Dienstag, 14. Februar 2012

American Psycho


 Inhaltszusammenfassung:

Patrick Bateman verkörpert den amerikanischen Traum der 80er Jahre. Gutaussehend, erfolgreich im Beruf und angesehen bei Freunden und Bekannten. Was allerdings niemand ahnt: hinter der Maske des jungen Mannes verbirgt sich ein psychopathischer Serienmörder, der seine Verbrechen aber so gut vorbereitet, dass die Polizei nicht einmal auf die Idee gekommen wäre, ihn damit in Verbindung zu bringen. Bis er aus Neid einen seiner schärfsten Konkurrenten ausschaltet.
Kritik:


American Psycho, einer der Filme, welcher die Zuschauer spaltet. Einigen ist er zu überzogen, zu provokant, andere sehen darin eine wunderbare Satire auf die mehr oder minder moderne Gesellschaft. Was verbirgt sich wohl hinter der Fassade des eigenen Bosses? Oder des Nachbarn?

Zunächst einmal muss man sagen, dass der Streifen fast schon zweigeteilt wirkt. Die erste Hälfte behandelt das Leben des Patrick Bateman, wie man es von außen wohl wahrnehmen dürfte. Ein erfolgreicher Geschäftsmann, der viel Wert auf sein Äußeres legt und in stetem Konkurrenzkampf mit den anderen Vizepräsidenten seines Unternehmens steht. Es geht hierbei wohlgemerkt nicht um berufliche Erfolge oder ähnlich wichtige Dinge, sondern vielmehr darum, wer in welchem Restaurant am schnellsten die besten Plätze bekommt oder wer die schönsten Visitenkarten hat. Zwar blitzt auch hier immer wieder das zweite Gesicht Batemans durch, aber der Charakter wird in erster Linie aufgebaut - wobei es teilweise leider zu Längen kommt, die allerdings gut zu verkraften sind. Immer wenn man denkt, dass es jetzt langweilig wird, zeigt sich wieder der Psychopath, der in Bateman steckt. Die zweite Filmhälfte hingegen ist sehr gut gelungen, ohne sich zu ziehen. Hier zeigt sich letztlich, wer Patrick wirklich ist. Und das auf eine mitunter äußerst zynische Art und Weise. Die Atmosphäre wird zunehmend bösartiger, bissiger. Der Spannungsbogen wird nun wirklich gespannt und man möchte unbedingt wissen, wie es mit dem vorgeblichen Yuppie weiter geht.


Der Film lebt zum Großteil von seinem Hauptdarsteller. Ich persönlich bin kein Fan von Christian Bale, aber man muss absolut anerkennen, dass er die Rolle des Psychopathen Bateman brilliant verkörpert. Man möchte fast sagen, dass Bale "American Psycho" im Alleingang stemmt, auch wenn die kurzen Auftritte von Willem Dafoe ebenfalls sehenswert sind. Die weiteren Nebendarsteller kann man im Grunde genommen vernachlässigen, da sie kaum wichtiges zur Handlung beitragen, abgesehen von 2, 3 Ausnahmen. Aber auch diese Darsteller machen ihre Sache gut, es scheint so, als ob jeder motiviert bei der Sache war, was zu einem runden Ergebnis in dieser Hinsicht führt.


Die Morde fallen nicht sonderlich brutal aus, zumindest nicht in visueller Hinsicht. Allerdings wird ihre Wirkung durch die zynische Betrachtungsweise ziemlich verstärkt. Besonders hervorzuheben wäre hier der Mord mit einer Axt an einem mißliebigen (und beneideten) Arbeitskollegen. Batemans Umgang damit ist... nun ja, ziemlich krank. American Psycho ist also mit Sicherheit kein Fest für Gorehounds, welche aber auch nicht die Zielgruppe darstellen. Freunde von gepflegten Thrillern ohne Blut-Overflow oder von bitterbösen Gesellschaftssatiren hingegen werden trotzdem (oder auch gerade deswegen) gut unterhalten werden.


Fazit:


American Psycho macht eigentlich alles richtig. Ein brillianter Hauptdarsteller, bitterböser Humor und abgesehen von wenigen Längen in der ersten Hälfte auch durchgehend spannend. Super!


Bewertung: 9/10 Punkten

Kommentare:

  1. Schönes Review. Ich mag Christian Bale sehr gerne, jedoch hat mir auch nicht jeder Film mit ihm gefallen. Zum Beispiel The Fighter. American Psycho steht bereits seit geraumer Zeit im Regal und jedesmal kommt mir ein anderer Film dazwischen. Ich denke, dass ich ihn spätestens jetzt nachholen werde.

    Kennst du bereits "The Machinist"? Einer der beeindruckensten Filme mit Christian Bale, für welchen er 30 Kilo abnahm um den psychischen Zusammenbruch des Trevor Reznik authentisch darzustellen.

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  2. Danke für dein Feedback :-)

    Nein, "The Machinist" ist mir leider noch nicht in den Player gekommen, obwohl ich ihn schon etliche Male in der Hand hatte (und er mir auch schon von vielen Freunden empfohlen wurde). Ich werde ihn beizeiten auf jeden Fall einmal ansehen, bislang sind die Filme mit Christian Bale eigentlich alle gut bei mir angekommen (auch wenn es zugegebenermaßen recht wenige waren).

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