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Dienstag, 30. Oktober 2012

Children Of Men | Dystopia

Children Of Men (USA/ GB/ JP 2006)

Regie: Alfonso Cuarón

Darsteller: Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Paul Sharma u.a. 

Laufzeit: 104:39 Minuten (uncut)
Freigabe: FSK 16

Children of Men in der OFDb
Children of Men bei Schnittberichte.com


Inhaltszusammenfassung:

Wir schreiben das Jahr 2027. Seit 18 Jahren wurden keine Kinder mehr geboren, die Menschheit ist unfruchtbar. Der Alltag ist trist und grau, Einwanderer werden in England in Internierungslager geschafft und die Kriminalität regiert die Straßen. Theodor (Clive Owen) ist ein kleiner Regierungsangestellter, der jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben hat - bis seine Ex-Frau Julianne (Julianne Moore) Kontakt zu ihm aufnimmt. Sie ist Mitglied einer Untergrundorganisation und bittet ihn, Reisepapiere für eine junge Frau zu beschaffen - eine schwangere Frau. Theodor beginnt die Resignation abzustreifen und sieht die Frau als das, was sie möglicherweise ist: die letzte Chance für die Menschheit. Er beschließt zu helfen und gerät dabei zwischen alle Fronten.

Kritik:

Ich muss gestehen, dass ich den Film schon eine ganze Weile auf dem Schirm hatte (er wurde mir von meiner Freunin ans Herz gelegt), ohne mich jedoch dazu durchringen zu können, ihn mir auch anzusehen. Zusätzlich ausschlaggebend war nun ausgerechnet der gestrige Media Monday, bei dem "Children Of Men" an einigen Stellen als der definitive Science Fiction-Film gefeiert wurde. Und das ist natürlich eine Herausforderung für mich gewesen, weswegen der Titel unbedingt gesichtet werden musste. So viel vorab: ich habe es nicht bereut.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Gone

Inhalt:

Teenager Jill hat noch immer mit einem traumatischen Erlebnis zu kämpfen. Vor einem guten Jahr wurde sie von einem Serienmörder entführt und konnte nur knapp entkommen. Als ihre jüngere Schwester Molly eines Nachts spurlos verschwindet, ist Jill überzeugt, dass derselbe Verbrecher dahinter steckt. Das einzige Problem: Die Polizei schenkt ihr keinen Glauben und hält Molly im Gegenteil für geistig verwirrt. Um ihre Schwester zu retten, bleibt Molly nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu fahnden.





Kritik:

Gone lockte mich mit folgender Aussage auf dem DVD-Cover: "Dieser Thriller fesselt auch ohne Gewaltexzesse." Dazu Amanda Seyfried, die ich ohnehin gerne sehe, ist sie für mich doch nicht die typische, blondierte Hollywood-Schönheit, und Wes Bentley, der seine Qualitäten für mich bereits mit "American Beauty" und "Die Tribute von Panem" unter Beweis gestellt hat und den man leider viel zu selten zu sehen bekommt. Ich liebe Thriller, jedenfalls mehr als Horror. Spannend muss es sein, da sind Schauwerte für mich nebensächlich.

Samstag, 29. September 2012

Jack Ketchum - Evil | "Martyrium in Worten"

Klappentext:


Die USA in den 50er-Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

Quelle: Amazon.de
Kritik:

Der Klappentext lässt nicht viel über den eigentlichen Inhalt des Buches verlautbaren, darum nehme ich mir hier die Freiheit, ein bisschen weiter ins Detail zu gehen. Ketchum beschreibt in diesem Roman, was Menschen anderen Menschen antun können. Schutzbefohlenen, deren Freunden - und nicht zuletzt auch, was für Auswirkungen das Handeln eines Einzelnen auf das Leben von vielen anderen, nicht zuletzt auch von Unbeteiligten, haben kann. Ketchum gilt als einer der härtesten Autoren der modernen Horrorgeschichte - und Evil, so zumindest eine häufig gehörte Meinung, ist hierbei das Kronjuwel in seinem Repertoire. Große Worte, welche sich teilweise durchaus bestätigt haben. Auch wenn der Roman (wie eigentlich alles, was ich in letzter Zeit gelesen habe) mal wieder aus der Sicht der Hauptfigur erzählt wird. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass diese Geschichte, so traurig wie es klingt, sich tatsächlich in den 50er Jahren abgespielt hat - was sie noch etwas grausamer werden lässt, als es bei reiner Fiktion ohnehin schon der Fall wäre.

Dienstag, 18. September 2012

London Boulevard - "Let me take you by the hand and lead you through the streets of London"

Inhaltszusammenfassung:


Als Krimineller hat man es nicht leicht. Mitchell ist gerade frisch aus dem Knast entlassen worden, als ihn seine Vergangenheit auch schon wieder einholt. Sein alter Kumpel Billy versucht ihn dazu zu überreden, mit ihm zusammen für den Gangsterboss Gant als Schuldeneintreiber zu arbeiten. Mitch weigert sich, zunächst Billy gegenüber und schließlich auch, bei einem persönlichen Treffen, Gant gegenüber. Stattdessen taucht er unter. Zwar schlägt er das Angebot der Schauspielerin Charlotte, ihr "Mädchen für alles" zu werden aus, dennoch kommen die beiden sich näher. Für Gant die Gelegenheit, Mitchell doch noch zu einer Zusammenarbeit zu "überreden". 


