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Freitag, 12. Oktober 2012

Stan Nicholls - Die Orks - Blutrache

Klappentext:

In ihrer neuen Heimat Ceragan führen die Orks ein friedliches, beschauliches Leben. Zu beschaulich, wie manche meinen! So kommt Oberbefehlshaber Stryke der Auftrag des Zauberers Arngrim gerade recht, die im fernen Acurial von Menschen versklavten Artgenossen zu befreien. Zumal an der Spitze der Unterdrücker eine alte Bekannte steht: die Hexe Jennesta. Doch die Befreiungsaktion erweist sich für die Ork-Krieger als ultimative Herausforderung...





Kritik:

Nachdem der erste Band mich ja doch ziemlich begeistert hat, war die Spannung - und nicht zuletzt natürlich auch die Vorfreude - auf "Blutrache" natürlich schon relativ hoch. Wie jeder, der sich schon einmal tiefergehend mit Fortsetzungen beschäftigt hat weiß, ist in solchen Fällen natürlich auch die Gefahr recht groß, bitter enttäuscht zu werden. Und wie ich leider sagen muss, ist diese Gefahr in diesem Fall zumindest teilweise zur traurigen Realität geworden.

Samstag, 29. September 2012

Snow White and the Huntsman

Inhalt:

Als die grausame Königin Ravenna erfährt, dass die junge Snow White sie nicht nur an Schönheit übertrifft, sondern auch dazu bestimmt ist, das Königreich zu führen, scheint Snow Whites Schicksal besiegelt: Ravenna heuert den Huntsman an, um die Prinzessin zu töten. Snow White kämpft verzweifelt um ihr Leben. Von ihrer Tapferkeit beeindruckt, ermutigt der Huntsman sie, ihrer Bestimmung zu folgen und den Kampf gegen die böse Königin aufzunehmen. Seite an Seite ziehen sie schließlich in die alles entscheidende Schlacht.





Kritik:

"Snow White and the Huntsman" und "Spieglein, Spieglein" zogen angeblich als Konkurrenten in die Kinoschlacht. Wirklich verstehen kann ich das nicht. Denn während "Spieglein, Spieglein" laut, schrill und bunt ist, ist "Snow White and the Huntsman" genau das eben nicht. Es ist actiongeladener und düsterer. Hier kommt es auf den Geschmack des Zuschauers an. Für mich war von Anfang an klar, dass ich mir "Spieglein, Spieglein" nicht ansehen werde, aber auf diesen Film hier war ich sehr gespannt und fieberte ihm sogar ein klitzekleines bißchen entgegen.

Montag, 24. September 2012

Mark Lawrence - Prinz der Dunkelheit | "Rache ist Blutwurst"

Klappentext:

Die Dunkelheit ist nicht das Ende, sie ist erst der Anfang.

Als Kronprinz Jorg mit ansehen muss, wie seine Mutter und sein Bruder ermordet werden, bricht für ihn eine Welt zusammen. Sein Vater, der König, unternimmt jedoch nichts, und so schwört Jorg Rache und schart eine Horde Gesetzloser um sich. Mordend und brandschatzend ziehen sie durch das Land und sind weithin gefürchtet. Doch Jorgs Rachefeldzug hat gerade erst begonnen - denn ein finsteres Schicksal voller Blut und Magie erwartet ihn...

(Quelle: Amazon.de)


Kritik:

Bei diesem Roman von Mark Lawrence handelt es sich um sein Debut - was ja nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten muss. Auf der anderen Seite wird man sich nach dem Lesen des Klappentextes wohl zwangsläufig denken "Das kenne ich doch schon irgendwie". Ja, einen Innovationspreis wird das Buch tatsächlich nicht gewinnen, es bleibt nun also abzuwarten, ob die inneren Werte stimmen, wenn man schon eine oft durchgekaute Geschichte vorgesetzt bekommt.

Montag, 10. September 2012

"Ein B-Movie in Romanform" - Sandman Slim: Höllendämmerung

Klappentext:

Früher war Stark der beste Magier von Los Angeles. Bis ein neidischer Konkurrent seine Freundin ermordete und ihn - im Wortsinn - zur Hölle schickt. Als Stark nach zehn Jahren die Flucht gelingt, kennt er nur ein Ziel: Rache. Und wer in der Unterwelt überlebt, ist eigentlich gegen jeden Gegner gewappnet. Doch neben Menschen, Engeln und Teufeln treibt noch eine weitere übermenschliche Spezies in L.A. ihr Unwesen, vor deren Macht und Bosheit alle Höllenfeuer verblassen...




