Samstag, 8. September 2012

Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack

Inhaltszusammenfassung:

Freundschaften sind mitunter seltsam - so auch im Falle der Cheerleaderin Jennifer und ihrer besten Freundin Needy, die man wohl am ehesten als graue Maus bezeichnen kann. Dennoch sind die beiden wie Pech und Schwefel. Bis zu diesem Tag. Nach einem lokalen Rockkonzert geht der Veranstaltungsort in Flammen auf - und Jennifer verschwindet mit den Bandmitgliedern. Unter Schock taucht sie Nachts bei Needy auf, gibt sich am nächsten Tag jedoch wieder völlig normal. Aber sie hat sich verändert, ist bösartig geworden - und in der Stadt werden auf einmal männliche Leichen zerfetzt aufgefunden.


Kritik:

Und wieder einmal einer dieser Filme, die es einem wirklich schwer machen, ein sachliches Review zu schreiben. Nicht, weil der Film so gut ist, sondern vielmehr weil es sich bei Jennifer's Body um einen dieser Streifen handelt, die sich durch ihr fragwürdiges Konzept jeder klaren Kategorisierung entziehen und in erster Linie auf Zugpferd Megan Fox zu setzen scheint.


Schon die Grundstimmung des Films ist seltsam, ein komisches Gemisch aus Teenie-Streifen, Horrorschinken und irgendwas anderem, was sich schlecht definieren lässt. Spannend fand ich ihn jedenfalls zu keiner Zeit, zu offensichtlich ist der Handlungsverlauf schon von Anfang an, zu klar die Wahl der Opfer. Der Streifen dümpelt 102 Minuten vor sich hin, ohne wirklich sehenswerte Momente mit sich zu bringen. Zum Großteil funktionieren nicht einmal die Schreck-Sekunden, die von Zeit zu Zeit eingestreut werden. Die Handlung selber ist zwar äußert simpel, der aufklärende Plot-Twist hingegensehr abstrus geraten und absolut unglaubwürdig erzählt. Was jedoch wirklich stört, ist die Tatsache, daß sich Jennifer's Body nicht entscheiden kann, in welchem Genre er denn nun gerne wildern möchte. Der Humor -falls man ihn denn so bezeichnen möchte- zieht nicht, die Sprüche sind einfach zu flach, großteils eigentlich schon regelrecht dämlich. Und für einen Horrorfilm fehlen wie eben schon gesagt einfach Spannung, Grusel oder Guts ´n Gore.

Die darstellerische Leistung ist ebenfalls nicht sonderlich erwähnenswert. Megan Fox mag eine gutaussehende Frau sein, eine wirklich gute Schauspielerin ist sie jedoch (noch) nicht. Auch Amanda Seyfried als Needy vermag nicht sonderlich zu überzeugen. Die ganze Art und Weise, in der die Charaktere angelegt sind verhindert zudem auch jegliche Identifikation mit den Figuren. Über die Nebendarsteller braucht man auch nicht viele Worte verlieren: mau, klischeehafte Figuren und keinerlei Charaktertiefe. Reicht schon.

Auch Gorehounds werden sich sicherlich nicht mit dem Film anfreunden können. Zwar gibt es durchaus ein paar blutigere Passagen (von denen ich gerade mal eine als gelungen bezeichnen würde), die jedoch sehr kurz geraten sind oder einfach nur angeschnitten wirken. Wirkliche visuelle Schauwerte sucht man also auch auf dieser Ebene vergeblich.

Fazit:

Jennifer's Body ist ein Bastard, der sich nicht entscheiden kann, wo er sich nun zugehörig fühlt. Für einen Horrorstreifen nicht spannend genug, für eine Komödie nicht witzig genug und für einen Softporno reicht´s trotz dem titelgebenden Körper auch nicht. Wobei der eigentlich das einzig sehenswerte ist. Wäre das alles nicht so hochglanzpoliert, mit noch schlechteren Schauspielern besetzt und würde das Label den Namen "Troma" tragen, könnte man sich vielleicht drauf einlassen. Willkomen, Gurke des Monats!

P.S. Um einem meiner Kollegen genüge zu tun, mit dem ich den Streifen gesehen habe, hier auch noch kurz sein Fazit: "Eigentlich scheiße, aber die Kussszene war doch schon ein bisschen erotisch. Das musste da mit reinschreiben."
Hiermit passiert.

Bewertung: 3/10 Punkten 

Kommentare:

  1. Nicht mal als sinnbefreiter DVD-Abend-Beitrag zu gebrauchen?

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    1. Nein, finde ich nicht. Dafür kann der Film meiner Meinung nach in jeder Hinsicht zu wenig. Bei uns ist er mit Bier, Fastfood und Kumpels gelaufen und trotzdem durchgefallen - bei Splatter-/Trash-/NoBrain-Freunden ein schwieriges Unterfangen ;-)

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    2. So änhlich sieht es mit meiner einen DVD-Gruppe auch aus. ^^ Dann muss der hier wirklich verdammt schlecht...

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  2. Das kommt drauf an, aus was Deine DVD-Gruppe besteht. :) Ich als Mädchen fand den jetzt nicht grottenschlecht. Supertoll war er nicht, aber ich fand ihn recht..."nett". Einmal gucken konnte man ihn.

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  3. Der lief doch mal im Fernsehen... das warn Quatsch ey. :D

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    1. Du bringt mit wenigen Worten auf den Punkt, wofür ich so viel Text brauche :-D

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    2. Hübsch umschrieben haste es aber. ^^ Vor allem Deine unnachgiebige Gnädigkeit für Ms. Fox: "[...] eine wirklich gute Schauspielerin ist sie jedoch (noch) nicht."
      Find schön, dass Du das Wörtchen "noch" mit eingebracht hast, obwohl wir eigentlich alle wissen, dass die aufgeblasene Botox und Implantat Tussi nix kann. :D
      Mal ehrlich: wusste bei den Film nicht, ob ich mich gruseln oder doch auf Befehl schleunigst den Lurch wedeln sollte. Quatsch³². :-DD

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    3. Ach, das Review ist halt was älter, ich war noch jünger und voller Nächstenliebe oder so ;-). Mittlerweile bin ich alt und verbittert und hätte sie gnadenlos rund gemacht :-D.

      Und deinen Beisatz lasse ich jetzt mal unkommentiert - dafür aber prustenderweise - stehen :-D

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