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Freitag, 9. November 2012

The Road

The Road (USA 2009)

Regie: John Hillcoat

Darsteller: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Robert Duvall, Charlize Theron

Laufzeit: 107:01 Minuten (uncut)
Freigabe: FSK 16


"The Road" in der OFDb
"The Road" bei Schnittberichte.com

Inhaltszusammenfassung:

Die Welt wie wir sie kannten ist ausgelöscht worden. Eine globale Katastrophe hat nur wenige Überlebende zurück gelassen, die sich nun auf einer auch von Vegetation und Tierwelt annäherend komplett befreiten Erde zurecht finden müssen. Ein Vater und sein Sohn sind auf dem Weg nach Süden, in der Hoffnung am Ozean ein besseres Leben führen zu können. Dabei begegnen sie auf ihrem Weg allerlei Gefahren. 

Kritik:

Gemeinhin kann man sagen, dass manche Namen schon für Qualität bürgen. So ist Viggo Mortensen seit seiner Hauptrolle im Herrn der Ringe in allerlei sehr guten Rollen zu sehen gewesen. Viel wichtiger für "The Road" ist jedoch nicht die Darsteller-Riege, sondern der Autor der Vorlage: Cormac McCarthy, der auch schon "No Country For Old Men" geschrieben hat. Solche Namen gehen aber auch immer mit einer Erwartungshaltung an den fertigen Film einher, man durfte also gespannt auf das Ergebnis sein.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Children Of Men | Dystopia

Children Of Men (USA/ GB/ JP 2006)

Regie: Alfonso Cuarón

Darsteller: Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Paul Sharma u.a. 

Laufzeit: 104:39 Minuten (uncut)
Freigabe: FSK 16

Children of Men in der OFDb
Children of Men bei Schnittberichte.com


Inhaltszusammenfassung:

Wir schreiben das Jahr 2027. Seit 18 Jahren wurden keine Kinder mehr geboren, die Menschheit ist unfruchtbar. Der Alltag ist trist und grau, Einwanderer werden in England in Internierungslager geschafft und die Kriminalität regiert die Straßen. Theodor (Clive Owen) ist ein kleiner Regierungsangestellter, der jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben hat - bis seine Ex-Frau Julianne (Julianne Moore) Kontakt zu ihm aufnimmt. Sie ist Mitglied einer Untergrundorganisation und bittet ihn, Reisepapiere für eine junge Frau zu beschaffen - eine schwangere Frau. Theodor beginnt die Resignation abzustreifen und sieht die Frau als das, was sie möglicherweise ist: die letzte Chance für die Menschheit. Er beschließt zu helfen und gerät dabei zwischen alle Fronten.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass ich den Film schon eine ganze Weile auf dem Schirm hatte (er wurde mir von meiner Freunin ans Herz gelegt), ohne mich jedoch dazu durchringen zu können, ihn mir auch anzusehen. Zusätzlich ausschlaggebend war nun ausgerechnet der gestrige Media Monday, bei dem "Children Of Men" an einigen Stellen als der definitive Science Fiction-Film gefeiert wurde. Und das ist natürlich eine Herausforderung für mich gewesen, weswegen der Titel unbedingt gesichtet werden musste. So viel vorab: ich habe es nicht bereut.

Montag, 15. Oktober 2012

Bloody Sunday - Blutsonntag | Authentische Geschichte

Inhaltszusammenfassung:


Am 30. Januar 1972 kommt es bei einer eigentlich friedlichen Demonstration im nordirschen Derry zu Ausschreitungen einiger weniger Demonstranten. Die Armee, unterstützt von Fallschirmjägereinheiten greift durch und es kommt zu einem Massaker in den Straßen der Stadt. Der Tag wird in die Geschichte eingehen als berüchtigte "Blutsonntag".