Kritik:

Was für eine Unsitte ist das eigentlich im Moment, dass so viele Bücher im Präsens und der ersten Person geschrieben sind? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dieser Schreibstil schon öfters von Spontankäufen auf Grund interessanter Klappentexte abgehalten hat und ein solcher Kandidat wäre vermutlich auch dieses Buch hier gewesen. Nun war "Höllendämmerung" aber ein Geschenk meiner besseren Hälfte, was also schon einmal ein sehr guter Grund dafür war, des doch zu lesen ;-).

Sonntag, 9. September 2012

Drive Angry

Inhalt:

Das Baby einer ermordeten jungen Frau soll in einem satanischen Kult geopfert werden. Dumm nur, dass dieses Baby die Enkeltochter von Milton (Nicholas Cage) ist. Der entflieht nämlich der sprichwörtlichen Hölle, um die Kleine zu retten. Er hat drei Tage Zeit für seinen Rachefeldzug, bei dem er Chaos und Zerstörung hinterlässt. Unterwegs gabelt er Piper (Amber Heard), eine Kellnerin auf, die ihn begleitet. Verfolgt werden die beiden nicht nur von der Polizei, sondern auch von einem Mann im Anzug, dem Buchhalter (William Fichtner), der nicht nur des Teufels Anwalt zu sein scheint, sondern Milton zurück in die Hölle holen will.


Dienstag, 4. September 2012

Kyle XY

Inhalt:

Der 16-jährige Kyle wacht in einem Waldstück nahe Seattle auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Er benimmt sich wie ein Kleinkind, weiß einfachste Dinge nicht, ist aber gleichzeitig ein Mathe-Genie. Zudem hat Kyle keinen Bauchnabel. Eine Psychologin kümmert sich um ihn und stellt bald fest, dass es sich bei ihm um keinen normalen Patienten handelt. Obwohl sie mit ihrem Ehemann bereits zwei Kinder hat, nimmt sie ihn bei sich zu Hause auf.





Kritik:

Was Science-Fiction und Fantasy angeht, bin ich immer sehr skeptisch, denn eigentlich sind beide Genres mit einigen Ausnahmen nicht unbedingt meine Welt. Und eigentlich hab ich mir Kyle XY nur aus einem Grund angeschaut: ich fand einige Tage vorher Jean-Luc Bilodeau in einem anderen Film äußerst sympathisch, sah mir seine Filmographie an, ob es da vielleicht noch mehr sehenswertes gibt und stolperte somit über Kyle XY. Der Name sagte mir etwas, aber die Serie ist damals komplett an mir vorbei gegangen. Ich hatte keine Ahnung, worum es ging. Und als ich mich informierte, zweifelte ich dann doch. Viele Serien scheitern bei mir ab dem Zeitpunkt, an dem die riesigen und ungeheuerlichen Verschwörungstheorien zu sehr in den Vordergrund rücken (so geschehen bei Akte X, Flashback und Fringe, die ich bis zum genannten eitpunkt geliebt habe). Die Befürchtung hatte ich im Fall Kyle XY auch.


Sonntag, 19. August 2012

Die Tribute von Panem - The Hunger Games

Inhaltszusammenfassung

In der nahen Zukunft ist die USA zusammengebrochen. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung, die jedes Jahr grausame Gladiatorenspiele veranstaltet, bei der nur eine einzige Person überlebt. 24 Jugendliche aus 12 verschiedenen Distrikten nehmen an den Spielen teil. Als die kleine Schwester der sechzehnjährigen Katniss (Jennifer Lawrence) antreten soll, nimmt Katniss ihren Platz ein. Ebenfalls ausgewählt wurde der Junge Peeta (Josh Hutcherson), den sie seit ihrer frühesten Jugend kennt. Obwohl sie befreundet sind und Peeta ihr vor Turnierbeginn sogar seine Liebe gesteht, verlangen die Regeln des Spiels, dass sie von nun an Feinde auf Leben und Tod sein müssen. Zusammen versuchen sie, die Regeln zu umgehen und gemeinsam lebend dem perfiden Spiel zu entkommen...