Kritik:

Mit "London Boulevard" liefert William Monahan hier seinen Regie-Erstling ab. Das Genre des Gangster-Films mag hier vielleicht kein allzu leichtes Pflaster sein, haben doch bereits Größen wie Quentin Tarantino oder Guy Richtie in ebendiesem debutiert und Ergebnisse vorgelegt, die mittlerweile (zumindest im Falle von Reservoir Dogs) zum Kult avanciert sind. Auf der Habenseite kann Monahan zumindest zwei bekannte Hauptdarsteller (Colin Farrell und Keira Knightley) vorweisen, wobei zumindest Farrell ja auch bereits über Erfahrungen in diesem Bereich verfügt. Aber reicht das aus, um sich mit Reservoir Dogs oder Bube, Dame, König, Gras messen zu können?

Freitag, 7. September 2012

The Strangers - "Because you were home!"

Inhaltszusammenfassung:

Das Paar Kirsten und James nutzt die Hochzeit von Freunden, um eine Nacht in einem abgelegenen Sommerhaus zu verbringen. Was sie jedoch nicht ahnen, dass sich ihnen ein Trio von Unbekannten an die Fersen geheftet hat, welches auch gleich beginnt, sie nach allen Regeln der Kunst zu terrorisieren - die Situation spitzt sich schnell zu und droht zu eskalieren.

Kritik:

Gleich am Anfang des Films erwartet den geneigten Zuschauer der Hinweis, daß es sich (natürlich...) um die Verfilmung einer wahren Begebenheit handelt - die das Ende gleich schon einmal vor dem eigentlich Beginn schön spoilert. An diesem Punkt war ich bereits das erste Mal drauf und dran, den Stop-Knopf des DVD-Players zu betätigen, allerdings hatte ich immer noch den Hinweis meines Kollegen im Ohr, daß der Film sich lohnen soll... Nun ja, also doch weiter. Die Story selber ist, wie man schon erkennen kann, wenig aufregend und bietet viel gewohnte Kost, die nur einmal auf´s neue aufgewärmt und serviert wurde. Im Nachhinein betrachtet war es aber nicht unbedingt ein schlechter Zug von Regisseur Bertino, den Zuschauer den Charakteren gegenüber oft einen Schritt voraus zu sein, sie an anderen Stellen dann aber wieder in der gleichen ungewissen Situation verharren zu lassen. Seinen Spannungsbogen holt der Film nämlich in erster Linie aus diesem Prinzip und kann ihn, trotz des anfänglichen Spoilers, auch bis zum Schluß auf einem durchaus sehenswerten Niveau halten. Zudem werden auch immer wieder kleine Schocksekunden eingestreut, die zwar oft so erwartet werden, aber zumindest ab und an ein kleineres Zusammenzucken mit sich bringen. Was dem Film weiterhin eine geheimnisvolle Ader beschert ist die Tatsache, daß die Identität der Eindringlinge zu keinem Zeitpunkt klar wird, nicht einmal als sie ihre Masken abnehmen, hält die Kamera drauf. Auch das Motiv für ihr Handeln bleibt im Verborgenen, auf die Frage nach dem "Warum" gibt es nur eine Antwort. "Because you were home!" Muss reichen, oder? Und letztendlich ist es gerade das fehlen einer nachvollziehbaren Motivation, die dem Film einen Großteil seiner "Härte" und Spannung gibt.

Montag, 16. Juli 2012

Buried - Lebend begraben

Inhaltszusammenfassung:

Das ist das Schicksal von Paul, einem amerikanischen Lastwagenfahrer und Familienvater, der in einem Holzsarg aufwacht. Er wurde lebendig begraben und weiß weder, wer ihm das angetan hat, noch warum. Seine einzige Chance, diesem Alptraum zu entkommen, ist ein Handy. Schlechter Empfang, ein rapide schwindender Akku und Sauerstoffmangel sind die schlimmsten Feinde in seinem Wettlauf gegen die Zeit: Paul hat nur 90 Minuten, um gerettet zu werden.


Kritik:


Ein Mann, ein Sarg, ein Handy. So oder so ähnlich zumindest lässt sich das Grundgerüst von "Buried" kurz und knapp zusammenfassen. Klingt zunächst nach 90 Minuten gepflegter Langeweile - gelingt es Regisseur Rodrigo Córtez und Hauptdarsteller Ryan Reynolds, aus diesem Thema einen Film zu machen, der unterhalten kann?