Kritik:

Ich muss sagen, dass ich diese speziellen Filme liebe, die einen gewissen dauerhaften Eindruck hinterlassen und sich während des anschauens wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen - Martyrs, Inside oder Irreversibel lassen grüßen. Es geht aber auch ganz anders. "Bloody Sunday" lässt den Zuschauer auch mit genau diesem Gefühl zurück, nur kann man dem in diesem Fall nur wenig positives abgewinnen. Das vorherrschende Gefühl nach dem Ansehen: Wut.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Gone

Inhalt:

Teenager Jill hat noch immer mit einem traumatischen Erlebnis zu kämpfen. Vor einem guten Jahr wurde sie von einem Serienmörder entführt und konnte nur knapp entkommen. Als ihre jüngere Schwester Molly eines Nachts spurlos verschwindet, ist Jill überzeugt, dass derselbe Verbrecher dahinter steckt. Das einzige Problem: Die Polizei schenkt ihr keinen Glauben und hält Molly im Gegenteil für geistig verwirrt. Um ihre Schwester zu retten, bleibt Molly nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu fahnden.





Kritik:

Gone lockte mich mit folgender Aussage auf dem DVD-Cover: "Dieser Thriller fesselt auch ohne Gewaltexzesse." Dazu Amanda Seyfried, die ich ohnehin gerne sehe, ist sie für mich doch nicht die typische, blondierte Hollywood-Schönheit, und Wes Bentley, der seine Qualitäten für mich bereits mit "American Beauty" und "Die Tribute von Panem" unter Beweis gestellt hat und den man leider viel zu selten zu sehen bekommt. Ich liebe Thriller, jedenfalls mehr als Horror. Spannend muss es sein, da sind Schauwerte für mich nebensächlich.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Skinheads 88

Inhaltszusammenfassung:


Eine Skinhead-Gang, "Russland 88" genannt, filmt zu Propaganda-Zwecken Videos, um sie anschließend ins Internet zu stellen und so einer breiten Masse zugänglich zu machen. Dabei umfassen einige Aufnahmen auch unbemerkt das alltägliche Leben der Gang: Der Konsum von Zigaretten, Alkohol und das Anpöbeln von Ausländern wird gefilmt. Diese nehmen den anständigen Russen laut Meinung der Gang die Arbeit weg und verunreinigen den Gen-Pool. Bald schon wird die Videokamera zu einem dauerhaften Begleiter auf ihrem Weg. Dabei kommt zum Vorschein, dass die Schwester des Gangleaders Blade einen kaukasischen Jungen datet. Diese Entdeckung führt zu einem Familiendrama, welches in eine Tragödie endet, da die Familiensituation ohnehin schon äußerst angespannt ist, denn sowohl Blades Schwester, als auch sein Vater nehmen ihn nicht ernst... (filmstarts.de)





Kritik:

Da haben wir ihn nun also, einen Film der vor seiner (offiziellen) Veröffentlichung teilweise äußerst erhitzt diskutiert wurde. Viele waren auf Grund der Berichterstattung der Ansicht, dass es sich um einen Titel handelt, den man auf Grund seiner NS- und Gewaltverherrlichung boykottieren sollte. Andere waren der Meinung, dass man dem Streifen trotzdem eine Chance geben sollte. Dann gab´s da noch die dritte Fraktion,d ie sich wegen seiner NS- und Gewaltverherrlichung einen runter... ach, vergessen wir die arischen Glanzlichter lieber. Was taugt "Skinheads 88" nun wirklich? Und was hat es mit der Zensur für die FSK18 auf sich?

Dienstag, 18. September 2012

London Boulevard - "Let me take you by the hand and lead you through the streets of London"

Inhaltszusammenfassung:


Als Krimineller hat man es nicht leicht. Mitchell ist gerade frisch aus dem Knast entlassen worden, als ihn seine Vergangenheit auch schon wieder einholt. Sein alter Kumpel Billy versucht ihn dazu zu überreden, mit ihm zusammen für den Gangsterboss Gant als Schuldeneintreiber zu arbeiten. Mitch weigert sich, zunächst Billy gegenüber und schließlich auch, bei einem persönlichen Treffen, Gant gegenüber. Stattdessen taucht er unter. Zwar schlägt er das Angebot der Schauspielerin Charlotte, ihr "Mädchen für alles" zu werden aus, dennoch kommen die beiden sich näher. Für Gant die Gelegenheit, Mitchell doch noch zu einer Zusammenarbeit zu "überreden". 


