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Freitag, 9. November 2012

The Road

The Road (USA 2009)

Regie: John Hillcoat

Darsteller: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Robert Duvall, Charlize Theron

Laufzeit: 107:01 Minuten (uncut)
Freigabe: FSK 16


"The Road" in der OFDb
"The Road" bei Schnittberichte.com

Inhaltszusammenfassung:

Die Welt wie wir sie kannten ist ausgelöscht worden. Eine globale Katastrophe hat nur wenige Überlebende zurück gelassen, die sich nun auf einer auch von Vegetation und Tierwelt annäherend komplett befreiten Erde zurecht finden müssen. Ein Vater und sein Sohn sind auf dem Weg nach Süden, in der Hoffnung am Ozean ein besseres Leben führen zu können. Dabei begegnen sie auf ihrem Weg allerlei Gefahren. 

Kritik:

Gemeinhin kann man sagen, dass manche Namen schon für Qualität bürgen. So ist Viggo Mortensen seit seiner Hauptrolle im Herrn der Ringe in allerlei sehr guten Rollen zu sehen gewesen. Viel wichtiger für "The Road" ist jedoch nicht die Darsteller-Riege, sondern der Autor der Vorlage: Cormac McCarthy, der auch schon "No Country For Old Men" geschrieben hat. Solche Namen gehen aber auch immer mit einer Erwartungshaltung an den fertigen Film einher, man durfte also gespannt auf das Ergebnis sein.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Children Of Men | Dystopia

Children Of Men (USA/ GB/ JP 2006)

Regie: Alfonso Cuarón

Darsteller: Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Paul Sharma u.a. 

Laufzeit: 104:39 Minuten (uncut)
Freigabe: FSK 16

Children of Men in der OFDb
Children of Men bei Schnittberichte.com


Inhaltszusammenfassung:

Wir schreiben das Jahr 2027. Seit 18 Jahren wurden keine Kinder mehr geboren, die Menschheit ist unfruchtbar. Der Alltag ist trist und grau, Einwanderer werden in England in Internierungslager geschafft und die Kriminalität regiert die Straßen. Theodor (Clive Owen) ist ein kleiner Regierungsangestellter, der jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben hat - bis seine Ex-Frau Julianne (Julianne Moore) Kontakt zu ihm aufnimmt. Sie ist Mitglied einer Untergrundorganisation und bittet ihn, Reisepapiere für eine junge Frau zu beschaffen - eine schwangere Frau. Theodor beginnt die Resignation abzustreifen und sieht die Frau als das, was sie möglicherweise ist: die letzte Chance für die Menschheit. Er beschließt zu helfen und gerät dabei zwischen alle Fronten.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass ich den Film schon eine ganze Weile auf dem Schirm hatte (er wurde mir von meiner Freunin ans Herz gelegt), ohne mich jedoch dazu durchringen zu können, ihn mir auch anzusehen. Zusätzlich ausschlaggebend war nun ausgerechnet der gestrige Media Monday, bei dem "Children Of Men" an einigen Stellen als der definitive Science Fiction-Film gefeiert wurde. Und das ist natürlich eine Herausforderung für mich gewesen, weswegen der Titel unbedingt gesichtet werden musste. So viel vorab: ich habe es nicht bereut.

Montag, 29. Oktober 2012

Hobo with a shotgun | Rutger haut wieder

Hobo with a shotgun (CAN 2011)

Regie: Jason Eisener

Darsteller: Rutger Hauer, Brian Downey, Molly Dunsworth, Nick Bateman, Gregory Smith u.a.

Laufzeit: 82:31 Minuten (uncut)
Freigabe: SPIO/ JK: strafrechtlich unbedenklich

"Hobo" in der OFDb 
"Hobo" bei schnittberichte.com

Inhaltszusammenfassung: 

Ein Landstreicher (Hauer) kommt als Zugtramper in der Stadt Hope Town an. Das der Name allerdings nicht mehr als eben dieses - ein Name - ist, zeigt sich schnell. So wird der Landstreicher, kaum dass er angekommen ist mit einer grausamen Ermordung durch den Gangster Drake (Brian Downey) und seine Söhne konfrontiert. Er, der eigentlich nur seine Ruhe und seinen Traum (sich einen Rasenmäher zu kaufen und damit ein eigenes Geschäft aufzubauen) leben möchte, gerät immer tiefer in die Machenschaften der Familie. Als er schließlich eine junge Prostituierte (Molly Dunsworth) rettet, findet er sich selbst auf der Abschussliste wieder - und greift schließlich zur Waffe, um die Straßen zu säubern.

Kritik:

Kenner des Grindhouse-Projektes der Herren Rodriguez und Tarantino wissen vermutlich auch um die Faketrailer, die zur Produktion der Filme "Planet Terror" und "Death Proof" angefertigt wurden. Einige davon wurden in der Fangemeinde so gut aufgenommen, dass sie von den verantwortlichen schließlich auch umgesetzt wurden - siehe das Beispiel "Machete". Auch "Hobo with a shotgun" war einer dieser Trailer, anders als der große Bruder mit Danny Trejo konnte man hier jedoch nur auf ein beschränktes Budget von 3 Millionen Dollar und dementsprechend auf ein weitaus kleineres Staraufgebot zurück greifen. Kann der Titel dennoch mithalten?

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Tokyo Gore Police | Japan-Splatter-Trash @ it´s fines

Inhaltszusammenfassung:

Japan. Mörderische Mutanten sind auf den Straßen unterwegs - und nur die Mitglieder der Spezialeinheit wagen es, sich ihnen entgegen zu stellen. Teil dieser Einheit ist auch Ruka, die mit dem Beitritt in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist. Sie findet heraus, wie es zu diesen Mutationen gekommen ist - und bringt damit ihr eigenes Leben in Gefahr.



Kritik:



Japanische Filme sind krank! Diesen oder andere, im Grundtenor jedoch ähnliche, Sprüche hat wohl sicherlich jeder Splatter-Freund schon einmal vernommen oder unter Umständen auch selber ausgesprochen. Toyko Gore Police rollt an, um dieses Vorurteil einmal auf´s neue zu bestätigen.

Montag, 15. Oktober 2012

Bloody Sunday - Blutsonntag | Authentische Geschichte

Inhaltszusammenfassung:


Am 30. Januar 1972 kommt es bei einer eigentlich friedlichen Demonstration im nordirschen Derry zu Ausschreitungen einiger weniger Demonstranten. Die Armee, unterstützt von Fallschirmjägereinheiten greift durch und es kommt zu einem Massaker in den Straßen der Stadt. Der Tag wird in die Geschichte eingehen als berüchtigte "Blutsonntag".