Zunächst einmal muss man sagen, dass es dem Team wunderbar gelungen ist, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die dauernd zwischen Depression, Wahnsinn und Wut hin- und her pendelt. Ich persönlich habe mir noch keine Gedanken darum gemacht, wie es wohl wäre, lebendig begraben zu werden, aber ja, ich stelle mir durchaus vor, dass die Grundstimmung sehr gut eingefangen wurde. Córtez gelingt es, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, zusammen mit Trucker Paul Conroy in seinem Sarg irgendwo im Irak eingegraben zu sein. Klaustrophobisch, böse, morbide... kurzum: einfach nur gelungen.

Die Handlung selber ist kurz gehalten. Conroy wird als einzige Überlebender eines Truckkonvoys im Irak als Geisel in einem Sarg vergraben. Aus dieser Kiste kommt er nur raus, wenn innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens ein Lösegeld von 5 Millionen Dollar an den Kidnapper gezahlt wird. Zunächst ist die Thematik natürlich kein Novum, die Umsetzung aber auch hier mehr als gelungen. Córtez baut eine konstante Spannung auf, in der er immer wieder mit den Hoffnungen seiner Hauptfigur, ihrer Enttäuschung und ihren Gedankengängen spielt. Natürlich sollte man keine Wunder erwarten, denn wie bereits erwähnt: Ein Mann, ein Sarg. Durch das Handy kommt aber immer wieder eine gewisse Flexibilität in die Geschichte, sei es nun durch die verzweifelten Versuche Conroys, seine Familie zu erreichen, sei es durch das verlogene Verhalten des Rettungstrupps und seines Arbeitgebers oder die neuen und immer grausameren Forderungen des Erpressers. Der Zuschauer wird in die Geschichte gezogen und auch erst am Ende wieder losgelassen. Es geht ausgesprochen kurzweilig zu, auch wenn dieser Streifen mit Sicherheit keine Empfehlung für einen Partyabend ist. Abzüge in der B-Note gibt es jedoch für den Umstand, dass es schon unwahrscheinlich scheint, wie viel auf einmal dem guten Mann zustößt (um nicht zu spoilern, möchte ich mir gerne hier jedlichen Kommentar sparen). Hier wäre weniger zu Gunsten der Glaubwürdigkeit bestimmt mehr gewesen. Ebenfalls schade ist die Tatsache, dass "Buried" einer dieser Filme ist, die nach einem Mal anschauen jeglichen Reiz verlieren. Sehr schade ist auch, dass das Ende des Films spätestens ab der halben Laufzeit vorher zu sehen ist. Zwar hat Córtez kurz vor dem Schluß noch einen etwas überraschenden Joker zur Hand, der aber auch nur für einige Augenblicke davon abzulenken vermag, dass man im Grunde ohnehin schon wusste, was passieren wird.

Die darstellerische Leistung ist für mich die größte Überraschung des Filmes gewesen. Natürlich muss man sich von Anfang an darauf einlassen wollen, es 90 Minuten lang ausschließlich mit Ryan Reynolds zu tun zu bekommen. Wer die früheren Filme des guten Mannes kennt, mag vielleicht nicht glauben, dass er eine doch sehr ruhige Rolle ohne jeglichen Action-, Liebes- oder Comedyanteil konsequent zu geben vermag, aber: er kann es. Man nimmt ihm die Rolle des Paul Conroy von Anfang an ab - und man zweifelt auch im Verlauf des kompletten Filmes nicht daran, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, der einfach nur verzweifelt ist. Hier ziehe ich absolut meinen Hut, diese Leistung hätte ich Reynolds in diesem Umfang nicht zugetraut.

Effektemäßig darf man natürlich nicht viel von "Buried" erwarten, auch hier muss man sich den einzigen Handlungsort wieder vor Gesicht führen. Dennoch macht das Team seine Aufgabe sehr gut, interessante Kamerafahrten (soweit es das Setting zulässt), die die düstere und klaustrophobische Grundstimmung noch weiter verstärken, dunkel gehaltene Bilder und spartanische Beleuchtung. Understatement passt aber ziemlich gut zu allem anderen, was "Buried" dem geneigten Filmfan bietet.


Fazit:


"Buried" ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man sollte natürlich kein großes Popcorn-Kino erwarten, sondern sich auf einen spannungsgeladenen und bedrückenden Thriller mit einer nicht zu knappen Dramaschlagseite einstellen, der von Anfang bis Ende zu unterhalten weiß.


Bewertung: 8/10 Punkten


Keine Fassungsangaben bei Schnittberichte.com

Samstag, 14. Juli 2012

Inception

Ich habe beim Aufräumen meiner Datensicherung dieses Review hier gefunden. Es ist schon etwas älter und direkt nach dem Kinobesuch entstanden, man möge sich also nicht wundern, wenn öfters mal vom Kinosaal oder -besuch gesprochen wird ;-)

Inhaltszusammenfassung:


Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein begnadeter Dieb, der absolut Beste auf dem Gebiet der Extraktion, einer kunstvollen und gefährlichen Form des Diebstahls: Cobb stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist - während der Traumphase. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: Er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte. Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm zu seinem alten Leben zurück verhelfen, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt - die so genannte INCEPTION. Statt eines perfekt ausgeführten Diebstahls müssen Cobb und sein Spezialistenteam das genaue Gegenteil vollführen. Ihr Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen.