Kritik:

Mit "London Boulevard" liefert William Monahan hier seinen Regie-Erstling ab. Das Genre des Gangster-Films mag hier vielleicht kein allzu leichtes Pflaster sein, haben doch bereits Größen wie Quentin Tarantino oder Guy Richtie in ebendiesem debutiert und Ergebnisse vorgelegt, die mittlerweile (zumindest im Falle von Reservoir Dogs) zum Kult avanciert sind. Auf der Habenseite kann Monahan zumindest zwei bekannte Hauptdarsteller (Colin Farrell und Keira Knightley) vorweisen, wobei zumindest Farrell ja auch bereits über Erfahrungen in diesem Bereich verfügt. Aber reicht das aus, um sich mit Reservoir Dogs oder Bube, Dame, König, Gras messen zu können?

Sonntag, 26. August 2012

Machine Gun Preacher

Inhaltszusammenfassung:

Gerade aus dem Knast entlassen hat der Outlaw-Biker Sam Childers nichts besseres zu tun, als gleich wieder mit seinem Kumpel Donnie auf Achse zu gehen. Die beiden nehmen Dealer aus, sind selber drauf... das volle Programm. Bis zu diesem Tag, an dem Sam einen Anhalter (vermeintlich) umlegt. Etwas in ihm schreit nach Läuterung. Er wendet sich Gott zu - und in seinem Namen den Waisenkindern im Sudan. Und das mit durchschlagskräftigen Methoden.



Kritik:

Es ist bei autobiografischen Werken immer relativ schwer zu erkennen, wie viel Wahrheit nun dahinter steckt, was einfach nur reißerisch aufgemacht ist und was eventuell gar nicht den Tatsachen entspricht. Da kommt es einem solchen Film natürlich zu Gute, dass die Art des Konflikts und die generelle Thematik immer irgendwo aktuell ist. Leider.

Leider muss man auch gleich Eingangs erwähnen, dass speziell die Wandlung Childers unter einem recht schwachen Drehbuch krankt. Erst ist er noch der brutale Outlaw-Biker und binnen 5 Minuten Laufzeit hat er sich zu einem gottesfürchtigen Christen gemausert, der zudem auch noch seinen Job als Handwerker mal so eben erlernt zu haben scheint. Hier lässt der Film leider etwas an Authentizität und Glaubwürdigkeit missen. So beschäftigt sich etwa die erste halbe Stunde damit, dass er plündert, raubt und mordet, 5 Minuten später steht er als geläuterter Handwerker auf einer Baustelle und will von seiner Vergangenheit nicht mehr viel wissen. Fahrt nimmt er schließlich erst nach der ersten Stunde auf - das dafür dann aber auch gewaltig. Er ist spannend erzählt und hält den Zuschauer tatsächlich dazu an, dabei zu bleiben. Stark umgesetzt sind hierbei vor allem die Szenen, in denen Childers in seiner Kirche als Prediger auftritt. Sehr schön auch die Darstellung der immer mehr unter dem Engagement des Mannes leidende Familiensituation, die auseinander brechen zu droht. Die Aufenthalte im Sudan hingegen entbehren zwar auch nicht einer gewissen Dramatik und Spannung, sind aber meines erachtens nach etwas "Larifari" erzählt - und vor allem ohne die vom ach so gläubigen Christen ausgeübte Gewalt in irgendeiner Form zu reflektieren. Vielmehr vermittelt er den Eindruck, dass der Zweck in diesem Falle die Mittel heiligt. Ob das nun wirklich so sein darf, darf nun jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass "Machine Gun Preacher" in diesen Passagen die Grausamkeiten des Bürgerkrieges mit teilweise recht brachialen Bildern darstellt und dabei auch Themen wie Kindersoldaten, ethnische Säuberungen und ähnliches nicht auslässt. Was man bemängeln muss ist die Tatsache, dass dem Zuschauer komplett verschlossen bleiben würde, dass sich die Handlung des Films über einige Jahre erstreckt, wenn da nicht das sichtliche Altern der Tochter wäre. Alle anderen Charaktere scheinen hingegen vom Highlander abzustammen. Unfähigkeit zu Altern inklusive. Alles in allem ist die Geschichte aber spannend erzählt, auch wenn für mich die (vielen) ruhigen Parts die eigentlichen Highlights darstellen, nicht die Actionsequenzen.