Kritik:

Ich muss sagen, dass ich diese speziellen Filme liebe, die einen gewissen dauerhaften Eindruck hinterlassen und sich während des anschauens wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen - Martyrs, Inside oder Irreversibel lassen grüßen. Es geht aber auch ganz anders. "Bloody Sunday" lässt den Zuschauer auch mit genau diesem Gefühl zurück, nur kann man dem in diesem Fall nur wenig positives abgewinnen. Das vorherrschende Gefühl nach dem Ansehen: Wut.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Red Sand - A Mass Effect Fanfilm | Inkl. Video

Inhaltszusammenfassung:


35 Jahre vor den Ereignissen in Mass Effect. Eine Truppe von Wissenschaftlern hat auf dem Mars protheanische Ruinen entdeckt und gerät in Kontakt mit dem Element Zero. Unglücklicherweise hat sich eine Banditengruppe, welche sich "Red Sand" nennt, ebenfalls auf dem Mars angesiedelt und der Kampf um die Ruinen und das wertvolle Mineral beginnt.


Quelle: http://redsand.uat.edu


Kritik:


Um eines von vornherein klar zu stellen: Es handelt sich bei "Red Sand" erstens um eine inoffzielle Vorgeschichte zu Biowares Science Fiction-Epos "Mass Effect" - welches jedoch interessanterweise unter anderem von Mark Meer, der in den Spielen Commander Sheppard seine Stimme lieh, unterstützt wird. Zweitens steht hinter diesem Kurzfilm kein Filmstudio oder ähnliches, vielmehr ist es ein Projekt der Digital Video-Studenten an der University Of Advanced Technology. Logischerweise ist der Film aus diesem Grund nur im englischen Original verfügbar. Doch was waren die Studenten nun tatsächlich zu leisten im Stande?

Sonntag, 7. Oktober 2012

Gone

Inhalt:

Teenager Jill hat noch immer mit einem traumatischen Erlebnis zu kämpfen. Vor einem guten Jahr wurde sie von einem Serienmörder entführt und konnte nur knapp entkommen. Als ihre jüngere Schwester Molly eines Nachts spurlos verschwindet, ist Jill überzeugt, dass derselbe Verbrecher dahinter steckt. Das einzige Problem: Die Polizei schenkt ihr keinen Glauben und hält Molly im Gegenteil für geistig verwirrt. Um ihre Schwester zu retten, bleibt Molly nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu fahnden.





Kritik:

Gone lockte mich mit folgender Aussage auf dem DVD-Cover: "Dieser Thriller fesselt auch ohne Gewaltexzesse." Dazu Amanda Seyfried, die ich ohnehin gerne sehe, ist sie für mich doch nicht die typische, blondierte Hollywood-Schönheit, und Wes Bentley, der seine Qualitäten für mich bereits mit "American Beauty" und "Die Tribute von Panem" unter Beweis gestellt hat und den man leider viel zu selten zu sehen bekommt. Ich liebe Thriller, jedenfalls mehr als Horror. Spannend muss es sein, da sind Schauwerte für mich nebensächlich.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Skinheads 88

Inhaltszusammenfassung:


Eine Skinhead-Gang, "Russland 88" genannt, filmt zu Propaganda-Zwecken Videos, um sie anschließend ins Internet zu stellen und so einer breiten Masse zugänglich zu machen. Dabei umfassen einige Aufnahmen auch unbemerkt das alltägliche Leben der Gang: Der Konsum von Zigaretten, Alkohol und das Anpöbeln von Ausländern wird gefilmt. Diese nehmen den anständigen Russen laut Meinung der Gang die Arbeit weg und verunreinigen den Gen-Pool. Bald schon wird die Videokamera zu einem dauerhaften Begleiter auf ihrem Weg. Dabei kommt zum Vorschein, dass die Schwester des Gangleaders Blade einen kaukasischen Jungen datet. Diese Entdeckung führt zu einem Familiendrama, welches in eine Tragödie endet, da die Familiensituation ohnehin schon äußerst angespannt ist, denn sowohl Blades Schwester, als auch sein Vater nehmen ihn nicht ernst... (filmstarts.de)





Kritik:

Da haben wir ihn nun also, einen Film der vor seiner (offiziellen) Veröffentlichung teilweise äußerst erhitzt diskutiert wurde. Viele waren auf Grund der Berichterstattung der Ansicht, dass es sich um einen Titel handelt, den man auf Grund seiner NS- und Gewaltverherrlichung boykottieren sollte. Andere waren der Meinung, dass man dem Streifen trotzdem eine Chance geben sollte. Dann gab´s da noch die dritte Fraktion,d ie sich wegen seiner NS- und Gewaltverherrlichung einen runter... ach, vergessen wir die arischen Glanzlichter lieber. Was taugt "Skinheads 88" nun wirklich? Und was hat es mit der Zensur für die FSK18 auf sich?

Samstag, 29. September 2012

Snow White and the Huntsman

Inhalt:

Als die grausame Königin Ravenna erfährt, dass die junge Snow White sie nicht nur an Schönheit übertrifft, sondern auch dazu bestimmt ist, das Königreich zu führen, scheint Snow Whites Schicksal besiegelt: Ravenna heuert den Huntsman an, um die Prinzessin zu töten. Snow White kämpft verzweifelt um ihr Leben. Von ihrer Tapferkeit beeindruckt, ermutigt der Huntsman sie, ihrer Bestimmung zu folgen und den Kampf gegen die böse Königin aufzunehmen. Seite an Seite ziehen sie schließlich in die alles entscheidende Schlacht.





Kritik:

"Snow White and the Huntsman" und "Spieglein, Spieglein" zogen angeblich als Konkurrenten in die Kinoschlacht. Wirklich verstehen kann ich das nicht. Denn während "Spieglein, Spieglein" laut, schrill und bunt ist, ist "Snow White and the Huntsman" genau das eben nicht. Es ist actiongeladener und düsterer. Hier kommt es auf den Geschmack des Zuschauers an. Für mich war von Anfang an klar, dass ich mir "Spieglein, Spieglein" nicht ansehen werde, aber auf diesen Film hier war ich sehr gespannt und fieberte ihm sogar ein klitzekleines bißchen entgegen.

Donnerstag, 20. September 2012

Lockout - "Plissken meets Deep Space 9"

Inhaltszusammenfassung:

Während eines humanitären Einsatzes der Präsidententochter auf der Raumstation MS One - ein Hochsicherheitsgefängnis in der Erdumlaufbahn, dessen Insassen im Tiefschlaf gehalten werden - kommt es zu einem Zwischenfall. Einer der Sträflinge kann während eines Verhörs eine Waffe an sich bringen. Es kommt zu einem Aufstand, bei dem sich die Gefangenen anfangs nicht einmal bewusst sind, was für eine wertvolle Geisel sie in ihrer Gewalt haben.

Rettung soll in Form von Eliteagent Snow nahen, der durch diesen Einsatz die Gelegenheit bekommt, sich zu rehabilitieren und sich von dem Mord, welcher ihm erst jüngst angelastet wurde, rein zu waschen.