Kritik:

Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass ich alle drei Romane regelrecht inhaliert habe. Vielleicht war das der Fehler im System. Aber ich will nicht vorweg greifen. Ich war extrem gespannt auf den Streifen, eben weil mir die Bücher unglaublich gut gefallen haben. Dann erfuhr ich, dass das Release-Datum für den DVD-Verleih der 18.08. ist, in unserer Videotheken-Kette sollte der Film jedoch schon am 16.08. erscheinen. Ich war so verrückt, denen sogar noch einen Tag vorher die Bude einzurennen. Nada. Gut, dann eben doch Donnerstag probieren. Auch nichts. Meine Enttäuschung war grenzenlos. Ich habe burnedeyez dann aber genötigt zu einer anderen, größeren Videothek dieser Kette zu fahren, und siehe da, sie sortierten gerade den Film ein. Was war ich glücklich. Ich bin extra (kostenfrei) beigetreten, nur um die BluRay an mich reißen zu können.

Gestern haben wir den Streifen dann rein gelegt. Ich hab mir schon vorgenommen, dass ich mich mit Vorurteilen zurück halten will, weil erfahrungsgemäß Buchverfilmung nie so gut sind wie die Vorlagen. Zumindest empfinde ich das so. Über die ersten kleinen Schnitzer konnte ich hinweg sehen: Dinge, die sich plötzlich im Film anders verhalten als im Buch, wie etwa die Vorgeschichte der Spottölpelbrosche. Zu Gunsten der Story und der begrenzten Drehzeit wird ja gern auf solche Änderungen zurück gegriffen, und damit kann ich auch gut leben. Was mir dagegen nicht gefiel, war die Atmosphäre des Films. War das Buch doch spannend, dass einem die Luft wegblieb und man es nicht erwarten konnte, weiterzulesen, hat der Film diese Spannung leider nicht richtig übertragen. Und nein, es lag nicht daran, dass ich die Geschichte schon kannte und wusste was passiert, sondern schlicht daran, dass mir die Geschichte zu ruhig erzählt wurde. Die Stimmung in Distrikt 12 wurde super eingefangen, aber als es ans Kapitol ging, ließ dieser Eindruck nach. Viel schillernder, schriller, bunter und lauter hat man sich diesen Ort vorgestellt, aber so richtig rüber kam das im Film leider nicht mehr. Die Ereignisse in den Hungerspielen selber wurden nur kurz angeschnitten und wurden dann schnell abgehakt. Ich hab mich offen gestanden fast ein wenig gelangweilt.

Die schuaspielerische Leistung war ganz okay. Jennifer Lawrence hätte als Katniss ein wenig mehr überzeugen können. Von den vielen sich widersprechenden Gefühlen des Buches war hier wirklich nur ansatzweise etwas zu sehen. Josh Hutcherson hauchte Peeta nicht genug Leidenschaft ein, er hat den Film über eher nicht wie jemand gewirkt, dem man abkauft, dass er sich für Katniss opfern würde...er wirkte leider eher wie ein nerviger Klotz am Bein. Woody Harrelson gefiel mir als Haymitch wahnsinnig gut, auch wenn der Charakter im Film weniger bärbeißig und mehr weichgespült ist als im Buch, aber dafür kann der gute Woody ja nun nichts. Er war in seiner Rolle, keine Frage, und ich freu mich, ihn auch in den folgenden Teilen sehen zu dürfen. Liam Hemsworth war ja leider nur am Rande zu sehen. Hier gab es keine großen Glanzleistungen, aber gute und solide Schauspielerei.

Fazit:

Alles in allem zwängt sich mit der Vergleich mit Harry Potter und Twilight auf, die meiner Meinung nach sehr gut gelungen sind. Auch Twilight habe ich verschlungen, war aber von der Verfilmung weniger enttäuscht als hier, weil die Grundstimmung gut übertragen wurde. Und Harry Potter (ich bin kein Fan...ich habe mit Band 5 aufgehört und hab auch nur die ersten beiden Teile verfilmt gesehen) war eine ganz, ganz große Umsetzung, die meiner Meinung nach rundum gelungen war.  Was soll ich sagen? Die Tribute von Panem hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber grottenschlecht war es auch nicht. Es wäre definitiv mehr drin gewesen. Vielleicht schau ich ihn mir in einiger Zeit noch mal an und nicht so dicht hinter den Büchern her, dann revidiere ich mein Urteil eventuell. Und ganz vielleicht fügt ja burnedeyez auch noch eine Ergänzung an, der die Romane nicht oder nur auszugsweise kennt und den Streifen nicht sooo schlecht fand.