Auf der darstellerischen Seite kann man sich nicht beschweren. Gerard Butler gibt den Sam Childers überzeugend und war offenbar mit Herzblut dabei. Ansonsten konnte aber nur Michael Shannon als dessen bester Freund Donnie wirkliche Akzente setzen, der Rest des Casts war routiniert bei der Sache - ohne dabei aber wirklich zu glänzen. Für mich als Zuschauer stellt sich zudem die Frage, ob wohl einer der Darsteller auf die Idee gekommen ist, einen Teil seiner Gage an die bedürftigen Kinder zu spenden, die hier die eigentliche Hauptrolle spielen (sollten).

Auf der Effektseite gibt es nicht viel zu vermelden. Einige der gezeigten Bilder sind relativ drastisch, auch wenn sie natürlich mit Sicherheit nicht mit den echten Grauen des Krieges mithalten können. Es scheint aber so, dass man bewusst nicht auf einen Overflow gesetzt hat, sondern sich auf eine eher realistische Darstellung konzentrieren wollte. Das tut der ernsten Thematik des Streifens natürlich gut. Verstärkt wird die Wirkung noch einmal dadurch, dass es tatsächlich fast immer Kinder sind, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Sei es nun als Opfer oder als Täter. Hart.

Fazit: 

"Machine Gun Preacher" ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, zu groß die Löcher im Drehbuch - besonders zu Anfang des Filmes - und zu hoch die Glorifizierung des Charakters Sam Childers und seiner Handlungsweisen. Dennoch ist es ein Streifen, der den Zuschauer mit einem äußerst unguten Gefühl in der Magengegend zurück lässt und über weite Strecken zu überzeugen weiß. Ich denke auch, dass er sehr gut dazu geeignet ist, schon längst vergessen, aber immer noch aktuelle Konflikte wieder ein bisschen in den Hinterkopf zu rufen.

Bewertung: 7/10 Punkten


Montag, 16. Juli 2012

Buried - Lebend begraben

Inhaltszusammenfassung:

Das ist das Schicksal von Paul, einem amerikanischen Lastwagenfahrer und Familienvater, der in einem Holzsarg aufwacht. Er wurde lebendig begraben und weiß weder, wer ihm das angetan hat, noch warum. Seine einzige Chance, diesem Alptraum zu entkommen, ist ein Handy. Schlechter Empfang, ein rapide schwindender Akku und Sauerstoffmangel sind die schlimmsten Feinde in seinem Wettlauf gegen die Zeit: Paul hat nur 90 Minuten, um gerettet zu werden.


Kritik:


Ein Mann, ein Sarg, ein Handy. So oder so ähnlich zumindest lässt sich das Grundgerüst von "Buried" kurz und knapp zusammenfassen. Klingt zunächst nach 90 Minuten gepflegter Langeweile - gelingt es Regisseur Rodrigo Córtez und Hauptdarsteller Ryan Reynolds, aus diesem Thema einen Film zu machen, der unterhalten kann?

Zunächst einmal muss man sagen, dass es dem Team wunderbar gelungen ist, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die dauernd zwischen Depression, Wahnsinn und Wut hin- und her pendelt. Ich persönlich habe mir noch keine Gedanken darum gemacht, wie es wohl wäre, lebendig begraben zu werden, aber ja, ich stelle mir durchaus vor, dass die Grundstimmung sehr gut eingefangen wurde. Córtez gelingt es, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, zusammen mit Trucker Paul Conroy in seinem Sarg irgendwo im Irak eingegraben zu sein. Klaustrophobisch, böse, morbide... kurzum: einfach nur gelungen.