Kritik:

Die Inhaltszusammenfassung lässt es schon erahnen: hier trifft Carpenters "Flucht aus L.A." auf Science-Fiction. Gemischt wird das ganze vom Regie-Duo James Mather und Stephen St. Leger, als Produzent steht ein gewisser Luc Besson im Abspann - ein Mann, dessen eigene Filme eigentlich grundsätzlich zumindest sehenswert waren und der hier zusätzlich auch noch am Drehbuch beteiligt war. Kann Lockout da mithalten?

Dienstag, 18. September 2012

London Boulevard - "Let me take you by the hand and lead you through the streets of London"

Inhaltszusammenfassung:


Als Krimineller hat man es nicht leicht. Mitchell ist gerade frisch aus dem Knast entlassen worden, als ihn seine Vergangenheit auch schon wieder einholt. Sein alter Kumpel Billy versucht ihn dazu zu überreden, mit ihm zusammen für den Gangsterboss Gant als Schuldeneintreiber zu arbeiten. Mitch weigert sich, zunächst Billy gegenüber und schließlich auch, bei einem persönlichen Treffen, Gant gegenüber. Stattdessen taucht er unter. Zwar schlägt er das Angebot der Schauspielerin Charlotte, ihr "Mädchen für alles" zu werden aus, dennoch kommen die beiden sich näher. Für Gant die Gelegenheit, Mitchell doch noch zu einer Zusammenarbeit zu "überreden". 


Kritik:

Mit "London Boulevard" liefert William Monahan hier seinen Regie-Erstling ab. Das Genre des Gangster-Films mag hier vielleicht kein allzu leichtes Pflaster sein, haben doch bereits Größen wie Quentin Tarantino oder Guy Richtie in ebendiesem debutiert und Ergebnisse vorgelegt, die mittlerweile (zumindest im Falle von Reservoir Dogs) zum Kult avanciert sind. Auf der Habenseite kann Monahan zumindest zwei bekannte Hauptdarsteller (Colin Farrell und Keira Knightley) vorweisen, wobei zumindest Farrell ja auch bereits über Erfahrungen in diesem Bereich verfügt. Aber reicht das aus, um sich mit Reservoir Dogs oder Bube, Dame, König, Gras messen zu können?

Sonntag, 9. September 2012

Drive Angry

Inhalt:

Das Baby einer ermordeten jungen Frau soll in einem satanischen Kult geopfert werden. Dumm nur, dass dieses Baby die Enkeltochter von Milton (Nicholas Cage) ist. Der entflieht nämlich der sprichwörtlichen Hölle, um die Kleine zu retten. Er hat drei Tage Zeit für seinen Rachefeldzug, bei dem er Chaos und Zerstörung hinterlässt. Unterwegs gabelt er Piper (Amber Heard), eine Kellnerin auf, die ihn begleitet. Verfolgt werden die beiden nicht nur von der Polizei, sondern auch von einem Mann im Anzug, dem Buchhalter (William Fichtner), der nicht nur des Teufels Anwalt zu sein scheint, sondern Milton zurück in die Hölle holen will.


Samstag, 8. September 2012

Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack

Inhaltszusammenfassung:

Freundschaften sind mitunter seltsam - so auch im Falle der Cheerleaderin Jennifer und ihrer besten Freundin Needy, die man wohl am ehesten als graue Maus bezeichnen kann. Dennoch sind die beiden wie Pech und Schwefel. Bis zu diesem Tag. Nach einem lokalen Rockkonzert geht der Veranstaltungsort in Flammen auf - und Jennifer verschwindet mit den Bandmitgliedern. Unter Schock taucht sie Nachts bei Needy auf, gibt sich am nächsten Tag jedoch wieder völlig normal. Aber sie hat sich verändert, ist bösartig geworden - und in der Stadt werden auf einmal männliche Leichen zerfetzt aufgefunden.


Kritik:

Und wieder einmal einer dieser Filme, die es einem wirklich schwer machen, ein sachliches Review zu schreiben. Nicht, weil der Film so gut ist, sondern vielmehr weil es sich bei Jennifer's Body um einen dieser Streifen handelt, die sich durch ihr fragwürdiges Konzept jeder klaren Kategorisierung entziehen und in erster Linie auf Zugpferd Megan Fox zu setzen scheint.

Freitag, 7. September 2012

The Strangers - "Because you were home!"

Inhaltszusammenfassung:

Das Paar Kirsten und James nutzt die Hochzeit von Freunden, um eine Nacht in einem abgelegenen Sommerhaus zu verbringen. Was sie jedoch nicht ahnen, dass sich ihnen ein Trio von Unbekannten an die Fersen geheftet hat, welches auch gleich beginnt, sie nach allen Regeln der Kunst zu terrorisieren - die Situation spitzt sich schnell zu und droht zu eskalieren.

Kritik:

Gleich am Anfang des Films erwartet den geneigten Zuschauer der Hinweis, daß es sich (natürlich...) um die Verfilmung einer wahren Begebenheit handelt - die das Ende gleich schon einmal vor dem eigentlich Beginn schön spoilert. An diesem Punkt war ich bereits das erste Mal drauf und dran, den Stop-Knopf des DVD-Players zu betätigen, allerdings hatte ich immer noch den Hinweis meines Kollegen im Ohr, daß der Film sich lohnen soll... Nun ja, also doch weiter. Die Story selber ist, wie man schon erkennen kann, wenig aufregend und bietet viel gewohnte Kost, die nur einmal auf´s neue aufgewärmt und serviert wurde. Im Nachhinein betrachtet war es aber nicht unbedingt ein schlechter Zug von Regisseur Bertino, den Zuschauer den Charakteren gegenüber oft einen Schritt voraus zu sein, sie an anderen Stellen dann aber wieder in der gleichen ungewissen Situation verharren zu lassen. Seinen Spannungsbogen holt der Film nämlich in erster Linie aus diesem Prinzip und kann ihn, trotz des anfänglichen Spoilers, auch bis zum Schluß auf einem durchaus sehenswerten Niveau halten. Zudem werden auch immer wieder kleine Schocksekunden eingestreut, die zwar oft so erwartet werden, aber zumindest ab und an ein kleineres Zusammenzucken mit sich bringen. Was dem Film weiterhin eine geheimnisvolle Ader beschert ist die Tatsache, daß die Identität der Eindringlinge zu keinem Zeitpunkt klar wird, nicht einmal als sie ihre Masken abnehmen, hält die Kamera drauf. Auch das Motiv für ihr Handeln bleibt im Verborgenen, auf die Frage nach dem "Warum" gibt es nur eine Antwort. "Because you were home!" Muss reichen, oder? Und letztendlich ist es gerade das fehlen einer nachvollziehbaren Motivation, die dem Film einen Großteil seiner "Härte" und Spannung gibt.