Bewertung: 5/10 Punkten

Dienstag, 7. August 2012

Anonymus - Das Buch ohne Staben

Klappentext:

Jeder, der Das Buch ohne Namen las, ist tot. Für den Rest kommt kommt nun Das Buch ohne Staben.

Auch ein Massenmörder muss an seine Rente denken. Erst recht nach 18 Jahren Gemetzel und einer höllischen Menge Bourbon. Und so kommt es, dass der berüchtigte Bourbon Kid seinen Job an den Nagel hängen will. Doch so einfach ist das nicht. Der Mönch Peto ist ihm auf den Fersen, denn Bourbon Kid hat alle Mitbrüder des Mönchs auf dem Gewissen. Außerdem trachten ihm diverse Zeitgenossen nach dem Leben: eine Reihe von Vampiren und Söldnern, eine Mumie, ein neuer Dunkler Lord - die Liste scheint endlos.

Rente hin oder her. Bourbon Kid hat die Nase voll und erstellt seine eigene Abschussliste. Und diesmal verschont er niemanden.



Kritik:

So schnell kann es manchmal gehen. Der Vorgänger "Das Buch ohne Namen" ist noch nicht sonderlich lange ausgelesen und schon erscheint hier die Rezension zum zweiten Band "Das Buch ohne Staben". Das sagt schon etwas aus, wenn man bedenkt wie tranfunzelig ich in letzter Zeit mit meinen Büchern war.

Ich war schon vom ersten Band recht begeistert und ich muss sagen, dass sich das auch hier nahtlos fortsetzt. Anonymus setzt auch in seinem zweiten Werk (wobei das Vorwort davon spricht, dass besagter Herr über die Jahrhunderte schon deutlich mehr Werke veröffentlicht hat) auf das bewährte Prinzip seiner Bourbon Kid-Reihe. Kurze und knackige Kapitel verhindern, dass man sich langweilt, denn auch wenn sich in diesem Roman vermehrt ruhige Kapitel finden, sind diese jedoch nicht langweilig geschrieben - und gerade wenn man denkt, dass nun doch einmal wieder etwas passieren könnte, ist das Kapitel beendet und man hat es wieder mit einem der actionreicheren und spannenderen Parts zu tun. Wie gehabt kann man also sagen, dass Anonymus (irgendwie widerstrebt es mir immer noch, den Autoren so anzusprechen) einen guten Mittelweg zwischen Ruhe und Sturm gefunden hat, meines Erachtens nach sogar noch einen Tick besser als im Vorgänger. Wo wir gerade beim Vorgänger sind, die wenigen überlebenden Hauptpersonen geben sich im Buch ohne Staben die Klinke in die Hand - und der Autor schafft es auch tatsächlich, vor allem dem Bourbon Kid (und einigen wenigen der anderen bekannten Figuren) tatsächlich so etwas wie einen Hintergrund einzuhauchen. Wie gewohnt reicht es aber auch, sich auf diese wenigen Personen zu beschränken, denn eines haben beide Bücher gemeinsam: Es wird gestorben und gemordet ohne Ende. Und wie schon im ersten Teil auf eine äußerst blutige, teilweise schon abstoßend brutale, Art und Weise. Man hat fast den Eindruck, dass der Autor sich in diesem Punkt noch einmal steigern wollte. In einem anderen hat er das auf jeden Fall getan und damit einen meiner größten Kritikpunkte des ersten Bandes ausgeräumt: im Buch ohne Staben wird nicht ausgeblendet, wenn die Action beginnt, sondern es wird tatsächlich ausgeschrieben, was passiert. Keine "Überblendungen" mehr - was mir persönlich deutlich besser gefällt als die dauernden Andeutungen im ersten Teil.