Kritik:


Ich muss gestehen, daß ich dem Film "Inception" zunächst mit einiger Skepsis begegnet bin. Zwar schätze ich auf der einen Seite Christopher Nolan als guten Regisseur, dem es auch schon einmal gelingt, anspruchsvolle Filme mit knalliger Unterhaltung zu verbinden. Auf der anderen Seite jedoch steht das Tam-Tam, welches im Vorfeld um sein neustes Werk gemacht wurde, ohne dabei auch nur im Ansatz etwas aussagekräftiges über den Film zu transportieren. Und dann ist da natürlich noch Leonardo DiCaprio, der mir bislang nur in einer einzigen Rolle positiv aufgefallen ist, namentlich Gangs Of New York. Aber man ist ja (mehr oder minder) vorurteilsfrei und lässt sich schließlich von der Aussicht auf einen (hoffentlich) angenehmen Kinoabend auch gerne mal auf Experimente ein.


Die Handlung an sich liest sich hier sicherlich interessant und wird dieser Vorstellung auch gerecht. Man darf sich allerdings keine Illusionen darüber machen, daß man es von Anfang an mit leichter Kost zu tun bekommt. Gerade in den ersten 15 - 20 Minuten hat man mitunter den Eindruck, daß es ziemlich schwierig werden könnte, dem Streifen zu folgen. Nachdem der erste Storyknoten jedoch entwirrt ist, fällt es zunehmend leichter, sich auf Inception einzulassen. Man beginnt, die Charaktere und ihre Beweggründe zu verstehen und wird auch mit der Funktionsweise der Extraction, also des Gedankendiebstahls vertraut gemacht. Halt. Gedankendiebstahl? Der Titel sagt doch etwas ganz anderes aus. Völlig richtig, ein mißlungener Diebstahlsversuch führt dazu, daß zwei der Hauptfiguren ertappt werden und ihre Talente nun dazu nutzen sollen, einem arg- und vermeintlich wehrlosen Opfer nun einen neuen Gedanken einzupflanzen. Womit wir bei der Inception wären.


Nolan versteht sich wieder einmal geschickt darauf, einen Spannungsbogen aufzubauen und auch permanent auf einem guten Niveau zu halten. Gerade zu Anfang gelingt es ihm auch oft noch, den Zuschauer im unklaren darüber zu lassen, in welcher Traumebene sich seine Protagonisten nun derzeit bewegen. Spätestens zur Hälfte jedoch wird durch stilistisch absolut unterschiedliche Settings und Stilmittel klar definiert, wo man sich derzeit befindet. Was manch einer als Manko sehen mag, ist für mich persönlich aber ein durchaus gutes Mittel, um den Film nicht zu undurchsichtig werden zu lassen. Hätte der Regisseur auf diesen Kniff verzichtet, wäre Inception wahrscheinlich wirklich zu dem Hirnfick geworden, als der er durch manche Berichte dargestellt wird. So jedoch hat man zu keiner Zeit den Eindruck, völlig allein gelassen vor der Leinwand zu sitzen und sich mühsam an der Handlung entlang hangeln zu müssen, wird aber auch nicht mit zu seichter Kost schnell und billig abgespeist. Neben dieser interessanten Idee setzt Nolan wie gehabt auch auf Action, die sich mit betont ruhigen Passagen abwechselt. Es ist also kein Effektoverflow zu befürchten, auch wenn die Schnitte in den knalligen Passagen gewohnt schnell und (teilweise schon zu) hektisch gesetzt wurden.


Auch die Darsteller-Riege weiß durch die Bank zu überzeugen, speziell Leonardo DiCaprio (so, jetzt habe ich´s gesagt). Man hat jedem einzelnen Schauspieler seine Rolle abgenommen. Man hat bei der Charakterzeichnung auf platte Klischees verzichtet und den Figuren nicht nur die "Heldenrolle", wenn man es bei diesem Film so bezeichnen will, auf die Brust geschrieben. Speziell der Charakter Dom Cobb ist tiefgründiger und deutlich zerrissener, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Auch die Figur Robert Fisher steht dem in nichts nach. Zwar wäre bei den anderen Hauptfiguren sicherlich noch Platz für etwas mehr Charakterzeichnung gewesen, doch auf der anderen Seite hätte ich die Befürchtung, daß das dem Film einiges von seiner Kurzweiligkeit genommen hätte. Im Endeffekt kann man sagen, daß ein gesundes, der Unterhaltsamkeit zuträgliches, Mittelmaß gefunden wurde.


Fazit:
Was bleibt also unter´m Strich? Inception ist ein interessanter, mitreißender Film, der zugleich auch eine Tiefgründigkeit mit sich bringt, die heutzutage nicht mehr oft im Popcorn-Kino gezeigt wird. Lediglich das Ende hat mich enttäuscht, da sich schon frühzeitig abgezeichnet hat, daß der Zuschauer mit einem Abschluss in genau dieser oder zumindest ähnlicher Form konfrontiert werden wird. Nichts desto trotz tut man mit Sicherheit nicht falsch daran, den Streifen jedem ans Herz zu legen, der gut gemachte Action Thriller mit leichtem SciFi-Einschlag mag. Allerdings sollte man im Gegensatz zu vielen aktuellen VÖs eines nicht tun: Das Hirn beim betreten des Kino-Saals abschalten.


