiedliche Schaffenskreise haben, es sie aber immer wieder in irgendeiner Form zu ihren Babies zurück gezogen hat. Im Falle von Carpenter weniger, im Fall von Cunning schon deutlich häufiger. Eines bleibt aber allen drei Herren gemeinsam: Sie haben mit ihren Filmen (zumindest mit den jeweils ersten der drei Reihen) moderne Klassiker geschaffen, die Horrorgeschichte geschrieben haben. Während der eine dabei eher auf den klassischen Grusel mit dem Schwarzen Mann Michael Myers setzte, war der andere ein Innovator, der mit einem kreativen Killer und einigen anderen außergewöhnlichen Titeln dem Genre desöfteren frischen Wind einhauchte. Nicht zu vergessen sei auch Cravens Intention dem Slasher-Film, also jenem Genre welches Carpenter mit seinen Halloween-Titeln eindeutig mitprägte, mit der Scream-Quadrilogie neuen Aufwind zu verleihen. Was ihm zumindest mit dem ersten Teil auch gelungen sein dürfte. Cunnningham hingegen ist eher so etwas wie ein Schattenmann, dessen Name wohl weitaus weniger Zuschauern ein Begriff sein dürfte. Oftmals klingelt es erst, wenn man sagt "Na der Typ, der Freitag, der 13. gemacht hat." Und dennoch ist auch er jemand, ohne dessen Arbeit der moderne Horrorfilm um eine (man möge mir den Ausdruck verzeihen, doch fällt mir kein passenderer ein) "Kultfigur" ärmer. Über die Qualität der Filme an sich mag man nun denken, was man will, Fakt ist aber, dass sowohl Halloween, die Nightmare-Reihe als auch Freitag, der 13. prägend waren und das moderne Horrorkino mitgezeichnet haben, wie nur wenige Filme.

    Ich habe mich hier mit Größen des Horrorfilms beschäftigt und so mancher Leser mag sich nun (berechtigterweise) fragen, warum hier keine Namen wie Hooper, Argento oder Romero gefallen sind. Warum werden Stuart Gordon, Lucio Fulci, Mike Landis oder Joe Dante unterschlagen? Das hat mehrere Gründe. Der erste und einfachere: Weil ich jetzt schon am Thema vorbei geschossen bin. Eigentlich sollte es sich in diesem Beitrag nicht um die Personen hinter den Filmen, sondern um die Filme selber drehen; ich hatte eigentlich gar nicht vor, ausführlicher auf Carpenter, Craven und Cunningham einzugehen. Der zweite: Jeder der anderen oben genannten Regisseure hat großartige Arbeiten abgeliefert, Romeros Zombie-Filme sind eine großartige Anatomie unserer Gesellschaft, Argento hat (zumindest mit seinen frühen Werken) aus dem Horrorfilm eine Kunstform geschaffen, die ihresgleichen sucht und Tobe Hoopers texanisches Familienporträt dürfte ebenfalls zu den modernen Klassikern gezählt werden und wäre in dieser Reihe sicherlich auch nicht schlecht aufgehoben gewesen. Und genau da liegt das Problem. Ich bin jetzt schon dem Schaffen der betrachteten Regisseure nicht gerecht geworden, was wäre also, wenn ich das Thema noch ausgeweitet hätte? Ich denke, dass es ein Fehlschlag auf ganzer Linie geworden wäre, denn eigentlich hätte jeder der vorgenannten ein eigenes Special verdient. So habe ich wenigstens eine passende Einleitung für mein eigentliches Thema gefunden: Drei große Horrorfilm-Reihen, die ich im zweiten Teil dieses Specials auch genauer beleuchten werde. Und für diesen Tei möge man mir verzeihen, dass ich für einige Filme die (mitunter echt dämlich klingenden) deutschen Titel verwendet habe. Ich wollte dadurch verhindern, dass die Originale mit ihren Remakes verwechselt werden - für den Fall, dass hier tatsächlich jemand mitlesen sollte, der die Materie nicht so gut kennt ;-).