Generell hat Anonymus wieder einen Spannungsbogen geschaffen, der sich von Anfang bis Ende auf einem erfreulich hohen Niveau befindet, man möchte das Buch nicht aus der Hand legen, da man wieder unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Anders jedoch als im ersten Teil setzt der Autor nicht ausschließlich auf die Spannung, speziell zum Finale hin kann man dem Buch ohne Staben sogar einen gewissen dramatischen Effekt nicht absprechen. Auch wenn das Ende schließlich nicht ganz überraschend ist (was aber zum Teil an meinem Wissen um einen bereits erschienenen dritten Band liegt), gelingt es dem Verfasser doch, den Leser noch einmal richtig mitfiebern zu lassen. Super, genau so wünsche ich mir das. Ebenfalls wieder vorhanden ist der äußerst bösartige (wenn auch ziemlich flache) Humor, der auch schon das Buch ohne Namen geprägt hat, auch wenn ich finde, dass er hier noch einmal ein bisschen verfeinert und zumindest ein kleines bisschen niveauvoller ausgefallen ist. An einigen Stellen blitzt in meinen Augen tatsächlich etwas von dem Talent auf, was zum Beispiel ein Christopher Moore an den Tag legt, zumindest in seinen Werken wie Fool, welches was Sex, Gewalt und vulgäre Witze angeht auch nicht gerade ohne ist.

Fazit:

Das Buch ohne Staben ist eine würdige Fortsetzung des ersten Teils, welches vieles gleich gut und einiges sogar besser macht als dieser. Dennoch muss auch hier gewarnt werden: diese Reihe ist speziell. Sehr speziell. Wer geschmackvollen Humor, literarischen Anspruch oder blutleere Spannung mag, wird sich hier nicht wohl fühlen. Wer mit einem dreckigen Bastard von Buch zurecht kommt, wird seinen Spaß haben.

Bewertung: 9/10 Punkten

Montag, 30. Juli 2012

Anonymus - Das Buch ohne Namen

Klappentext:

Jeder, der dieses Buch liest, stirbt. Doch nur wer es liest, weiss, warum.

Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden - und alle suchen ihn. In Santa Mondega bricht die Hölle los - im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Sonnenfinsternis wird Santa Mondega bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird es blutig werden. Blutiger, als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: Bourbon Kid.

Kritik:

Ein Buch ohne Autor über ein Buch ohne Autor. Wow. Im Zusammenhang mit dem Klappentext finde ich das schon durchaus reißerisch. Es drängt sich förmlich der Verdacht auf, dass man einem Marketing-Gag für ein Werk aufgesessen ist, welches von den inneren Werten nicht halten kann, was es außen verspricht. Nun gilt es zu klären, ob man hier vielleicht einem Irrtum unterliegt.

Zuerst muss man sagen, dass "Das Buch ohne Namen" relativ komplex aufgebaut ist. Es beschränkt sich nicht auf wenige Hauptfiguren, sondern man bekommt förmlich einen "Sternmarsch" vorgesetzt, der ein und die selbe Geschichte aus der Perspektive von einigen Protagonisten erzählt, die sich schließlich zum Finale hin immer näher kommen und schließlich begegnen. Eine interessante Schreibform, auch wenn es gerade zum Anfang etwas schwer fällt, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen und auf einen Nenner zu bringen. Je mehr man sich jedoch dem Ende des Romanes annähert, umso flüssiger lesen sich die einzelnen Geschichten - welche jeweils ihren ganz eigenen Spannungsbogen aufbauen. Ein sehr großer Vorteil für dieses Buch, denn einige der Stories sind (auch hier wieder: besonders am Anfang) doch eher zäh und langatmig. Dass der Autor relativ schnell von einem Protagonisten zum nächsten wechselt, hält den Leser jedoch bei der Stange, denn man kann sagen, dass zumindest keine zwei langweiligen Kapitel aufeinander folgen. Sicherlich wäre es schöner gewesen, wenn diese Längen komplett vermieden worden wären, aber es geht auch deutlich schlimmer. Nach etwa 100 - 120 Seiten ist auf jeden Fall ein konstanter Spannungsbogen vorhanden, der mich als Leser nicht mehr los gelassen hat. 