Bewertung: 9/10 Punkten



Mittwoch, 11. Juli 2012

Stephen King - Die Arena

Inhaltszusammenfassung:


Gerade will Dale „Barbie“ Barbara, Imbisskoch und Irak-Veteran, die Kleinstadt verlassen, da senkt sich die Kuppel wie eine Guillotine herunter und macht seine Ausreise unmöglich. Dann hält das Grauen Einzug in den Mikrokosmos – vor allem dank der Taten des skrupellosen Autohändlers und Provinzpolitikers „Big Jim“, der seine Mannen mordend durch die Gegend ziehen lässt, während die Außenwelt hilflos zusehen muss. Am Ende, als kaum mehr Erwachsene am Leben sind, liegt das Schicksal von Chester’s Mill und seiner wenigen Überlebenden in den Händen der Kinder...




Kritik:


Nun ja, was soll man sagen... man hat es mit einem Roman von Stephen King zu tun. Der gute Mann mag ein Großmeister seines Faches sein, aber er ist auch einer dieser speziellen Fälle, die man entweder liebt oder hasst. Ich für meinen Teil bin großer King-Fan und kann trotz seines "nichtssagenden Geschwafels", wenn ich an dieser Stelle einmal einen Menschen zitieren darf, mit dem ich mich über ihn unterhalten habe, sehr viel mit so ziemlich jedem Roman anfangen. 

Die Geschichte von "Die Arena" liest sich schon in der kurzen Zusammenfassung interessant - und wie es für den Autoren typisch ist, geht es auch schon von Anfang an ziemlich zur Sache. King verschwendet hier nicht viel Zeit damit, uns mit den Charakteren seiner Geschichte vertraut zu machen, sondern wirft uns zunächst einmal mitten in die Action. Ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht. Man kann sagen, dass es "Die Arena" gelingt, einen konstanten Spannungsbogen aufzubauen, welcher immer zum weiterlesen animiert. Nicht zuletzt dürfte dieser Umstand sich auf die Tatsache gründen, dass sich die persönlichen Hintergründe der Protagonisten erst im Lauf der Story erschließen - ebenso wie vorhandene Beziehungen zueinander immer weiter vertieft werden. Natürlich trägt auch die Geschichte selber ihren Teil dazu bei, dass man das Buch nur ungerne aus der Hand legt. Sie ist King-typisch detailverliebt geschrieben, ohne dabei jedoch zu sehr von der eigenen Story abzudriften. Die Charaktere selber sind leider sehr archetypisch geraten. Man hat auf dieser Seite "Die Guten" und auf der anderen Seite "Die Bösen", dazwischen gibt es leider nicht sonderlich viel - und bedauernswerter Weise ist auch von Anfang an abzusehen, wer auf welcher Seite steht, hier wäre mir die eine oder andere Überraschung lieber gewesen. Schade. Lediglich die Leidensgeschichten einiger Nebencharaktere lockern dieses Schwarz/ Weiß etwas auf, auch wenn sie nichts mit der eigentlichen Geschichte von "Die Arena" zu tun haben, beziehungsweise nur einen unmaßgeblichen Anteil der Hauptstory darstellen.

Man merkt also durch und durch, dass King sein Handwerk nach wie vor versteht, auch wenn die Idee zu "Die Arena" laut dem Autoren bereits vor 30 Jahren entstanden sein soll - und die Geschichte an sich einem sicherlich schon sehr bekannt vorkommen mag. Ich lasse an dieser Stelle einmal dahin gestellt, ob das wirklich so ist, denn die Grundstory kennt man spätestens seit dem Simpsons-Kinofilm. Der Roman ist später erschienen, was mich persönlich mit leichten Zweifeln auf die Glaubwürdigkeit dieser Aussage blicken lässt. Für meinen Geschmack sind die Parallelen hier zu groß und King ist im Vorwort einfach zu bemüht, sein Werk als "Original" darzustellen. Das gibt Abzüge in der B-Note. Wesentlich schwerer wiegt aber noch dieser wirklich nicht gelungene Twist Richtung Science-Fiction, welcher zum Ende des Buches immer mehr ins Rollen kommt. Hier möchte man sagen "Schuster bleib bei deinen Leisten", denn speziell diesen Teil finde ich einfach nicht gelungen, auch wenn mancher Leser hier jetzt vielleicht sagen möchte, dass unserer Gesellschaft damit eine Art Spiegelbild vorgehalten werden soll. Mag sein - aber auch das ist einfach zu sehr dahin geklatscht, um wirklich zu funktionieren. Hätte der Autor auf diesen Teil seiner Geschichte verzichtet und das vor sich hin köchelnde Süppchen vielleicht mit etwas mehr Originalität versehen können, wäre vielleicht aus einem guten ein großartiger Roman geworden. So bleibt es aber unter´m Strich "Nur ein King".