Die Handlung selber ist kurz gehalten. Conroy wird als einzige Überlebender eines Truckkonvoys im Irak als Geisel in einem Sarg vergraben. Aus dieser Kiste kommt er nur raus, wenn innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens ein Lösegeld von 5 Millionen Dollar an den Kidnapper gezahlt wird. Zunächst ist die Thematik natürlich kein Novum, die Umsetzung aber auch hier mehr als gelungen. Córtez baut eine konstante Spannung auf, in der er immer wieder mit den Hoffnungen seiner Hauptfigur, ihrer Enttäuschung und ihren Gedankengängen spielt. Natürlich sollte man keine Wunder erwarten, denn wie bereits erwähnt: Ein Mann, ein Sarg. Durch das Handy kommt aber immer wieder eine gewisse Flexibilität in die Geschichte, sei es nun durch die verzweifelten Versuche Conroys, seine Familie zu erreichen, sei es durch das verlogene Verhalten des Rettungstrupps und seines Arbeitgebers oder die neuen und immer grausameren Forderungen des Erpressers. Der Zuschauer wird in die Geschichte gezogen und auch erst am Ende wieder losgelassen. Es geht ausgesprochen kurzweilig zu, auch wenn dieser Streifen mit Sicherheit keine Empfehlung für einen Partyabend ist. Abzüge in der B-Note gibt es jedoch für den Umstand, dass es schon unwahrscheinlich scheint, wie viel auf einmal dem guten Mann zustößt (um nicht zu spoilern, möchte ich mir gerne hier jedlichen Kommentar sparen). Hier wäre weniger zu Gunsten der Glaubwürdigkeit bestimmt mehr gewesen. Ebenfalls schade ist die Tatsache, dass "Buried" einer dieser Filme ist, die nach einem Mal anschauen jeglichen Reiz verlieren. Sehr schade ist auch, dass das Ende des Films spätestens ab der halben Laufzeit vorher zu sehen ist. Zwar hat Córtez kurz vor dem Schluß noch einen etwas überraschenden Joker zur Hand, der aber auch nur für einige Augenblicke davon abzulenken vermag, dass man im Grunde ohnehin schon wusste, was passieren wird.

Die darstellerische Leistung ist für mich die größte Überraschung des Filmes gewesen. Natürlich muss man sich von Anfang an darauf einlassen wollen, es 90 Minuten lang ausschließlich mit Ryan Reynolds zu tun zu bekommen. Wer die früheren Filme des guten Mannes kennt, mag vielleicht nicht glauben, dass er eine doch sehr ruhige Rolle ohne jeglichen Action-, Liebes- oder Comedyanteil konsequent zu geben vermag, aber: er kann es. Man nimmt ihm die Rolle des Paul Conroy von Anfang an ab - und man zweifelt auch im Verlauf des kompletten Filmes nicht daran, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der einfach nur verzweifelt ist. Hier ziehe ich absolut meinen Hut, diese Leistung hätte ich Reynolds in diesem Umfang nicht zugetraut.

Effektemäßig darf man natürlich nicht viel von "Buried" erwarten, auch hier muss man sich den einzigen Handlungsort wieder vor Gesicht führen. Dennoch macht das Team seine Aufgabe sehr gut, interessante Kamerafahrten (soweit es das Setting zulässt), die die düstere und klaustrophobische Grundstimmung noch weiter verstärken, dunkel gehaltene Bilder und spartanische Beleuchtung. Understatement passt aber ziemlich gut zu allem anderen, was "Buried" dem geneigten Filmfan bietet.


Fazit:


"Buried" ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man sollte natürlich kein großes Popcorn-Kino erwarten, sondern sich auf einen spannungsgeladenen und bedrückenden Thriller mit einer nicht zu knappen Dramaschlagseite einstellen, der von Anfang bis Ende zu unterhalten weiß.


Bewertung: 8/10 Punkten


Keine Fassungsangaben bei Schnittberichte.com

Sonntag, 27. Mai 2012

The Nines - Dein Leben ist nur ein Spiel

Inhaltszusammenfassung:

Als der TV-Serienstar Gary unter Alkohol- und Drogeneinfluss einen schweren Autounfall verursacht, wird er unter Hausarrest gestellt. Seine einzigen Kontakte in die Außenwelt sind ein Lieferservice und seine Publizistin. Später gesellt sich entgegen aller Auflagen noch seine Nachbarin Sarah hinzu. Irgendwas stimmt jedoch nicht mit der Luxus-Villa, in der man Gary untergebracht hat. Es scheint zu spuken - und immer wieder wird Gary mit der Zahl 9 konfrontiert, die offenbar eine besondere Rolle in seinem Leben einzunehmen scheint. Auch der Drehbuchautor Gavin und der Spieleprogrammierer Gabriel werden immer wieder mit seltsamen Ereignissen konfrontiert. Und auch in ihrer Welt nimmt die "9" eine immer größere Bedeutung ein.



Kritik:

Dass Ryan Reynolds tatsächlich als ernstzunehmender Schauspieler agieren kann, weiß man spätestens seit dem wirklich guten "Buried". Vielen ist aber sein früherer Gehversuch auf diesen Pfaden, "The Nines" nicht bekannt, was wohl in erster Linie daran liegen mag, dass der Titel schlappe 5 Jahre brauchte, um überhaupt in Deutschland veröffentlicht zu werden. Hatte das vielleicht seine Gründe?