Die Charaktere selber sind gut ge- und in vielen Fällen auch überzeichnet (so hat man es mit recht vielen Figuren zu tun, die beim Lesen quasi Superkräfte zu haben scheinen), auch wenn der Autor darauf verzichtet hat, mit zu vielen unnötigen Details aus deren Vergangenheit zu langweilen. Unnötig aus dem Grund, dass im "Buch ohne Namen" sehr schnell gestorben wird. Und sehr viel. Und streckenweise äußerst blutig - was auch gerne einmal sehr detailliert geschildert wird. Man sollte also schon ausreichend starke Nerven haben und auch etlichen recht eklig beschriebenen Szenen nicht abgeneigt sein, um wirklich Spaß mit diesem Werk zu haben. So weit, so gut. In Hinsicht auf die Action versagt Anonymus aber leider. Grundsätzlich wird zu Beginn einer Auseinandersetzung ausgeblendet und der Faden auch erst dann wieder aufgegriffen, wenn bereits alles gelaufen ist. Die einzige Ausnahme bildet hier das Finale, in welchem die Geschehnisse aus der Sicht eines der Teilnehmers etwas detaillierter geschildert werden. Mit einem Action-Thriller hat man es also in jedem Fall nicht zu tun. Trotz dieser Schwächen ist es mir aber schwer gefallen, "Das Buch ohne Namen" aus der Hand zu legen. Die Story selber entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit weiter und wird dabei immer spannender. Man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht. 

Erwähnenswert ist auch noch, dass sich der Roman nicht völlig ernst nimmt. Das merkt man schon an der erwähnten Überzeichnung der Charaktere - und das schlägt sich auch in der humoristischen Schlagseite nieder. Man sollte natürlich nicht erwarten, mit dem feinen, zynisch-ironischen Humor eines Pratchett oder Gaiman konfrontiert zu werden. Anonymus setzt, wunderbar einhergehend mit der Brutalität seiner Schilderungen, auf einen eher brachialen Humor. Darauf muss man sich einlassen wollen, keine Frage. Wenn man das aber tut und ihn im Idealfall ohnehin mag, wird man aber auch hieran seine blanke Freude haben. Auch sollte man zum "Buch ohne Namen" noch sagen, dass man es nicht ausschließlich mit Menschen als Charakteren zu tun bekommt. Hier und dort taucht der eine oder andere Untote, meistens in Form von Vampiren, auf. Ich hätte es gut gefunden, wenn das im Klappentext zumindest angeschnitten worden wäre - nicht, weil ich mit dieser Thematik nichts anfangen könnte, sondern weil man mit der vorliegenden Beschreibung vielleicht eine eigene Erwartungshaltung aufbaut, die der Roman nicht erfüllen kann. Hierfür gibt´s Abzüge in der B-Note.

Fazit:

Ich hatte einen Heidenspaß mit "Das Buch ohne Namen". Abgedreht und blutig, dabei aber spannend und unterhaltsam bis zum Ende. Da  es mit unter aber sehr speziell ist, muss man sich als Leser wirklich darauf einlassen wollen, sonst wird man wohl nicht viel Vergnügen mit dem Roman haben. Ich für meinen Teil freue mich aber schon auf "Das Buch ohne Staben" und "Das Buch ohne Gnade", welche die Geschichte des Bourbon Kid fortsetzen.

Bewertung: 8/10 Punkten

Freitag, 20. Juli 2012

Stan Nicholls - Die Orks

Inhaltszusammenfassung:

Maras-Dantien, die Wiege der älteren Rassen und auch die Heimat von uns Orks, steht in Flammen. Die älteren Rassen und die Spätankommer, die so genannten Menschen, führen Krieg gegeneinander und Krieg ist unser Metier: Wir Orks leben für den Kampf.

Ich bin Stryke und mein Trupp, die Vielfrasse, gehört zu den Besten. Also war es nicht wunderlich, dass Königin Jennesta uns den Sonderauftrag erteilte, ein gestohlenes Artefakt wiederzubeschaffen. Doch dann stießen wir bei unserer Suche auf Probleme und konnten unsere Vereinbarung mit der Königin nicht einhalten.

Das gestohlene Artefakt muss wirklich wichtig sein, denn Jennestra erklärte uns im Nu für vogelfrei und hetzte uns alles auf den Hals, was sie anzubieten hatte: Kriegstrupps, Drachenpatrouillen, Kopfgeldjäger.

Jetzt haben wir erfahren, dass es noch vier weitere dieser Artefakte gibt. Wir wissen nicht, was sie bewirken oder wozu sie gut sind. Wir wissen nur, dass sie heiß begehrt sind. Also werden wie sie uns holen. Wenn es sein muss mit Gewalt! Schließlich sind wir Orks und drauf verstehen wir uns ...