Fazit:

Das Buch ist keinesfalls schlecht. Es ist spannend und gewohnt gut geschrieben. Es ist aber auch um Längen von der eigentlichen Klasse Stephen Kings entfernt. Eher etwas für Fans.


Bewertung: 7/10 Punkten

Sonntag, 27. Mai 2012

Killer Elite

Inhaltszusammenfassung:

Danny (Jason Statham) hatte eigentlich bereits mit seinem Job als Special Agent abgeschlossen. Als jedoch sein ehemaliger Mentor und Freund Hunter (Robert De Niro) von einem saudi-arabischen Prinzen entführt wird, sieht Danny sich gezwungen, auf dessen perfiden Deal einzugehen: Hunter kommt nur frei, wenn Danny es schafft, die drei Mörder zur Strecke zu bringen, die damals im Oman-Krieg die Söhne des Prinzen töteten. Für Danny beginnt eine gnadenlose Jagd rund um den Globus von Australien nach Paris und London bis in den Mittleren Osten, bei der er sich ein erbarmungsloses Katz-und-Maus-Spiel mit den Mördern und deren gerissenem Anführer (Clive Owen) liefert…


Kritik:

Die Besetzungsliste klingt nach großem Spaß. Jason Statham, den man in erster Linie mit vielen reißerischen B-Actionern in Verbindung bringt, darf hier neben Clive Owen und dem legendären Robert De Niro als eiskalter Killer auftrumpfen. Aber kann die Kombination aus wirklich großartigen Schauspielern und einem Statham-Film funktionieren?


Zur Story muss man leider sagen, dass sie mitunter etwas an den Haaren herbei gezogen wirkt und letzten Endes auch nicht ganz schlüssig ist. Ja, der Film beruht auf dem Buch"The Feather Men" des ehemaligen SAS-Agenten Ranulph Finnes, von welchem allerdings bis heute nicht klar ist, ob es nun auf Fakten beruht oder Fiktion ist. Die unterschiedlichsten Aussagen im Internet tendieren aber in die Richtung, dass besagtes Buch zwar durchaus autobiographische Grundzüge hat, die hier vorliegende Geschichte aber eher der Fantasie des Autoren entsprungen sein mag. Bedenklich finde ich es unter diesem Aspekt, den Film als "auf Tatsachen beruhend" zu vermarkten. "Killer Elite" hätte es durchaus gut getan, die "Feather Men" nicht als Auslöser des Plots herbei zu nehmen, da sie alles in allem einfach zu sehr in den Hintergrund rücken und ihr Wirken deplatziert scheint. Hier hätte man sicherlich einen besseren Einstieg in die Geschichte finden können. Leider ist es auch so, dass der Streifen sich trotz lediglich 110 Minuten teilweise arg zieht. Nachdem die eigentliche Geschichte bereits aufgelöst wurde, wird die Liebesgeschichte (ja, so ist es tatsächlich: Jason Statham darf eine Soft-Lovestory mit seiner Anwesenheit beehren) dazu benutzt, den Plot noch einmal ins Rollen zu bringen. Auf der einen Seite hätte es nicht überraschen dürfen, auf der anderen Seite ist das aber auch zu ausgelutscht und wirkt bei diesem Film auch ein wenig so, als ob man zwingend noch etwas zusätzliche Laufzeit hätte erzeugen wollen. Ich für meinen Teil denke, dass man auf diese 20 Minuten gut und gerne hätte verzichten können. Mir wäre ein knackiger, kurzer Actioner lieber gewesen als dieses künstlich gestreckte Werk. Nebenbei muss man leider erwähnen, dass durch diese Füllpassagen auch immer wieder die Spannungskurve in den Keller sinkt und man sich einfach nur fragt "Was sollte das nun?" Gefühlt hat dieser Film mindestens zwei, vielleicht sogar drei Enden, was abschließend natürlich auch einen etwas faden Beigeschmack entstehen lässt.


Mit dem Setting (der Film spielt in den frühen 80ern) hat man sich zumindest Mühe gegeben. Kleidungsstil, Autos... das passt schon alles. Schade nur, dass man sich großteils darauf beschränkt, den Film in der Wüste bzw. angeschlossenen Trümmerstädten spielen zu lassen. Hier musste man sich natürlich keine große Mühe geben, denn was ist schon zeitloser als Sand? Die wenigen Passagen in den Städten wirken etwas deplatziert, zwar wurde auch hier darauf geachtet, dass kein 2008er Audi durch´s Bild rauscht, aber die Straßenzüge selber wirkten mitunter doch etwas zu modern.