Mittwoch, 29. August 2012

Amityville Horror - Eine wahre Geschichte (2005)

Inhaltszusammenfassung:

Im Jahr 1974 wurde die ganze Familie DeFeo in ihrem Haus in Amityville, Long Island, ermordet. Lediglich der Sohn, Ronald, überlebt das Massaker und gesteht schließlich, dass er seine Verwandten erschossen hat, da das Haus es ihm befohlen hätte. Ein Jahr später zieht eine junge Familie in das vorgeblich verfluchte Haus ein. Anfänglich scheint alles perfekt zu sein, doch schnell ändert sich das Bild. Vater George wird von Visionen der Toten geplagt und wird nach und nach immer agressiver. Ist an der Geschichte des Fluches vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit?


Kritik:

Ein Remake eines Horrorklassikers. Wow, wie innovativ! Und dann auch noch ein Remake eines Films, der auf "wahren Begebenheiten" beruht - noch viel innovativer! Höre ich da jemanden "Zuschauerfang" rufen? Ketzer!

Eines muss man dem Produktionsteam lassen - Amityville Horror hat eine recht gelungene Atmosphäre. Nett düster, zwar ohne große Schnörkel aber dafür konstant. Schnell zerschlägt sich die kleine Sonnenscheinwelt, welche am Anfang des Filmes noch so gutgelaunt dargestellt wird, logischerweise natürlich mit dem Einzug der Familie in das verfluchte Haus. Ab diesem Moment kann man wirklich sagen, dass man es eigentlich durchweg gruselig zugeht, auch wenn die recht häufig vorkommenden Schrecksekunden so oder zumindest in äußerst ähnlicher Form schon oft gesehen wurden. Leider muss man jedoch sagen, dass sich die Entwicklung des kompletten Films bereits früh abzeichnet, sodass ein echter Spannungsbogen leider nicht entsteht. Außerdem drängen sich unweigerlich immer wieder vergleiche zu Kings "The Shining" auf (das Buch wurde "komischerweise" zwei Jahre vor dem originalen Amityvillehorror veröffentlicht, auch wenn der Streifen von Stanley Kubrick ein Jahr später als besagtes Original erschien). Hier muss man sagen, dass sowohl der Film als auch das Buch weitaus mehr hergeben als "The Amityville Horror".

Die Story selber ist natürlich auch nicht sonderlich neu (logisch, wir haben es nach wie vor mit einem Remake zu tun), es gab schon einige andere und auch weitaus bessere Filme nach dieser Rezeptur. Auch hier muss leider schon wieder auf "The Shining" verwiesen werden (die Patenschaft lässt sich nun einmal nicht abstreiten). Überraschungen sollte man hier nicht erwarten, die Marschrichtung ist von Anfang an klar und wird auch konsequent bis zum Ende durchgezogen. Hier hätte ich mir zumindest kleinere Überraschungen oder Storytwists gewünscht. Zumindest aber wird die Geschichte in einem angenehmen Tempo erzählt, sodass zumindest keine Langeweile aufkommt.

Die Darsteller machen ihre Sache routiniert, wenn auch nicht unbedingt übermäßig gut. Echte Spielfreude scheint mir hier nicht vorhanden gewesen zu sein, aber zumindest gibt es keine großen Ausfälle nach unten. Positiv sticht Ryan Reynolds hervor, der halbwegs überzeugend den besessenen Familienvater mimt - was allerdings nicht heißen soll, dass seine Leistung keine Offenbarung wie zuletzt in Buried gesehen darstellt. Die anderen Rollen bleiben dagegen zumeist blass, besonders die Darsteller der Kinder sind dazu auch noch recht unsympathisch, sodass man sich auch irgendwie dagegen verwehrt, sich mit ihnen zu identifizieren. Schade, eventuell hätte es dem Film nicht geschadet, wenn der Zuschauer zumindest halbwegs mit den Figuren leidet.

Die Effekte sind, wie bereits eingangs erwähnt, solide - aber auch schon x-fach gesehen. Auch hier muss man wieder sagen, dass nichts vom gesehenen auch nur annäherend neu wäre, sondern lediglich eine Modernisierung des Originals darstellt. Man kann hier zwar nicht von "Versagen" sprechen, aber auch an dieser Stelle wird nichts geboten, was "Amitiyville Horror" über das Mittelmaß hinaus hebt.

Fazit:

Das Remake von "Amityville Horror" ist ein durchschnittlicher Film ohne große Glanzstunden, allerdings auch kein totaler Flop - Mittelmaß eben. Man kann ihn sich einmal gut ansehen, auch wenn sich nichts dauerhaft im Gedächtnis festsetzen wird.

Bewertung: 5/10 Punkten

Sonntag, 26. August 2012

Machine Gun Preacher

Inhaltszusammenfassung:

Gerade aus dem Knast entlassen hat der Outlaw-Biker Sam Childers nichts besseres zu tun, als gleich wieder mit seinem Kumpel Donnie auf Achse zu gehen. Die beiden nehmen Dealer aus, sind selber drauf... das volle Programm. Bis zu diesem Tag, an dem Sam einen Anhalter (vermeintlich) umlegt. Etwas in ihm schreit nach Läuterung. Er wendet sich Gott zu - und in seinem Namen den Waisenkindern im Sudan. Und das mit durchschlagskräftigen Methoden.



Kritik:

Es ist bei autobiografischen Werken immer relativ schwer zu erkennen, wie viel Wahrheit nun dahinter steckt, was einfach nur reißerisch aufgemacht ist und was eventuell gar nicht den Tatsachen entspricht. Da kommt es einem solchen Film natürlich zu Gute, dass die Art des Konflikts und die generelle Thematik immer irgendwo aktuell ist. Leider.

Leider muss man auch gleich Eingangs erwähnen, dass speziell die Wandlung Childers unter einem recht schwachen Drehbuch krankt. Erst ist er noch der brutale Outlaw-Biker und binnen 5 Minuten Laufzeit hat er sich zu einem gottesfürchtigen Christen gemausert, der zudem auch noch seinen Job als Handwerker mal so eben erlernt zu haben scheint. Hier lässt der Film leider etwas an Authentizität und Glaubwürdigkeit missen. So beschäftigt sich etwa die erste halbe Stunde damit, dass er plündert, raubt und mordet, 5 Minuten später steht er als geläuterter Handwerker auf einer Baustelle und will von seiner Vergangenheit nicht mehr viel wissen. Fahrt nimmt er schließlich erst nach der ersten Stunde auf - das dafür dann aber auch gewaltig. Er ist spannend erzählt und hält den Zuschauer tatsächlich dazu an, dabei zu bleiben. Stark umgesetzt sind hierbei vor allem die Szenen, in denen Childers in seiner Kirche als Prediger auftritt. Sehr schön auch die Darstellung der immer mehr unter dem Engagement des Mannes leidende Familiensituation, die auseinander brechen zu droht. Die Aufenthalte im Sudan hingegen entbehren zwar auch nicht einer gewissen Dramatik und Spannung, sind aber meines erachtens nach etwas "Larifari" erzählt - und vor allem ohne die vom ach so gläubigen Christen ausgeübte Gewalt in irgendeiner Form zu reflektieren. Vielmehr vermittelt er den Eindruck, dass der Zweck in diesem Falle die Mittel heiligt. Ob das nun wirklich so sein darf, darf nun jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass "Machine Gun Preacher" in diesen Passagen die Grausamkeiten des Bürgerkrieges mit teilweise recht brachialen Bildern darstellt und dabei auch Themen wie Kindersoldaten, ethnische Säuberungen und ähnliches nicht auslässt. Was man bemängeln muss ist die Tatsache, dass dem Zuschauer komplett verschlossen bleiben würde, dass sich die Handlung des Films über einige Jahre erstreckt, wenn da nicht das sichtliche Altern der Tochter wäre. Alle anderen Charaktere scheinen hingegen vom Highlander abzustammen. Unfähigkeit zu Altern inklusive. Alles in allem ist die Geschichte aber spannend erzählt, auch wenn für mich die (vielen) ruhigen Parts die eigentlichen Highlights darstellen, nicht die Actionsequenzen.