Kritik:

Lange Zeit bin ich um "Die Orks" herum geschlichen, ohne mich so wirklich ran zu trauen. Auf der einen Seite liest sich die Thematik durchaus interessant, allerdings wirkt der Klappentext ein wenig reißerisch und die Verbindung zu Tolkien (dessen Herrn der Ringe ich im übrigen sehr schätze und deswegen immer äußerst skeptisch bin, wenn mich ein Buch zu sehr daran erinnert) ist einfach zu naheliegend. Irgendwann lag "Die Orks" dann aber auf dem Gabentisch, ich hatte also  keinen Grund mehr, mich darum herum zu drücken. 

Nicholls versteht es gut, aus den "Bösen Buben" der Fantasy einen durchaus sympathischen und - soweit das bei der gewählten Rasse möglich ist - menschlichen Haufen zu machen. Der Klappentext, der die Protagonisten als gewalttätigen Haufen von Mordbrennern darstellt ist also ziemlich überzogen. Was aber nichts macht, denn durch diesen Umstand hebt sich der Roman wohltuend von der Masse der Fantasy-Bücher ab, in denen Orks weitestgehend als Kanonenfutter und Bösewichte herhalten müssen. Geschrieben ist das Buch locker-flockig, ohne dabei zu sehr in einen trivialen Schreibstil abzudriften. Ebenso erzeugt der Autor vom Start weg einen Spannungsbogen, der den Leser nicht mehr los lässt. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit Stryke und seinem Kriegstrupp weiter geht, man ist gespannt darauf, wie die internen Zwistigkeiten zwischen den Mitgliedern sich entwickeln, man ist gespannt darauf, was Strykes immer wieder eingestreuten Träume zu bedeuten haben - was aber auch der größte Schwachpunkt des Werkes ist, dazu aber später mehr. Die Charaktere selber sind gut gezeichnet und individuell ausgefallen und das nicht nur auf die Hauptakteure bezogen, auch hier unterscheidet sich "Die Orks" also vom Fantasy-Allerlei. Nicholls ist aber nicht nur in der Lage, Spannung aufzubauen, das zeigt er spätestens, wenn die "Vielfraße", so der Name des Kriegstrupps, in eine der (zahlreichen) Schlachten des Romans ziehen. Actionreich ist wohl der treffendste Ausdruck für diese Passagen. Und zwar Action auf Niveau eines FSK18-Filmes, es wird sich nicht zurück gehalten, es fliegen Körperteile in rauhen Mengen und die Darstellungen sind sehr explizit. Man sollte also nicht gerade zimperlich sein, wenn es um Gewaltdarstellungen geht. Ich selber habe damit wenig Probleme (wie man wohl auch an meinem Filmgeschmack erkennen kann), ich kann mir aber gut vorstellen, dass es durchaus potentielle Leser geben mag, die auf einige der geschilderten Details gut und gerne hätten verzichten können.

Ich erwähnte oben bereits die Traumsequenzen. Sie sind wichtig für die Handlung, keine Frage. Sie sind auch nicht schlecht geschrieben und fügen sich als ruhiger Gegenpol in die harte, actionlastige Haupthandlung ein. Leider zeichnet sich durch aber auch, spätestens im letzten Drittel ab, wo die Reise von Stryke und seiner Truppe hinführen wird und was es mit den Artefakten, nach denen sie sucht auf sich hat. Das ist etwas schade, hier hätte ich mir die Überraschung für einen späteren Zeitpunkt gewünscht. Dieser Umstand mindert die Motivation weiter zu lesen aber nur sehr bedingt, ob das Unterfangen letztlich gelingt wird tatsächlich erst auf den letzten Seiten aufgelöst - einen Abzug in der B-Note muss man hierfür also nicht zwangsläufig geben. Erwähnenswert ist auch, dass es zwar mittlerweile zwei Fortsetzungen gibt, aber zumindest der erste Teil eine in sich abgeschlossene Handlung bietet, man also nicht gezwungen ist, sich ale Teile gleichzeitig zu organisieren, wenn man einfach nur einmal wissen möchte, ob man sich mit den Orks anfreunden kann.

Fazit:

Wir haben es hier mit einem Buch zu tun, welches sich wohltuend von der Masse der Fantasy-Romane unterscheidet und dennoch jedem Fan des Genres ans Herz gelegt werden kann. Man wird auf knappen 800 Seiten von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Bewertung: 9/10 Punkten