Zu den Darstellern muss man eigentlich nicht viel sagen. Statham ist halt... Statham. Ein raubeiniger Klotz, der mit Minimalmimik sämtliche Emotionen darstellt. Nicht falsch verstehen, ich mag den guten Jason, aber seien wir ehrlich, (noch) ist er kein brillianter Schauspieler, auch wenn er von einigen ja als der neue Bruce Willis gesehen wird. Natürlich wäre eine solche Entwicklung wünschenswert, ob sie aber tatsächlich stattfindet, vermag ich nicht zu beurteilen. Die letzten Filme Stathams sprechen eher dagegen. Clive Owen macht seine Sache gut und gibt den fanatischen Ex-SAS'ler, welcher seinen Ruhestand irgendwie nicht ganz verkraften konnte, überzeugend. Man nimmt ihm auch diese gewisse Spur Wahnsinn ab, die der Rolle zu Grunde liegt, gut ab. Robert De Niro hingegen ist leider mehr oder weniger in einer Nebenrolle zu sehen (welche er aber seiner Klasse entsprechend gut ausfüllt). Zu seinem Talent muss man wohl kein Wort mehr verlieren. Stathams Love-Sidekick Yvonne Strahovski ist schmückendes Beiwerk, mehr nicht. Besonders überraschend ist aber Dominic Purcell, welcher unter den fettigen Haaren, dem Biker-Bart und den riesigen Kotletten kaum zu erkennen ist. Auch er ist eigentlich kein Hauptdarsteller, aber in meinen Augen dennoch einer der überzeugendsten dieses Streifens. Ihm nimmt man diesen eiskalten Typen, für den nur seine Freunde keine Feinde sind, von der ersten Minute an ab.


Killer Elite kommt mit einer berechtigten FSK 16-Fassung ungekürzt daher. Es gibt nur eine Hand voll blutiger Szenen, die Action selber ist schnell geschnitten. Mitunter zu schnell, sie driftet gerne einmal ins hektische ab. Stellenweise macht es keinen Spaß, die Shootouts zu verfolgen. Ich mag schnelle Action, gar keine Frage. Aber man kann es auch übertreiben.


Fazit:


Killer Elite ist weit entfernt von einem Kracher. Das (nicht schlecht umgesetzte) Katz- und Maus-Spiel zwischen Jason Statham und Clive Owen hätte man auch in 90 Minuten umsetzen können, der Film wäre kompakter, dafür weniger hektisch geschnitten sicherlich ansehnlicher gewesen.




Bewertung: 6/10 Punkten
 

S.W.A.T. - Die Spezialeinheit

Inhaltszusammenfassung:

Jim Street und Brian Gamble sind Mitglieder des LAPD-SWAT. Während einer Geiselnahme, eigentlich ein Routineeinsatz, geht etwas schief: Gamble missachtet den direkten Befehl, mit dem Zugriff zu warten und schießt in diesem Zug eine Geisel an. Dieses Verhalten führt zu einer Suspendierung. Während Gamble das Departement verlässt, wird Street in die Waffenkammer versetzt, immer in der Hoffnung, noch eine zweite Chance zu bekommen.


Er muss eine ganze Weile warten, aber schließlich bietet sich in Person von "Hondo" Harrsion die Chance, wieder Teil der Spezialeinheit zu werden. Entgegen aller Erwartungen beweist diese zusammengewürfelte Truppe ihre Qualifikationen schnell. Als die Einheit schließlich den Befehl erhält, einen Gefangenentransport zu begleiten, geraten sie in eine prekäre Situation. Der transportierte Drogenboss kann zwar von seinem Fluchtversuch abgehalten werden, bietet demjenigen, der ihn befreit aber 100 Millionen Dollar - live im Fernsehen. Die Lage spitzt sich zu...





Kritik:

Ich muss vorab sagen, dass ich Sam Jackson sehr gerne sehe, auch wenn der gute Mann es wohl nie ganz in die Liga der Großen schaffen wird. Dennoch sind die meisten seiner Filme aber durchaus als Vertreter des zumindest gutklassigen Action-Kinos zu sehen. Und soviel kann man vorab sagen: S.W.A.T. reiht sich dabei nahtlos ein.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass die Storyline relativ beschränkt und vor allem auch nicht sonderlich kreativ klingt. Das stimmt natürlich. Aber es ist ohnehin bei den meisten Filmen dieser Machart so, dass bewährtes wiederverwertet wird, es kommt dabei halt auf die Art der Umsetzung an - und man muss sagen, dass es Clark Johnson gelungen ist, einen sehr unterhaltsamen Vertreter zu schaffen. Großartige Durchhänger gibt es nicht, es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf - genau das also, was man sich von einem guten Actionfilm erwartet. Es wird von Anfang bis Ende ein Spannungsbogen gezogen, der zwar nicht überragend ist, aber wie bereits dafür sorgt, dass man bis zum Schluß vor´m Fernseher sitzen bleibt. Leider muss aber erwähnt werden, dass einige Teile der Handlung durchaus sehr vorhersehbar waren, dafür gibt es Abzüge in der B-Note.


Zu den Darstellern muss man nicht viel sagen. Das gesamte Team spielt seine Rollen überzeugend, man nimmt ihnen ihre Figuren zu jeder Zeit ab. Natürlich werden hier gewisse Archetypen bedient, die man in diesem Genre schon oft gesehen hat. Und - auch das ist vorhersehbar gewesen - füllen genau die Darsteller diese Rollen aus, von denen man sie auch erwartet hat. Dennoch bleibt unter´m Strich zu sagen, dass die Bestetzung rundum gut ist.