Man muss einleitend sagen, dass man es bei "The Nines" mit einem Episoden-Film zu tun hat, wobei die einzelnen Teile durch einen Metaplot verbunden sind. Einen Teil der Story-Verwebung löst man nach der zweiten Geschichte auf, beziehungsweise man verknüpft die einzelnen Parts miteinander. Dem Film tut das allerdings nicht gut. Die Geschichte ist langweilig erzählt, es gibt keinen durchgehenden Spannungsbogen, ja nicht einmal so etwas wie Spannung an sich. Das einzige, was man "The Nines" in dieser Hinsicht wirklich zu Gute halten muss, ist dass die Handlung selber ausnahmsweise nicht ausgelutscht ist, sondern zumindest mir in der Form noch nicht untergekommen ist. Leider rettet das aber nicht viel, denn eine interessante Geschichte, die so erzählt wird, dass man ihr nicht gut und vor allem mit Motivation folgen kann, macht immer noch keinen guten Film aus. Hier wäre etwas mehr Spannung und etwas weniger Undurchsichtigkeit mit Sicherheit ein angebrachteres Mittel zum Zweck gewesen. Sehr schade ist auch, dass der Film einen zum Schluß mit vielen offenen Frage in der Luft hängen lässt. Für einige mag das ein Antrieb für einen erneuten Durchlauf sein, für mich hingegen ist es ein absolutes No-Go. Zwar gibt es zwischendurch immer wieder Andeutungen darauf, dass es sich bei Gary/ Gabriel/ Gavin lediglich um virtuelle Alter Egos handelt (Electronic Arts lässt grüßen, Sims-Kenner werden wahrscheinlich spätestens an dieser Stelle erleuchtet werden), was nun aber die mysteriöse "9" zum Ausdruck bringt und warum Koala-Bären eine "8" darstellen bleibt ebenso wie viele andere Fragen unbeantwortet. Das Grundthema (zumindest vermute ich, dass es das sein soll) wurde mit Sicherheit gut getroffen, besonders wenn man an die vielen Berichte über zum Beispiel WoW-Süchtige denkt, aber auch das kann nicht viel retten. Ich würde an dieser Stelle gerne sagen, dass man es hier mit intelligenter Unterhaltung zu tun hat, leider fehlt der Unterhaltungsaspekt aber über große Teile des Films komplett. Das äußerst unbefriedigende Ende setzt dem Ganzen dann abschließend noch die Krone auf. Man sollte auch nicht zu sehr nach der Inhaltsangabe gehen, welche durchaus einen Mystery-Thriller versprechen könnte - es handelt sich hier defintiv nicht um einen solchen!

Auf der Haben-Seite kann "The Nines" aber durchaus die Schauspieler verbuchen. Die drei Hauptdarsteller Melissa McCarthy, Hope Davis und Ryan Reynolds sind in jeder Episode in unterschiedlichen Rollen anzutreffen - und sie verkörpern sie wirklich gut. Man nimmt den Darstellern ihre Charaktere zu jeder Zeit ab, auch wenn sie alle grundlegend unterschiedlich angelegt sind. Hier zeigt sich schon, was Reynolds gerade erst mit "Buried" noch einmal untermauern konnte: in diesem Sunnyboy steckt ein Schauspieler, der durchaus auch für ernsthafte Rollen gecastet werden kann. Die Leistungen von McCarthy und Davis sind ähnlich gut anzusehen. Beeindruckend ist aber auch die Leistung der heute (!) dreizehnjährigen Elle Fanning, welche ebenfalls in jeder Episode zu sehen ist, auch wenn ihre Rolle wohl am ehesten ein Verbindungsglied zwischen den einzelnen Handlungssträngen darstellt.

Fazit:

Unter´m Strich bleibt "The Nines" eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Eine eigentlich interessante Story und sehr gute Darsteller reißen leider die gepflegte Langeweile, die offenen Fragen und das unbefriedigende Ende nicht aus dem Dreck. Die Vergleiche mit Memento oder den Werken von Lynch sollte man mit Vorsicht genießen.


Bewertung: 2/10 Punkten