Auf der darstellerischen Seite kann man sich nicht beschweren. Gerard Butler gibt den Sam Childers überzeugend und war offenbar mit Herzblut dabei. Ansonsten konnte aber nur Michael Shannon als dessen bester Freund Donnie wirkliche Akzente setzen, der Rest des Casts war routiniert bei der Sache - ohne dabei aber wirklich zu glänzen. Für mich als Zuschauer stellt sich zudem die Frage, ob wohl einer der Darsteller auf die Idee gekommen ist, einen Teil seiner Gage an die bedürftigen Kinder zu spenden, die hier die eigentliche Hauptrolle spielen (sollten).

Auf der Effektseite gibt es nicht viel zu vermelden. Einige der gezeigten Bilder sind relativ drastisch, auch wenn sie natürlich mit Sicherheit nicht mit den echten Grauen des Krieges mithalten können. Es scheint aber so, dass man bewusst nicht auf einen Overflow gesetzt hat, sondern sich auf eine eher realistische Darstellung konzentrieren wollte. Das tut der ernsten Thematik des Streifens natürlich gut. Verstärkt wird die Wirkung noch einmal dadurch, dass es tatsächlich fast immer Kinder sind, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Sei es nun als Opfer oder als Täter. Hart.

Fazit: 

"Machine Gun Preacher" ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, zu groß die Löcher im Drehbuch - besonders zu Anfang des Filmes - und zu hoch die Glorifizierung des Charakters Sam Childers und seiner Handlungsweisen. Dennoch ist es ein Streifen, der den Zuschauer mit einem äußerst unguten Gefühl in der Magengegend zurück lässt und über weite Strecken zu überzeugen weiß. Ich denke auch, dass er sehr gut dazu geeignet ist, schon längst vergessen, aber immer noch aktuelle Konflikte wieder ein bisschen in den Hinterkopf zu rufen.

Bewertung: 7/10 Punkten


Dienstag, 21. August 2012

Die Frau in Schwarz

Inhaltszusammenfassung:

England, das 20. Jahrhundert wurde gerade eingeläutet. Der Anwalt Arthur Kipps erhält von seiner Londoner Kanzlei den Auftrag, irgendwo im Nirgendwo den Besitz einer verstorbenen Witwe ohne weitere Angehörige aufzulösen. Bereits bei seiner Ankunft in dem verschlafenen Nest muss er feststellen, dass man ihm gegenüber starke Antipathien hegt - außerdem scheint generell mit dem Ort etwas nicht zu stimmen. Die mysteriöse Frau in Schwarz, der einzige Gast auf der Beerdigung der Witwe, ist ein Tabuthema. Kipps beginnt nachzuforschen und findet in den Unterlagen die er für seinen Auftrag zur Verfügung gestellt bekam Hinweise darauf, dass diese Frau ein Geist zu sein scheint - und dass dieser Geist jedes Mal, wenn ihn jemand zu Gesicht bekommt ein Kind aus der Stadt tötet.



Kritik:

Bela Lugosi? Bekannt? Gut. Boris Karloff? Auch ein Begriff? Sehr gut - willkommen in der Welt von Hammer Films. Das britische Filmstudio war in der Vergangenheit bekannt dafür, viele der großen Dracula-Filme und ähnliches Gruselmaterial heraus gebracht zu haben. Das ist nun schon ein paar Jahrzehnte her, die Studios waren zwischenzeitig aufgelöst und versuchen nun nach einem Reboot mit gleichbleibenden Inhalten in modernerem Gewand wieder Fuß zu fassen. Dass man sich für Daniel Radcliffe als Hauptdarsteller entschieden hat mag nun Fluch oder Segen sein. Natürlich ist der gute Mann sehr bekannt - das Problem dabei ist, dass er für viele Filmfans immer mit Harry Potter in Verbindung gebracht werden wird. Man kann den hier vorliegenden Film nun als Chance für ihn persönlich als Darsteller sehen, als auch für Hammer Alliance. Der eine kann sich von seinem Image lösen, die anderen können beweisen, dass sie immer noch in der Lage sind, ihr Publikum zu begeistern.

Die Geschichte selber ist dabei natürlich alles andere als innovativ. Die typische Geistergeschichte, wie man sie schon etliche Male vorgesetzt bekommen hat. Man kann aber ruhigen Gewissens sagen, dass sie dabei sehr gut umgesetzt ist. Nach einer kurzen Anlaufzeit, die dieser Streifen benötigt, steigt die Spannung langsam, dafür aber konstant an. Immer wieder werden gut platzierte, wenn auch teilweise etwas vorhersehbare Schockmomente eingestreut, um den Zuschauer etwas aus der Spannung aufzurütteln. Bemerkenswert an diesem Film ist zudem auch die brilliante Kamera-Arbeit sowie die toll gewählten Settings, welche eine düstere und unheimliche Atmosphäre verbreiten, in der man sich als Zuschauer durchaus vorstellen kann, wie unwohl man sich nun in diesem alten Herrenhaus (welches nur zu Ebbe-Zeiten erreicht werden kann, Kipps sitzt also bei jedem Besuch einige Zeit unweigerlich auf der kleinen Insel fest) fühlen müsste. Auch der Score ist gut gewählt und untermalt das Gesehene äußerst passend. Schade nur, dass das Ende des Films absolut vorhersehbar ist und definitiv nicht den vermutlich gewünschten Überraschungseffekt mit sich bringt.