Der Fokus liegt bei S.W.A.T. natürlich auf der Action und die ist auch gelungen. Es erwartet hier kein Effektoverflow, sondern eher realistisch gehalten. Natürlich kommt der Streifen nicht an großen Explosionen vorbei, aber zumindest die Shoot Outs und die Nahkämpfe zeigen keine immer treffenden und unverwundbaren Superhelden.


Fazit:

S.W.A.T. ist ein Actionfilm für zwischendurch. Hirn aus, TV an, Spaß haben. Nichts, was dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird, aber auch nichts, was man direkt nach dem Ansehen wieder ausblenden kann.

 
Bewertung: 7/10 Punkten





Dienstag, 14. Februar 2012

American Psycho


 Inhaltszusammenfassung:

Patrick Bateman verkörpert den amerikanischen Traum der 80er Jahre. Gutaussehend, erfolgreich im Beruf und angesehen bei Freunden und Bekannten. Was allerdings niemand ahnt: hinter der Maske des jungen Mannes verbirgt sich ein psychopathischer Serienmörder, der seine Verbrechen aber so gut vorbereitet, dass die Polizei nicht einmal auf die Idee gekommen wäre, ihn damit in Verbindung zu bringen. Bis er aus Neid einen seiner schärfsten Konkurrenten ausschaltet.
Kritik:


American Psycho, einer der Filme, welcher die Zuschauer spaltet. Einigen ist er zu überzogen, zu provokant, andere sehen darin eine wunderbare Satire auf die mehr oder minder moderne Gesellschaft. Was verbirgt sich wohl hinter der Fassade des eigenen Bosses? Oder des Nachbarn?

Zunächst einmal muss man sagen, dass der Streifen fast schon zweigeteilt wirkt. Die erste Hälfte behandelt das Leben des Patrick Bateman, wie man es von außen wohl wahrnehmen dürfte. Ein erfolgreicher Geschäftsmann, der viel Wert auf sein Äußeres legt und in stetem Konkurrenzkampf mit den anderen Vizepräsidenten seines Unternehmens steht. Es geht hierbei wohlgemerkt nicht um berufliche Erfolge oder ähnlich wichtige Dinge, sondern vielmehr darum, wer in welchem Restaurant am schnellsten die besten Plätze bekommt oder wer die schönsten Visitenkarten hat. Zwar blitzt auch hier immer wieder das zweite Gesicht Batemans durch, aber der Charakter wird in erster Linie aufgebaut - wobei es teilweise leider zu Längen kommt, die allerdings gut zu verkraften sind. Immer wenn man denkt, dass es jetzt langweilig wird, zeigt sich wieder der Psychopath, der in Bateman steckt. Die zweite Filmhälfte hingegen ist sehr gut gelungen, ohne sich zu ziehen. Hier zeigt sich letztlich, wer Patrick wirklich ist. Und das auf eine mitunter äußerst zynische Art und Weise. Die Atmosphäre wird zunehmend bösartiger, bissiger. Der Spannungsbogen wird nun wirklich gespannt und man möchte unbedingt wissen, wie es mit dem vorgeblichen Yuppie weiter geht.


Der Film lebt zum Großteil von seinem Hauptdarsteller. Ich persönlich bin kein Fan von Christian Bale, aber man muss absolut anerkennen, dass er die Rolle des Psychopathen Bateman brilliant verkörpert. Man möchte fast sagen, dass Bale "American Psycho" im Alleingang stemmt, auch wenn die kurzen Auftritte von Willem Dafoe ebenfalls sehenswert sind. Die weiteren Nebendarsteller kann man im Grunde genommen vernachlässigen, da sie kaum wichtiges zur Handlung beitragen, abgesehen von 2, 3 Ausnahmen. Aber auch diese Darsteller machen ihre Sache gut, es scheint so, als ob jeder motiviert bei der Sache war, was zu einem runden Ergebnis in dieser Hinsicht führt.


Die Morde fallen nicht sonderlich brutal aus, zumindest nicht in visueller Hinsicht. Allerdings wird ihre Wirkung durch die zynische Betrachtungsweise ziemlich verstärkt. Besonders hervorzuheben wäre hier der Mord mit einer Axt an einem mißliebigen (und beneideten) Arbeitskollegen. Batemans Umgang damit ist... nun ja, ziemlich krank. American Psycho ist also mit Sicherheit kein Fest für Gorehounds, welche aber auch nicht die Zielgruppe darstellen. Freunde von gepflegten Thrillern ohne Blut-Overflow oder von bitterbösen Gesellschaftssatiren hingegen werden trotzdem (oder auch gerade deswegen) gut unterhalten werden.


Fazit:


American Psycho macht eigentlich alles richtig. Ein brillianter Hauptdarsteller, bitterböser Humor und abgesehen von wenigen Längen in der ersten Hälfte auch durchgehend spannend. Super!


Bewertung: 9/10 Punkten