    Samstag, 28. Juli 2012

    Waffen, Wahnsinn, Warner Brothers



    So ein Blog ist ja eine schöne Sache. Man kann Reviews schreiben, nötige und unnötige Informationen von sich selbst preisgeben... und vielleicht sogar einmal das eine oder andere ernstere Thema aufgreifen. Eine Chance, die ich heute tatsächlich einmal nutzen möchte.

    An den wenigsten von uns dürfte wohl der Amoklauf in den USA zur Premiere des neuen Batman-Streifens vorbei gegangen sein. Falls dem doch so sein sollte hier eine kurze Zusammenfassung. Während der Premiere des Films ist in Aurora, Colorado der 24jährige James Holmes mit mehreren Schusswaffen im Kinosaal Amok gelaufen. Dabei sind 12 Menschen ums Leben gekommen, zudem gab es mehrere Verletzte. Gerüchteweise hielt sich Holmes für den Joker - und war zudem an seiner Universität bereits in psychiatrischer Behandlung.

    Während wir hier in Deutschland bereits an die zwangsläufig darauf folgenden Diskussionen gewöhnt sind, blieben solche oder ähnliche Reaktionen in den USA anscheinend bislang aus, zumindest aber sind sie nicht in nennenswertem Ausmaß hier bei uns angekommen. Das ändert sich jetzt offenbar. Eigentlich liegt die Vermutung nahe, dass in einem Land wie den Vereinigten Staaten über eine Verschärfung des - zumindest nach unseren Maßstäben - sehr lockeren Waffengesetzes nachgedacht werden sollte. Wer jetzt damit gerechnet hat, liegt aber meilenweit daneben. Während einer der beiden Präsidentschaftskandidaten zumindest das Ansinnen hat, in Hinsicht auf Sturmgewehre etwas zu ändern, sieht der der andere keinerlei Handlungsbedarf. Ein trauriges Bild, wie ich gestehen muss, denn zumindest mir drängt sich hier der Eindruck auf, dass - Wahlkampf sei Dank - niemand Gefahr laufen möchte, die bekanntermaßen recht einflussreiche Waffenlobby zu verärgern. Stattdessen schießt man sich nun auf Gewalt in Filmen ein. Eine Situation, die uns nicht ganz unbekannt sein dürfte. Das irrtierende dabei ist aber, dass die kritischen Stimmen zum Gewaltlevel nicht nur aus Politik und Öffentlichkeit kommen, sondern dass Hollywood sich auch vielmehr selbst auf´s Korn nimmt. Die Weinstein-Company ist wohl einigen von uns ein Begriff, darum hier ein Statement von Harvey Weinstein persönlich:

    "It’s a question that I wrestle with all the time [...] I’ve been involved with violent movies, and then I’ve also said at a certain point, ‘I can’t take it anymore. Please cut it.’ You know, you’ve got to respect the filmmaker, and it’s a really tough issue. My heart goes out to those kids and those families."

    "I think, as filmmakers, we should sit down – the Marty Scorseses, the Quentin Tarantinos, and hopefully all of us who deal in violence in movies – and discuss our role in that.

    Mir drängt sich dabei nun die Frage auf, ob es wirklich an den Filmemachern liegen sollte, sich die Verantwortung für diese Wahnsinnstat eines Einzelnen auf die Schultern zu laden. Man möge mich an dieser Stelle nicht falsch verstehen: natürlich bin ich für einen verantwortungsvollen Jugendschutz, auch wenn ich hinsichtlich der deutschen Zensurauflagen gerne einmal neidisch zu unseren österreichischen Nachbarn schaue. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich es wichtig finde, einem heranwachsenden nicht unbedingt jedes "Machwerk" zugänglich zu machen. Es ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass ich den Handlungsbedarf nicht bei den Filmemachern sehe, sondern bei den Erziehungsberechtigten und gegebenfalls noch bei den für die Altersfreigabe zuständigen Institutionen. Meiner Meinung nach birgt ein Film oder ein Computerspiel nicht das alleinige Potential, jemanden zu einer solchen Tat zu verleiten. Es geht hierbei doch vielmehr um die Persönlichkeit eines Einzelnen, die zu solchen Bluttaten führt. Die Auslöser, oder besser gesagt die Gründe dafür, sind meines Erachtens nach zu vielfältig, um sie auf einen Film zu schieben. 