Auf darstellerischer Seite kann man sich nicht beklagen. Natürlich geht man, so unvoreingenommen man auch zu sein vorgibt, schon mit dem Wissen im Hinterkopf an den Film heran, dass man es mit Harry Potter zu tun bekommt. Nun, am Anfang stellte sich dieses Gefühl auch bei mir noch ein, wurde jedoch schnell wieder zerstreut. Radcliffe stellt seine Figur gut zur Schau und erinnert nicht im Ansatz an die große Romanverfilmung, der er seinen Ruhm verdankt. Man muss jedoch auch sagen, dass sein Kipps leider dennoch hinter einem wirklich großartig spielenden Ciarán Hinds beziehungsweise dessen Rolle Mr. Hinds zurück bleibt. Trotzdem, alle Darsteller bewegen sich über dem Durchschnitt und sind jederzeit glaubwürdig. Und man kann auch sagen, dass sie allesamt gut in das gewählte Setting passen.

Auf der Effekt-Seite muss man (Gott sei Dank sagen), dass man nicht mit einem Overflow zugeballert wird. Das bezieht sich auf die SFX im allgemeinen wie auch auf blutige Szenen. "Die Frau in Schwarz" setzt nicht auf übermäßige Brutalität oder sonstigen CGI-Schnickschnack, sondern versucht den Zuschauer durch seine großartige Fotografie zu bannen - und das erfolgreich. Wie Anfangs schon erwähnt gibt es natürlich die eine oder andere Schrecksekunde, welche sich aber alles in allem gut in das Gesamtbild des Streifens einfügen. Hier muss man sagen, dass Hammer Alliance bei seinen Wurzeln geblieben ist und genau die Zielgruppe bedient, wie es schon früher der Fall gewesen ist. Diese Operation ist also zweifelsfrei gelungen.

Fazit:

"Die Frau in Schwarz" ist ein spannender und wunderbar fotografierter Grusel-Thriller, der ein einmaliges Ansehen absolut rechtfertigt. Das Genre wird nicht neu erfunden, aber man hat es hier mit einem gutklassigen Comeback und, im Falle des Hauptdarstellers, mit einem Abschied von Harry Potter zu tun.

Bewertung: 7/10 Punkten



Sonntag, 19. August 2012

Die Tribute von Panem - The Hunger Games

Inhaltszusammenfassung

In der nahen Zukunft ist die USA zusammengebrochen. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung, die jedes Jahr grausame Gladiatorenspiele veranstaltet, bei der nur eine einzige Person überlebt. 24 Jugendliche aus 12 verschiedenen Distrikten nehmen an den Spielen teil. Als die kleine Schwester der sechzehnjährigen Katniss (Jennifer Lawrence) antreten soll, nimmt Katniss ihren Platz ein. Ebenfalls ausgewählt wurde der Junge Peeta (Josh Hutcherson), den sie seit ihrer frühesten Jugend kennt. Obwohl sie befreundet sind und Peeta ihr vor Turnierbeginn sogar seine Liebe gesteht, verlangen die Regeln des Spiels, dass sie von nun an Feinde auf Leben und Tod sein müssen. Zusammen versuchen sie, die Regeln zu umgehen und gemeinsam lebend dem perfiden Spiel zu entkommen...





Kritik:

Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass ich alle drei Romane regelrecht inhaliert habe. Vielleicht war das der Fehler im System. Aber ich will nicht vorweg greifen. Ich war extrem gespannt auf den Streifen, eben weil mir die Bücher unglaublich gut gefallen haben. Dann erfuhr ich, dass das Release-Datum für den DVD-Verleih der 18.08. ist, in unserer Videotheken-Kette sollte der Film jedoch schon am 16.08. erscheinen. Ich war so verrückt, denen sogar noch einen Tag vorher die Bude einzurennen. Nada. Gut, dann eben doch Donnerstag probieren. Auch nichts. Meine Enttäuschung war grenzenlos. Ich habe burnedeyez dann aber genötigt zu einer anderen, größeren Videothek dieser Kette zu fahren, und siehe da, sie sortierten gerade den Film ein. Was war ich glücklich. Ich bin extra (kostenfrei) beigetreten, nur um die BluRay an mich reißen zu können.

Gestern haben wir den Streifen dann rein gelegt. Ich hab mir schon vorgenommen, dass ich mich mit Vorurteilen zurück halten will, weil erfahrungsgemäß Buchverfilmung nie so gut sind wie die Vorlagen. Zumindest empfinde ich das so. Über die ersten kleinen Schnitzer konnte ich hinweg sehen: Dinge, die sich plötzlich im Film anders verhalten als im Buch, wie etwa die Vorgeschichte der Spottölpelbrosche. Zu Gunsten der Story und der begrenzten Drehzeit wird ja gern auf solche Änderungen zurück gegriffen, und damit kann ich auch gut leben. Was mir dagegen nicht gefiel, war die Atmosphäre des Films. War das Buch doch spannend, dass einem die Luft wegblieb und man es nicht erwarten konnte, weiterzulesen, hat der Film diese Spannung leider nicht richtig übertragen. Und nein, es lag nicht daran, dass ich die Geschichte schon kannte und wusste was passiert, sondern schlicht daran, dass mir die Geschichte zu ruhig erzählt wurde. Die Stimmung in Distrikt 12 wurde super eingefangen, aber als es ans Kapitol ging, ließ dieser Eindruck nach. Viel schillernder, schriller, bunter und lauter hat man sich diesen Ort vorgestellt, aber so richtig rüber kam das im Film leider nicht mehr. Die Ereignisse in den Hungerspielen selber wurden nur kurz angeschnitten und wurden dann schnell abgehakt. Ich hab mich offen gestanden fast ein wenig gelangweilt.

Die schuaspielerische Leistung war ganz okay. Jennifer Lawrence hätte als Katniss ein wenig mehr überzeugen können. Von den vielen sich widersprechenden Gefühlen des Buches war hier wirklich nur ansatzweise etwas zu sehen. Josh Hutcherson hauchte Peeta nicht genug Leidenschaft ein, er hat den Film über eher nicht wie jemand gewirkt, dem man abkauft, dass er sich für Katniss opfern würde...er wirkte leider eher wie ein nerviger Klotz am Bein. Woody Harrelson gefiel mir als Haymitch wahnsinnig gut, auch wenn der Charakter im Film weniger bärbeißig und mehr weichgespült ist als im Buch, aber dafür kann der gute Woody ja nun nichts. Er war in seiner Rolle, keine Frage, und ich freu mich, ihn auch in den folgenden Teilen sehen zu dürfen. Liam Hemsworth war ja leider nur am Rande zu sehen. Hier gab es keine großen Glanzleistungen, aber gute und solide Schauspielerei.