    Die New York Times hat sich des Themas auch angenommen und sie hat sich allem Anschein nach auf ein Studio eingeschossen: Warner Brothers:

    A Studio With Violence in Its Bones
    Warner Brothers and Its Decades of Violent Films

    Family films are in the DNA at Walt Disney.

    Universal Pictures has a weakness for monsters.

    And Warner Brothers? Its movies have often displayed a violent streak.

    For decades Warner’s films have frequently put the studio in the middle of a perpetual and unresolved debate over violence in the cinema and in real life. That debate has been revived after the deadly shootings last Friday in an Aurora, Colo., movie theater at an opening night showing of “The Dark Knight Rises,” from Warner.

    Ich stelle mir hier schon wieder eine Frage: warum gezielt Warner Brothers? Es gibt viele Studios in Hollywood und noch viel mehr Filme, in denen grafische Gewalt an der Tagesordnung ist - und längst nicht alle sind WB-Filme. Sicherlich, dieses Studio bedient eine bestimmte Zielgruppe recht ordentlich mit neuen Filmen, aber was soll daran verkehrt sein, wenn eben diese Zielgrupppe existiert? Und sie muss ja groß genug sein, schließlich gibt es das Studio schon ziemlich lange - ohne dass jemand auf die Idee gekommen wäre, ihm einen schwarzen Peter zuschieben zu wollen. Und die MPAA? Sagt bislang nicht viel zu diesem Thema, auch wenn eine Reaktion vermutlich nicht lange auf sich warten lassen dürfte, zumindest nicht jetzt, wo die Diskussion wieder in vollem Gange ist. Und eben diese Institution ist es, die am ehesten die Chance hätte, etwas zu tun. Nach allem was man liest, ist der Gewaltlevel in PG-13-Filmen in den letzten Jahren stetig angewachsen. Eine Entwicklung, die sich auch in manchen Filmen mit der deutschen FSK16-Freigabe abzeichnet. Wäre es jetzt nicht die logischste Schlußfolgerung, dass man über die Rating-Kriterien nachdenkt, statt auf die bösen Studios zu schimpfen, die die Filme produzieren? Natürlich, gerade wir Deutschen verbinden mit Altersfreigaben oftmals Schnitt- und Zensurauflagen (etwas, was ich an dieser Stelle ganz deutlich nicht gutheiße - Filme für Erwachsene sollten Erwachsenen auch in der vom Regisseur gewünschten Form zugänglich sein. Aber eben nur Erwachsenen. Das ist ein anderer Punkt, hier sind Kinos und Händler im Zugzwang, also passt´s nicht ganz zum Thema) - aber das ist eben meiner Meinung nach die Stelle, an der man am ehesten zugreifen kann. Die letztendliche Verantwortung für den Zuschauer kann aber niemand anders übernehmen als eben dieser selbst, im Falle von Kindern allenfalls noch die Erziehungsberechtigten.

    Trotzdem bleibt immer noch eine Frage, die wohl auf absehbare Zeit nicht geklärt werden kann: Warum zum Teufel wird wieder in Medium in die Verantwortung gezogen, statt sich den eigentlichen Problemen zu widmen. Natürlich, man kann jetzt sagen, dass nicht Waffen Menschen töten, sondern die Schützen. Sicherlich eine nicht ganz falsche Aussage. Trotzdem wäre es meiner Meinung nach sehr viel wichtiger, hier zu handeln und den Zugriff zu erschweren, statt die die Schuld jemand anderem zuzuschieben. Man schließt damit zwar sicherlich nicht den Schwarzmarktkauf und den illegalen Import aus dem Ausland aus, aber es wäre ein Ansatz, den man verfolgen könnte. Aber es ist natürlich deutlich einfacher, eine Lobby nicht zu verärgern und stattdessen die künstlerische Freiheit von anderen oder gar sich selbst einzuschränken. 

    In diesem Sinne. Ganz großes Kino!

    Quelle für die Zitate und Stein des Anstoßes: Schnittberichte.com