Fazit:

Alles in allem zwängt sich mit der Vergleich mit Harry Potter und Twilight auf, die meiner Meinung nach sehr gut gelungen sind. Auch Twilight habe ich verschlungen, war aber von der Verfilmung weniger enttäuscht als hier, weil die Grundstimmung gut übertragen wurde. Und Harry Potter (ich bin kein Fan...ich habe mit Band 5 aufgehört und hab auch nur die ersten beiden Teile verfilmt gesehen) war eine ganz, ganz große Umsetzung, die meiner Meinung nach rundum gelungen war.  Was soll ich sagen? Die Tribute von Panem hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber grottenschlecht war es auch nicht. Es wäre definitiv mehr drin gewesen. Vielleicht schau ich ihn mir in einiger Zeit noch mal an und nicht so dicht hinter den Büchern her, dann revidiere ich mein Urteil eventuell. Und ganz vielleicht fügt ja burnedeyez auch noch eine Ergänzung an, der die Romane nicht oder nur auszugsweise kennt und den Streifen nicht sooo schlecht fand.



Bewertung: 5/10 Punkten

Mittwoch, 8. August 2012

Drive

Inhaltszusammenfassung:

Der Driver (Ryan Gosling) hat ein Leben, welches nicht gerade dem Standard entspricht. Ja, der gute Mann verdient einen Teil seines Geldes als Automechaniker. Interessanter ist jedoch, dass er sich ein Zubrot als Stunt-Fahrer verdient - und seine Kenntnisse auch oftmals dazu benutzt, sich als Fluchtfahrer für Kriminelle zu betätigen. Dabei sind seine Regeln klar: ein festes Zeitfenster, er trägt keine Waffen und er fährt nur. 

Sein Leben droht aus den Angeln zu geraten, als er seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) näher kommt - ohne zu wissen, dass sie die Frau eines derzeit inhaftierten Kriminellen ist. Als ihr Ehemann schließlich aus dem Knast kommt, droht sich sein Leben nochmals zu verändern: Standard, so der Name, hat im Knast Schulden gemacht und soll nun für seine Gläubiger eine Pfandleihe ausräumen. Um ihm - und damit auch seiner Fast-Freundin - zu helfen, erklärt der Driver sich bereit, den Fluchtwagen zu fahren. Das Ding geht schief, Standard stirbt, die Situation eskaliert.


Kritik:

Ich bin immer skeptisch, wenn ein Film von Kritikern als auch der Community so hoch gelobt wird. Meistens hat man eine Erwartungshaltung, die letzten Endes eigentlich nur enttäuscht werden kann. Da "Drive" aber unisono und überall gute Kritiken eingefahren hat und zudem mit Gosling und Ron Pearlman zwei sehr gute Schauspieler zu bieten hat, hoffte ich darauf, dass es in diesem Fall nicht so ist. Die Skepsis wurde durch den Umstand, dass sich bei dieser Thematik zwangsläufig der Vergleich zur "Transporter"-Trilogie (welche ich sehr schätze) aufdrängen würde wieder deutlich verstärkt.

Der Film ist stilistisch sehr an die 80er Jahre angelehnt, was vor allem der verwendete Soundtrack unterstreichen soll. Hier muss ich jedoch leider sagen, dass ich mich nicht in die "glorreichen" 80er zurückversetzt fühle, die ich in Sachen Action mit Darstellern wie Stallone und Schwarzenegger und Regisseuren wie McTiernan oder Walter Hill (kleine Randnotiz: dessen von der Thematik her sehr ähnliche Film "Driver" ist übrigens eine wirkliche Empfehlung!) verbinde. Also meistens stumpf, dafür aber geradeheraus ins Gesicht. Die Musik ist nicht stimmig, vielmehr fühlte ich mich oftmals an die Soundtracks von irgendwelchen alten Softpornos erinnert (ja, ich war auch mal jung, möchte mich aber nicht detaillierter zu diesen Erfahrungen äußern). Für die Atmosphäre des Films ist das nicht sonderlich zuträglich - allerdings muss man auch sagen, dass diese meiner Ansicht nach generell nicht sonderlich gelungen ist. Zu lange Einstellungen, in denen man mitunter gefühlte Ewigkeiten auf eine Reaktion eines Darstellers wartet, zu viele Längen vor allem über die komplette erste Hälfte des Films. Regisseur Winding Refn (dessen Pusher-Filme übrigens sehr zu empfehlen sind) mag damit zwar versucht haben, die Beziehung der Charaktere untereinander so genau wie möglich zu beschreiben und beim Zuschauer ein Verständnis für diese herauszuarbeiten, aber ich bin der Meinung, dass weniger hier auf jeden Fall mehr gewesen wäre. Echte Spannung baut sich dadurch auch erst ab dem Moment auf, in dem der geplante Überfall in die Hose geht, abgesehen vielleicht von der Verfolgungsjagd ganz zu Beginn des Streifens, welche durchaus in der Lage war zu zeigen, dass man auch ohne großartige Crashes und sich überschlagende Wagen ein spannendes Wettrennen um die Freiheit zu inszenieren. Einer der wenigen echten Pluspunkte von "Drive".

Auch die Darsteller waren nicht in der Lage, mich zu überzeugen. Gosling mag hier einen stoischen und durch wenig zu erschütternden Charakter geben, allerdings passt die Minimalmimik, wie sie ein Jason Statham durchaus erfolgreich an den Tag legt, nicht zu ihm. Auf mich wirkte er in vielen Einstellungen eher wie ein Autist, der krampfhaft versucht, diesen Umstand zu unterdrücken. Auch Casey Mulligan als seine Liebschaft vermochte nicht, mich zu überzeugen, sie wirkte ebenfalls sehr blass. Routiniert hingegen ging Ron Pearlman zur Sache, sein Gangster Nino ist auch wirklich ein Gangster. Die größte Überraschung für mich war jedoch Albert Brooks als sein Partner Bernie - hier hat man tatsächlich ein großes Maß an Spielfreude und einen überzeugenden Mafioso ohne Skrupel vorfinden können. 

Wie ich eingangs schon erwähnte, braucht Drive eine ganze Weile, bis er in Gang kommt, dafür geht es dann aber Knall auf Fall. Und mit dem steigenden Grad an Action steigt auch der Gewaltgrad - und das drastisch. Einige der Einstellungen sind wirklich sehr brutal und blutig geraten - widersprechen aber irgendwie der kompletten Selbstdarstellung des Drivers, welcher sich ja sogar weigert, Waffen zu tragen. Dass von jetzt auf gleich ein eiskalter Killer ohne jegliche Skrupel aus ihm wird, ist in meinen Augen trotz der Extremsituation in der er steckt unglaubwürdig. 

Fazit: 

Schade. Viel mehr kann man nicht sagen. Bei Drive wurde eine Menge Potential verschenkt. Zu viele Längen, zu blasse (Haupt-)darsteller, zu wenig Spannung und Atmosphäre. Unter´m Strich bleibt also nur eines: Willkommen bei meiner Gurke des Monats. Auch auf die Gefahr hin, dass manch einer jetzt behaupten mag, ich hätte den Film nicht verstanden.

Bewertung: 2/10 Punkten

Sonntag, 5. August 2012

Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau

Als der britische Playboy John seine neue Ehefrau Larita - eine Rennwagen fahrende Feministin aus Detroit - auf dem Landsitz seiner Eltern der Familie vorstellt, werden so ziemlich die Erwartungen aller enttäuscht. Seine versnobte Mutter kann sich mit Laritas unbekümmerten amerikanischen Eigenheiten nicht anfreunden, während Larita alles unternimmt, damit ihre Schwiegermutter etwas lockerer wird, was diese umso mehr aufregt. Johns Schwestern denken radikal unterschiedlich über die neue Schwägerin, aber sein Vater ist fasziniert endlich jemanden gefunden zu haben, der die Familienfassade durchblickt - und verspürt eine großartige perverse Freude darüber, dass seine Frau jemandem gegenübersteht, der ihr gewachsen ist.


 Kritik:

Lange...sehr lange habe ich darauf gewartet, mal wieder einen Film zu sehen, der einen extrem bleibenden Eindruck (aus unterschiedlichen Gründen) hinterlässt. Diese Perlen, die man am liebsten an einem Wochenende fünf Mal anschauen möchte. So ging es mir beispielsweise mit Eiskalte Engel (wegen des Soundtracks), Good Will Hunting (wegen der ungewöhnlichen Geschichte) und zuletzt Lovesong for Bobby Long (wegen der literarischen Zitate und des Hintergrundes). Und heute mit Easy Virtue. Nach langer Zeit mal wieder ein Film, der definitiv in Zukunft immer auf der Liste der Lieblingsfilme stehen wird. Vorab sei einmal angemerkt, dass ich mir den Film unvoreingenommen angesehen hab. Ich hab weder Kritiken gelesen, noch überhaupt je etwas davon gehört. Ich hab einfach nur bei Videoload nach einem nachmittäglichen Zeitvertreib gesucht und bin über den Trailer gestolpert.

Ich habe also wenig erwartet...und wurde großartig unterhalten. Die Geschichte an sich gab es sicher schon einmal irgendwo in der Art und Weise: junger Mann bringt seine neumodische Angetraute in seine altmodische Familie ein. Wer ein Drama erwartet, wird enttäuscht sein, denn auch wenn das, was sich zwischen Larita und ihrer Schwiegermutter abspielt sicher als Drama zu bezeichnen ist, handelt es sich hier doch eher um eine Tragikkomödie. Mit viel, aber leisem Witz werden die Probleme, auf die Larita trifft, dargestellt, etwa wenn sie sich versehentlich auf den Hund der Schwiegermutter setzt und damit sein Ableben besiegelt, um ihn später mit Hilfe der Bediensteten zu beseitigen. Ebenfalls heiter wird der Unterschied zwischen dem alten, englischen Landadel und der "Frau aus Übersee" dargestellt: während Larita für das Leben und die Welt offen ist, möchte Veronica, ihre Schwiegermutter, dass sich nichts ändert und hält eisern an Prinzipien und Traditionen fest.

Ebenso leise werden hier aber auch die Charaktere durchleuchtet und ihre Geschichten erzählt, was nicht zuletzt an der Leistung der Darsteller liegt. Jessica Biel, die mir durchaus sympathisch ist, mir aber nur aus "Eine himmlische Familie" und Filmen wie "Stealth" und "Blade Trinity" in Erinnerung geblieben ist, überzeugt auf der Leinwand als Larita. Das Schmunzeln und das Blitzen in den Augen scheint wie geschaffen für die Rolle dieser jungen Dame. Ben Barnes wirkt als John dagegen beinahe blass und geht beinahe unter, was sicher nicht nur an seiner Rolle liegt, sondern an dem ewig gleichen, langweiligen Gesichtsausdruck in jeder Einstellung, als würde er seine Briefmarkensammlung betrachten. Zu Anfang kauft man ihm den Playboy noch ab, aber allzu schnell vollzieht sich in Gestik und Mimik der Wandel in die festen Gefüge seiner Familie. Positiv überrascht haben mich hingegen Colin Firth und Kristin Scott Thomas. Ich mochte beide bis heute nicht besonders. Colin Firth ist mir nur dunkel in Erinnerung geblieben aus "Bridget Jones" und "Die Girls von St. Trinian"...und das nicht positiv. Bis heute habe ich mich vor "Stolz und Vorurteil" in der BBC-Adaption gedrückt, seinetwegen. Das dürfte sich jetzt ändern, denn wenn hier jemand hervorsticht, dann ist es Colin Firth als Jim, der Vater, der als einziger in der Ortschaft aus dem Krieg zurück gekehrt ist und seitdem schon innerlich tot zu sein scheint. Lediglich Laritas Anwesenheit ist es zu verdanken, dass er langsam und beständig (und vor allem wahnsinnig glaubhaft) wieder zurück ins Leben findet. Auch Kristin Scott Thomas hat in ihrer Rolle als Schwiegermonster brilliert. Ich hätte mir keine bessere vorstellen können, denn sie schafft es doch, dass man irgendwie auch Verständnis für sie aufbringt. Selbst die Nebenrollen waren einfach fabelhaft: ob nun die jüngeren Schwestern Johns Hilda und Marion (Kimberley Nixon und Katherine Parkinson), die Geschwister Sarah und Philipp Hurst (Christian Brassington und Charlotte Riley) oder die Bediensteten Jackson, Millie und Beatrice. Besonders zu erwähnen ist hier noch der Butler Furber, dargestellt von Kris Marshall. Großartig!

Über Kamera und Regie lässt sich nicht viel negatives sagen. Stephan Elliott hat hier meiner Meinung nach gute und solide Arbeit geleistet. Die Bilder der englischen Landschaft begeistern selbstverständlich und die Anwesen beeindrucken ohne übertriebenen Prunk und Proll, was sehr angenehm fürs Auge ist. Schnitt und Kameraführung sind gut. Ein absolutes Sahnehäubchen auf dem Film ist mit Sicherheit der Soundtrack. Dieser verzichtet auf Modernes und kommt ganz im Stil der 20er Jahre daher, bringt viel Charleston mit sich und untermalt die Kulisse somit stilecht. Cole Porter sollte jedem etwas sagen, aber auch Ben Barnes und Jessica Biel brauchten ihre Stimmen in den beigesteuerten Stücken nicht zu verstecken. Hin und wieder ertappte man sich dabei, wie man mitsummte, etwa bei Andy Caines Version von Sex Bomb.

Fazit:

Sorry, aber so wie mich das Gesamtpaket aus Geschichte, Darstellern, Bildern und Musik begeistert hat, kann ich keine Abzüge in der B-Note geben. Rundum gelungen, eine leise Geschichte, die in angemessenem Tempo erzählt wird, unterstrichen von tollen Einstellungen und atmosphärischer Musik, einer Portion Gesellschaftssatire gespickt mit Sarkasmus und scharfen Sprüchen. Das gibt volle 10 von 10 Punkten. In diesem Sinne: When the going gets tough, the tough gets going.